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Risikomanagement

ZIELE DES RISIKOMANAGEMENTSYSTEMS

Unser Risikomanagementsystem zielt zunächst darauf ab, Risiken systematisch und konzernweit einheitlich zu erfassen, zu analysieren und zu bewerten. Dadurch gewinnen wir eine hohe Risikotransparenz, auf deren Basis wir effektive Gegenmaßnahmen auswählen und einsetzen können. Wir erfassen alle spezifischen Risiken unseres Geschäfts, sofern sie erkennbar und hinreichend konkret sind. Allgemeine Risiken, deren Eintrittswahrscheinlichkeit nicht zu beurteilen ist, werden nicht quantitativ berücksichtigt. Dazu zählen beispielsweise Naturkatastrophen.

RISIKOMANAGEMENTSYSTEM: METHODEN UND PROZESSE

Das Dürr-Risikomanagementsystem orientiert sich an den spezifischen Merkmalen unseres Geschäftsmodells. Es wurde in seiner heutigen Form im Jahr 2008 eingeführt und seither kontinuierlich an neue Anforderungen angepasst. Im Geschäftsjahr 2016 wurden keine wesentlichen Veränderungen vorgenommen. Parallel zur Verankerung des Systems in den operativen Geschäfts- und Entscheidungsprozessen haben wir auch das Risikobewusstsein unserer Mitarbeiter und Gremien geschärft – durch Kommunikation und einen offenen Umgang mit Risiken.

Risikomanagementprozess

Das zentrale Risikomanagement bei der Dürr AG stößt den neunstufigen Prozess halbjährlich an. Ein wesentliches Element dieses Standardrisikozyklus bildet die Risikoinventur durch die operativen Einheiten. Darin werden die Einzelrisiken ermittelt, bewertet und verdichtet, das heißt einem von 15 spezifischen Risikofeldern zugeordnet. Die Risikofelder decken alle Führungs-, Kern- und Unterstützungsprozesse sowie die externen Risikobereiche ab.

Die Bewertung der Einzelrisiken ist Aufgabe der Risikomanager der operativen Einheiten und der Dürr AG. Als Leitfaden dienen das Risikomanagement-Handbuch sowie Risikostrukturblätter. Der Bewertungsprozess besteht aus drei Schritten: Zunächst wird das Schadenspotenzial berechnet, also der maximale Effekt, den ein Risiko innerhalb der nächsten 24 Monate auf das Konzern-EBIT haben kann. Danach ermitteln wir die Eintrittswahrscheinlichkeit des Einzelrisikos. Im dritten Schritt wird die Wirksamkeit möglicher Gegenmaßnahmen geprüft und mit einem risikoreduzierenden Faktor bewertet.

Unter dem Strich steht das Netto-Risikopotenzial, also das Netto-EBIT-Risiko, das nach der Berücksichtigung von Eintrittswahrscheinlichkeit und Maßnahmeneffektivität verbleibt. Je geringer die Eintrittswahrscheinlichkeit und je höher die Effektivität der Gegenmaßnahmen ist, desto stärker sinkt das Netto-EBIT-Risiko. Die Nettorisiken (Netto-EBIT-Risiken) der 15 Risikofelder errechnen sich aus der Summe der Netto-EBIT-Risiken aller zugeordneten Einzelrisiken. Je nach Höhe des Nettorisikos wird jedes Risikofeld einer der folgenden Kategorien zugeteilt:

• Sehr gering (≤ 5 Mio. €)

• Gering (> 5 bis ≤ 20 Mio. €)

• Mittel (> 20 bis ≤ 40 Mio. €)

• Hoch (> 40 Mio. €)

Die Nettorisiken der Risikofelder summieren sich zum Gesamtrisikopotenzial des Konzerns. Portfolio- und Korrelationseffekte werden dabei nicht berücksichtigt.

Gesamtrisikosituation

Den oben beschriebenen Bewertungsmaßstäben entsprechend belief sich das Gesamtrisikopotenzial des Konzerns Ende 2016 auf rund 180 Mio. € (2015: 175 Mio. €). Darin sind die Netto-Risikopotenziale von 267 bewerteten Einzelrisiken enthalten. Mit Blick auf das Geschäftsvolumen und die gesamtwirtschaftliche Situation erachten wir das Gesamtrisikopotenzial als angemessen. Wir stufen unsere Gesamtrisikosituation derzeit als gut beherrschbar ein. Gegenwärtig sind keine Risiken erkennbar, die separat oder in Wechselwirkung mit anderen Risiken den Bestand des Konzerns gefährden könnten.

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