Dürr gibt vorläufige Zahlen für 2004 und Neuausrichtung des Konzerns bekannt
23.02.2005
Vorläufige Zahlen
Der Dürr-Konzern hat nach vorläufigen Zahlen im Geschäftsjahr 2004 einen konsolidierten Umsatz von 2.132 Mio. Euro erwirtschaftet (Vorjahr 2.271,9 Mio. Euro). Bereinigt um Wechselkursveränderungen bedeutet dies ein Minus von 2,8 %. Der Auftragseingang liegt mit 1.820 Mio. Euro in der erwarteten Größenordnung, nachdem er im Vorjahr aufgrund eines Großauftrags auf 2.356,2 Mio. Euro gestiegen war. Das Ergebnis vor Steuern liegt, vergleichbar gerechnet, mit 11,3 Mio. Euro (Vorjahr -5,7 Mio. Euro) im oberen Bereich der im November veröffentlichten Prognose.
Die einzelnen Unternehmensbereiche haben wie folgt abgeschnitten:
Bei Paint Systems ging der Gesamtauftragseingang erwartungsgemäß auf 790 Mio. Euro zurück, nachdem er im Vorjahr durch einen Großauftrag auf überdurchschnittliche 1.400,1 Mio. Euro gestiegen war. Der Gesamtumsatz reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr um rund 8 % auf 1.153 Mio. Euro.
Der Gesamtauftragseingang von Final Assembly Systems lag mit 342 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert (405,4 Mio. Euro), der allerdings umfangreiche Fördertechnikzulieferungen an den Unternehmensbereich Paint Systems enthielt. Aufgrund der Schwäche des US-Dollars und eines planmäßig geringeren Geschäftsvolumens in den USA unterschritt der Gesamtumsatz mit 374 Mio. Euro den Vorjahreswert um rund 70 Mio. Euro.
Der im US-Markt sehr stark vertretene Unternehmensbereich Services konnte Gesamtumsatz und -auftragseingang trotz Dollar-Schwäche um 8 % auf 159 Mio. Euro steigern. Mit Wechselkursen des Vorjahres berechnet hätte der Anstieg 14 % betragen.
Ecoclean konnte den Gesamtauftragseingang vor allem durch Zuwächse im US-Geschäft um 4 % auf 184 Mio. Euro steigern, während der Gesamtumsatz mit ebenfalls 184 Mio. Euro rückläufig war (Vorjahr 208,1 Mio. Euro).
Measuring Systems steigerte den Gesamtauftragseingang auf 420 Mio. Euro (Vorjahr 369,7 Mio. Euro) und den Gesamtumsatz auf 384 Mio. Euro (Vorjahr 364,9 Mio. Euro).
Neuausrichtung der Konzernstruktur
Dürr wird mit Wirkung vom 1. März 2005 die Konzernstruktur in zwei statt bisher fünf Unternehmensbereiche gliedern. Die Unternehmensbereiche Paint Systems und Final Assembly Systems, die beide im System- und Anlagengeschäft tätig sind, werden im neuen Unternehmensbereich Paint and Assembly Systems zusammengeführt. Die Leitung dieses Bereichs übernimmt Stephan Rojahn, der Vorstandsvorsitzende der Dürr AG. Die auf den Maschinenbau und die Prozesstechnik ausgerichteten Unternehmensbereiche Ecoclean und Measuring Systems (Schenck) bilden den neuen Unternehmensbereich Measuring and Process Systems, der im Vorstand von Ralf Dieter verantwortet wird.
Der Unternehmensbereich Services (Premier-Gruppe) soll an die Firma Voith veräußert werden. Die Verhandlungen sind weit fortgeschritten. Die Genehmigung der Kartellbehörden wird beantragt. Das Projekt wird von der Investmentbank Lazard begleitet. Ausschlaggebend für den Verkauf ist, dass die Synergien zwischen Anlagen- und Servicegeschäft durch die Vergabepraxis der Kunden deutlich niedriger ausfielen als beim Erwerb von Services erwartet. Voith und Dürr beabsichtigen, in Zukunft auf dem Gebiet der Dienstleistungen in Automobilwerken zusammen zu arbeiten.
Für den Schenck-Bereich Development Test Systems, der hochwertige Prüfsysteme für die Fahrzeugentwicklung anbietet, prüft Dürr verschiedene strategische Optionen, die von einer Minderheitsbeteiligung bis zum Verkauf reichen können. In diesem Zusammenhang wird eine Firmenwertabschreibung von rund 26 Mio. Euro vorgenommen.
Dürr wird den Jahresabschluss 2004 nach dem Rechnungslegungsstandard IFRS erstellen (zuvor US-GAAP) und dabei weitergeführte und nicht weitergeführte Bereiche getrennt ausweisen. Die wichtigsten vorläufigen Kennzahlen stellen sich wie folgt dar:
| Vorläufige Werte | 2004 | 2003 | ||
|---|---|---|---|---|
Bisherige Konzernstruktur |
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Umsatz | Euro Mio | 2.131,8 | 2.271,9 | |
EBT | Euro Mio | 11,3 | -5,7 | |
Nettoergebnis | Euro Mio | 0,9 | -30,6 | |
Ergebnis je Aktie | Euro | 0,07 | -2,14 | |
Neue Konzernstruktur (weitergeführte Aktivitäten) |
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Umsatz | Euro Mio | 1.898,5 | 2.044,1 | |
EBT | Euro Mio | 16,2 | 4,0 | |
Nettoergebnis | Euro Mio | 9,9 | -18,1 | |
Ergebnis je Aktie | Euro | 0,69 | -1,26 | |
Neue Konzernstruktur (nicht weitergeführte Aktivitäten |
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Umsatz | Euro Mio | 233,3 | 227,8 | |
EBT | Euro Mio | -31,2* | -9,7 | |
Nettoergebnis | Euro Mio | -35,3* | -12,5 | |
Ergebnis je Aktie | Euro | -2,47* | -0,88 | |
*inkl. Firmenwertabschreibungen von rund 26 Mio. Euro
Konzentration auf Kernkompetenzen
Mit der Neuausrichtung konzentriert sich Dürr auf seine Kernkompetenzen. Diese liegen zum einen in den Bereichen Lackiertechnik und Endmontagesysteme für die Automobilindustrie, wo Dürr über langjährige Erfahrung verfügt, zum anderen im Maschinenbau. Hier werden vor allem Auswuchtsysteme und Prozesstechnologie angeboten.
Um die Abhängigkeit von der Automobilkonjunktur zu verringern, wird Dürr verstärkt Marktchancen außerhalb der Automobilindustrie nutzen, zum Beispiel mit Verfahrenstechnik für den Bergbau und die Grundstoffindustrien sowie mit Produktionssystemen für die Flugzeugindustrie. Im Geschäftsjahr 2004 entfielen bereits rund 17 % des Umsatzes auf Geschäftsfelder außerhalb der Automobilindustrie (Vorjahr 14 %).
Jährliche Einsparungen von 10 Mio. Euro durch Straffung der Strukturen
Im Rahmen der Neustrukturierung des Konzerns werden die Unternehmensbereiche gestrafft und die Zahl der Gesellschaften um rund ein DritteI reduziert - das bedeutet weniger Doppelstrukturen, gebündelte Kompetenzen und durchgängige Verantwortlichkeiten. Vor allem in Verwaltung, Einkauf, Entwicklung und Montage rechnet Dürr mit Volumeneffekten. Weltweit werden rund 100 Stellen entfallen. Dabei werden Altersteilzeitregelungen ebenso angeboten wie interne Versetzungen in expandierende Bereiche. Durch die neue Struktur erwartet Dürr ab 2006 jährliche Einsparungen von rund 10 Mio. Euro. Zudem wird durch die Veräußerung von Services die Verschuldung weiter zurückgeführt.
Mit der neuen Struktur wird auch die Schlagkraft am Markt steigen: Der Wegfall von Bereichsgrenzen ermöglicht mehr Tempo und Effizienz in der Auftragsabwicklung. Außerdem ist eine besser abgestimmte Kundenbetreuung nach dem Prinzip »One face to the customer« möglich.
Ausblick
Ergebnisverbesserung in 2005
"Die Bereinigung des Portfolios sowie die Optimierung der Geschäftsprozesse und der Zusammenarbeit im Konzern sind wichtige Schritte auf dem Weg zu höherer Ertragskraft im Geschäftsjahr 2005", sagte Stephan Rojahn, Vorstandsvorsitzender der Dürr AG. Risiken, die sich aus dem starken Euro und den gestiegenen Rohstoffpreisen ergeben, tritt Dürr mit dem Ertragssteigerungsprogramm SPRINT QUADRAT entgegen. Dürr stellt den kompletten Jahresabschluss 2004 auf der Bilanzpressekonferenz am 21. April 2005 vor.
Hinweis: Alle Angaben sind vorläufig. Sie sind vom Aufsichtsrat noch nicht gebilligt und noch nicht durch den Abschlussprüfer geprüft.
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