Dürr optimistisch für 2008

Geschäftszahlen 2007

20.03.2008

  • 2007: Ergebnis stark verbessert
  • Dividende von 40 Cent je Aktie
  • Strategie „Dürr 2010“ Basis für weiteres profitables Wachstum


Stuttgart, 20. März 2008 – Nach einem deutlichen Ertragszuwachs im abgelaufenen Geschäftsjahr erwartet der Maschinen- und Anlagenbauer Dürr für 2008 weitere Verbesserungen. Bei der Bilanzvorlage in Stuttgart sagte Vorstandschef Ralf Dieter: „Wir wollen die EBIT-Marge im Jahr 2008 von 3,8% auf 5% steigern. Dabei profitieren wir von unserem hohen Auftragsbestand und der anhaltend starken Nach-frage.“ Bis 2010 soll die EBIT-Marge auf rund 6% steigen. Basis dafür ist die Strategie „Dürr 2010“.

Für das Geschäftsjahr 2007 will Dürr wie angekündigt erstmals seit fünf Jahren wieder eine Dividende ausschütten. Der Hauptversammlung am 2. Mai werden 40 Cent je Aktie vorgeschlagen. Insgesamt hat der Konzern im Jahr 2007 seine Ziele erreicht: Der Auftragseingang stieg um 22% auf 1.761,5 Mio. € und der Umsatz um 8,5% auf 1.476,6 Mio. €, das EBIT legte um 68% auf 55,7 Mio. € zu. Der operative Cashflow verbesserte sich von -9,8 Mio. € auf 85,9 Mio. €. „Erstmals seit mehreren Jahren erzielten wir
einen Finanzmittelüberschuss, der zu einem deutlichen Abbau der Nettofinanzverschuldung um rund ein Drittel auf 60,7 Mio. € führte. Hierzu trug auch unser stringentes Liquiditätsmanagement bei“, erläuterte Dürr-Finanzvorstand Ralph Heuwing. 

Die Bruttomarge konnte trotz der Abwicklungsprobleme bei einem Großprojekt in Indien von 16,2% im Jahr 2006 auf 16,3% verbessert werden. Positiv wirkten sich Prozessverbesserungen durch das abgeschlossene Konzernprogramm FOCUS und der Ausbau des Service-Geschäfts aus. Wie angekündigt erreichte Dürr im US-Geschäft und in der Reinigungstechnik (Ecoclean) die Ergebniswende; beide steuerten ein höheres Ergebnis als erwartet bei.

Die Vertriebs- und Verwaltungskosten stiegen mit 2,8% deutlich unterproportional zum Umsatz. Anders als in den Vorjahren fielen keine Aufwendungen für Restrukturierung und außerplanmäßige Abschreibungen an. Das Zinsergebnis betrug -22,9 Mio. € nach -21,0 Mio. € im Vorjahr, als ein Sondereffekt von 1,9 Mio. € enthalten war. Der Jahresüberschuss wurde mehr als verdoppelt und betrug 21,2 Mio. € (Vj.: 8,2 Mio. €). Entsprechend verbesserte sich das Ergebnis je Aktie von 0,50 € auf 1,33 €.

Die flüssigen Mittel stiegen zum Jahresende 2007 auf 147,5 Mio. € (31.12.2006: 101,5 Mio. €). Das Net Working Capital verringerte Dürr trotz des gestiegenen Geschäftsvolumens deutlich auf 119,9 Mio. € (31.12.2006: 154,7 Mio. €). Die Eigenkapitalquote lag am 31. Dezember 2007 bei 23,9% (31.12.2006: 23,6%).

Infolge der guten Auftragslage erhöhte Dürr die Mitarbeiterzahl zum Jahresende 2007 um 5% auf 5.936 Mitarbeiter. Der Großteil des Zuwachses entfiel auf die Wachstumsmärkte Asien, Osteuropa, Brasilien und Mexiko.

Strategie „Dürr 2010“

Im Rahmen seiner Strategie „Dürr 2010“ will Dürr die EBIT-Marge bis 2010 auf rund 6% erhöhen, die Verzinsung des eingesetzten Kapitals (Return on Capital Employed) soll von derzeit 15,0% auf rund 22% steigen. „Beim Umsatz wollen wir bis 2010 pro Jahr rund 5% zulegen und damit stärker wachsen als die Automobilproduktion“, so Dürr-Chef Dieter.

„Dürr 2010“ beinhaltet vier Kernbereiche: Kundennutzen steigern, Wachstumsinitiativen verfolgen, operative Abläufe verbessern und Unternehmens-wert steigern. Für jeden Kernbereich ist ein umfassendes Maßnahmenprogramm definiert. Ein wichtiger Schritt ist die Neuausrichtung der Montage- und Fördertechnik, die auf drei Geschäftsbereiche mit den Schwerpunkten Maschinenbau (Produkte für die Endmontage), Anlagenbau (Montage-Fördertechnik) und Flugzeugproduktionstechnik aufgeteilt wird. „Dürr 2010“ sieht auch ein höheres Innovationsbudget, den Ausbau des Lackierroboter-Geschäfts in Asien und Nordamerika, kleinere Akquisitionen und eine weitere Senkung der Verschuldung vor.

Ausblick

Dürr rechnet für 2008 mit einem Umsatzzuwachs von 5% bis 10%. „Das Ergebnis wollen wir 2008 erneut deutlich verbessern. Dementsprechend planen wir auch eine höhere Dividende“, sagte Ralf Dieter. Die Steuerquote wird infolge der Steuerreform höchstens 30% betragen (2007: 39%) und das Ergebnis zusätzlich begünstigen. Beim Cashflow strebt Dürr mindestens das Niveau des Jahres 2007 an. Entsprechend erwartet das Unternehmen weitere Verbesserungen bei Nettofinanzverschuldung und Liquidität.

Dürr ist ein Maschinen- und Anlagenbaukonzern, der in seinen Tätigkeits-feldern führende Positionen im Weltmarkt einnimmt. Rund 90% des Um-satzes werden im Geschäft mit der Automobilindustrie erzielt. Darüber hinaus beliefert Dürr die Flugzeugindustrie, den Maschinenbau sowie die Chemie- und Pharmaindustrie mit innovativer Produktions- und Umwelttechnik. Die Dürr-Gruppe agiert mit zwei Unternehmensbereichen am Markt: Paint and Assembly Systems bietet Produktions- und Lackiertechnik, vor allem für Automobilkarosserien. Maschinen und Systeme von Measuring and Process Systems kommen unter anderem im Motoren- und Getriebebau und in der Fahrzeugendmontage zum Einsatz. Weltweit verfügt Dürr über 47 Standorte in 21 Ländern.


KENNZAHLEN (IFRS)

Alle Angaben beziehen sich auf die fortgeführten Aktivitäten des Dürr-Konzerns.
Das Ergebnis nach Steuern des Konzerns beinhaltet auch die nicht fortgeführten Aktivitäten.

Kennzahlen Dürr-Konzern
in Mio. Euro

2007

2006

Veränderung
in %

Auftragseingang

1.781,5

1.459,8

22,0

Auftragsbestand (31.12.)

1.082,0

805,2

34,4

Umsatz

1.476,6

1.361,2

8,5

EBIT (Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern)

55,7

33,1

68,3

Ergebnis nach Steuern

21,2

8,2

158,5

Ergebnis nach Steuern Konzern (einschließ-
lich nicht fortgeführte Aktivitäten)

22,2

7,5

196,0

Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit (operativer Cashflow)

85,9

-9,8

-

Free Cashflow

40,6

-46,5

-

Investitionen

26,5

18,0

47,2

Bilanzsumme (31.12.)

1.074,8

1.040,1

3,3

Eigenkapital (mit Fremdanteilen) (31.12.)

257,1

245,7

4,6

Nettofinanzverschuldung1 (31.12.)

60,7

96,5

-37,1

Net Working Capital (31.12.)

119,9

154,7

-22,5

ROCE (Return on Capital Employed) (31.12.)

15,0

7,6

97,4

Mitarbeiter (31.12.)

5.936

5.650

5,1

Ergebnis je Aktie

1,33

0,50

166,0

Ergebnis je Aktie Konzern
(einschließlich nicht fortgeführte Aktivitäten)

1,39

0,45

208,9

  

in Mio. Euro

2007

2006

Veränderung
in %

Paint and Assembly Systems

Auftragseingang

1.436,8

1.155,6

24,3

Umsatz

1.160,4

1.083,9

7,1

EBIT (Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern)

36,6

29,4

24,5

Mitarbeiter (31.12.)

3.997

3.786

5,6

Measuring and Process Systems

Auftragseingang

344,7

304,2

13,3

Umsatz

316,2

277,3

14,0

EBIT (Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern)

19,4

4,6

321,7

Mitarbeiter (31.12.)

1.892

 1.821

3,9

 

1 Ohne Finanzierungsleasing.

Aufgrund von Rundungen können sich bei Summenbildungen und bei der Berechnung von Prozentangaben geringfügige Abweichungen ergeben.

 


 

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