Geschäftszahlen nach IFRS für das erste Quartal 2005 - Dürr mit Plus beim Auftragseingang trotz Investitionszurückhaltung in der Automobilindustrie

12.05.2005

Der Dürr-Konzern hat den Auftragseingang im ersten Quartal 2005 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4 % leicht gesteigert. Das Ergebnis vor Ertragsteuern fiel angesichts des gesunkenen Umsatzes mit -6,8 Mio. Euro schwächer aus als in den ersten drei Monaten 2004 (2,1 Mio. Euro). Erfreulich entwickelte sich das Industriegeschäft, das weiter ausgebaut werden soll. Dürr geht davon aus, dass sich die Ergebnisentwicklung im weiteren Jahresverlauf verbessern wird.

Im ersten Quartal 2005 stieg der Auftragseingang auf 375,6 Mio. Euro (Vorjahr 361,9 Mio. Euro). Maßgeblich für den Zuwachs war die positive Entwicklung im Unternehmensbereich Measuring and Process Systems, der unter anderem sein Industriegeschäft im Wachstumsmarkt Asien ausbauen konnte. Dort führten zum Beispiel der hohe Energie- und Rohstoffbedarf sowie der dynamische Ausbau der Infrastruktur zu einer starken Nachfrage für verfahrenstechnische Lösungen, zum Beispiel Kohlenwaschanlagen oder Kohlenstaubdosiersysteme für die Grundstoffindustrien.

Der konsolidierte Umsatz erreichte mit 337,6 Mio. Euro erwartungsgemäß nicht das Niveau des ersten Quartals 2004 (429,8 Mio. Euro). Allerdings lag der Vorjahreswert durch hohe Umsatzbeiträge aus einem Großauftrag überdurchschnittlich hoch. Der Umsatzrückgang im Konzern reflektiert auch die Investitionszurückhaltung in der Automobilindustrie in den vergangenen sechs Monaten.

Hinweis: Alle Angaben beziehen sich auf die seit 1. März 2005 gültige neue Konzernstruktur (fortgeführte Aktivitäten) mit den Unternehmensbereichen Paint and Assembly Systems und Measuring and Process Systems sowie dem Corporate Center (Dürr AG). Die nicht fortgeführten Aktivitäten Services und Development Test Systems sind in den Angaben nicht enthalten.

Erfreuliche Ergebnisentwicklung bei Measuring and Process Systems

Maßgeblich für den Ergebnisrückgang im ersten Quartal war neben dem verringerten Umsatz auch ein Anstieg des Zinsaufwands um 3,7 Mio. Euro auf 8,9 Mio. Euro. Dürr hat seine Kreditlinien stärker in Anspruch genommen, da die Anzahlungen von Kunden projektbedingt zurückgingen. Diese Schwankungen sind für einen Maschinen- und Anlagenbauer nicht untypisch. Entsprechend erhöhte sich die Nettofinanzverschuldung zum 31. März 2005 auf 328,9 Mio. Euro (31.12.2004: 242,8 Mio. Euro).

Erfreulich entwickelte sich die Ergebnissituation im Unternehmensbereich Measuring and Process Systems. Hier verbesserte sich das Ergebnis vor Ertragsteuern um 1,5 Mio. Euro auf -0,8 Mio. Euro. Wesentlichen Anteil an der verbesserten Performance hatten die Aktivitäten im Industriegeschäft, die Dürr weiter ausbauen wird. Das Ergebnis des Unternehmensbereichs Paint and Assembly Systems verringerte sich vor allem aufgrund eines geringeren Umsatzes auf 1,5 Mio. Euro (Vorjahr 10,8 Mio. Euro).

Umsatzkosten überproportional gesenkt

Fortschritte erreichte das Unternehmen im ersten Quartal 2005 bei den Umsatzkosten, die im Vergleich zum Umsatz überproportional gesenkt wurden. Die Bruttoergebnismarge verbesserte Dürr von 17,1 % auf 19,4 %. Das Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern, Abschreibungen und Amortisation (EBITDA) betrug 7,0 Mio. Euro nach 12,7 Mio. Euro im Vorjahr. Die Abschreibungen bewegten sich mit 5,5 Mio. Euro auf dem Vorjahresniveau (5,8 Mio. Euro). Das Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) lag bei 1,6 Mio. Euro (Vorjahr 7,0 Mio. Euro). Das Zinsergebnis belief sich auf -8,4 Mio. Euro (Vorjahr -4,9 Mio. Euro).

Für das erste Quartal 2005 stand ein Fehlbetrag von 4,2 Mio. Euro zu Buche (Vorjahr Überschuss 0,7 Mio. Euro). Das Ergebnis je Aktie nach Anteilen Dritter betrug -0,29 Euro (Vorjahr 0,03 Euro).

Kapazitätsausbau in Asien

Zum 31. März 2005 beschäftigte Dürr 7.221 Mitarbeiter. Das sind 4,8 % weniger als vor einem Jahr (7.582 Mitarbeiter). In der Wachstumsregion Asien sind mittlerweile 624 Mitarbeiter für Dürr tätig (+ 23 %).

F&E-Quote und Investitionen gesteigert

Im ersten Quartal 2005 steigerte Dürr die unmittelbaren Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (F&E) auf 1,8 % vom Umsatz (Vorjahr 1,6 %). Zusätzliche Entwicklungsaufwendungen im Rahmen von Kundenaufträgen eingerechnet betrug die F&E-Quote rund 6 %. Zu den wichtigsten F&E-Projekten zählten Energiesparkonzepte für den Lackierprozess, die Weiterentwicklung der Lackierrobotertechnik und leistungsstärkere Kohlenstaubdosiersysteme. Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte erhöhte Dürr im ersten Quartal 2005 auf 4,5 Mio. Euro (Vorjahr 3,0 Mio. Euro).

Ausblick

Dürr geht derzeit davon aus, dass sich die schwierigen Marktverhältnisse in der Automobilindustrie bei einem anhaltend schlechten Konsumklima in 2005 nicht substanziell ändern werden. Das Unternehmen plant, dass sich das Ergebnis im weiteren Jahresverlauf spürbar besser entwickelt als in den ersten drei Monaten. Große Bedeutung haben dabei der Ausbau der Aktivitäten im Industriegeschäft und erste Kosteneinsparungen aus der Umsetzung der schlankeren Konzernstruktur. Ziel ist es, parallel dazu die Margenqualität des Umsatzes durch konsequente Auftragsselektion zu verbessern. Dürr geht davon aus, dass der Konzernumsatz im Geschäftsjahr 2005 unter dem Vorjahreswert liegen wird.

Wichtig für den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres bei Paint and Assembly Systems ist der erwartete Auftragseingang der nächsten Monate. Mit einigen Kunden steht Dürr in fortgeschrittenen Verhandlungen. Bei Measuring and Process Systems wird davon ausgegangen, dass das Ergebnis nach dem traditionell eher schwächeren ersten Quartal weiter gesteigert werden kann. Dies wird unterstützt durch einen soliden Auftragseingang, der 28 % über Vorjahr liegt. Vor diesem Hintergrund plant Dürr, dass das Ergebnis vor Ertragsteuern im Gesamtjahr 2005 über dem Vorjahresniveau liegt.

Der Dürr-Konzern ist ein weltweit führender Anbieter von Produktionssystemen sowie von Modulen und Komponenten auf dem Gebiet der Mess- und Prozesstechnik. Das Unternehmen konzentriert sich vor allem auf die Automobil- und Luftfahrtindustrie sowie die Minen- und Grundstoffindustrien.

Dürr Konzern (neue Struktur: fortgeführte Aktivitäten) Q1/2005 Q1/2004 Veränderungen

Auftragseingang

Euro Mio

375,6

361,9

3,8%

Auftragsbestand zum 31. März

Euro Mio

989,2

1.221,0

-19,0%

Umsatz

Euro Mio

337,6

429,8

-21,5%

Ergebnis vor Ertragsteuern

Euro Mio

-6,8

2,1

-423,8%

Fehlbetrag / Überschuss

Euro Mio

-4,2

0,7

-700,0%

Ergebnis je Aktie nach Anteilen Dritter

Euro

-0,29

0,03

-1.006,7%

Investiionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte

Euro Mio

4,5

3,0

50%

Mitarbeiter (zum 31.03.)

 

7.221

7.582

-4,8%

 

Unternehmensbereiche (fortgeführte Aktivitäten) Q1/2005 Q1/2004 Veränderung

Paint and Assembly Systems

 

 

 

 

Umsatz

Euro Mio

230,3

328,1

-29,8%

EBT

Euro Mio

1,5

10,8

-86,1%

Mitarbeiter zum 31.3

 

4.191

4.333

-3,3%

Measuring and Process System (ohne DTS)

 

 

 

 

Umsatz

Euro Mio

107,3

101,7

5,5%

EBT

Euro Mio

-0,8

-2,3

65,2%

Mitarbeiter zum 31.3.

 

2.977

3.191

-6,7%

 

Das Corporate Center (Dürr AG) beschäftigte zum 31. März 2005 53 Mitarbeiter (2004: 58); das EBT des Corporate Center betrug -7,5 Mio. Euro (2004: -6,4 Mio. Euro).


 

Dürr AG
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