Dürr-Auftragseingang mit deutlicher Erholung im ersten Quartal 2010
28.04.2010
- Höchster Auftragsbestand seit Q3 2008
- Anziehende Nachfrage im Service und im Maschinenbaugeschäft
- Starker Cashflow
- Anziehen von Umsatz und Ertrag im Jahresverlauf erwartet
Bietigheim-Bissingen, 28. April 2010 – Dürr hat im ersten Quartal 2010 weiter von der starken Nachfrage aus den Wachstumsmärkten der Autoindustrie profitiert und den Auftragseingang gegenüber dem Vorjahresquartal um 74% gesteigert. Das Bestellvolumen von 362,2 Mio. € entfiel zu 61% auf China und andere Emerging Markets. Ralf Dieter, Vorstandsvorsitzender der Dürr AG: „Wir sind mit der Orderentwicklung zufrieden, immerhin lag der Auftragseingang im ersten Quartal 22% über dem Durchschnitt von 2009. Auch die Preisqualität verbessert sich langsam wieder.“ Der Auftragsbestand erreichte Ende März mit einem Zuwachs von 40% gegenüber dem Vorjahresstichtag den höchsten Stand seit September 2008. Der Umsatz sank zwar um 25,6% auf 230,3 Mio. €, allerdings erwartet Dürr im Gesamtjahr ein Plus von mindestens 7%. Der Rückgang im ersten Quartal resultierte im Wesentlichen aus dem geringen Auftragseingang in der Vorjahresperiode. Vor diesem Hintergrund verringerte sich das EBIT auf -6,1 Mio. €. Dagegen erhöhte sich der operative Cashflow im Vergleich zum ersten Quartal 2009 um knapp 50 Mio. € auf
16,4 Mio. €. Wie schon am Jahresende 2009 überstiegen die Barmittel die
Finanzschulden, sodass ein positiver Nettofinanzstatus von 11,9 Mio. € zu Buche stand.
Das erste Quartal 2010 brachte eine Trendwende in zwei wichtigen Bereichen: Das Service-Geschäft, das rund ein Viertel zum Konzernumsatz beisteuert, stabilisierte sich im Vergleich zum Vorjahr und zeigte im März erstmals wieder leichte Zuwächse. Das Maschinenbaugeschäft, in dem Dürr zum Beispiel Reinigungs-, Auswucht- und Befülltechnik liefert, legte mit einem Auftragsplus von 56% gegenüber dem ersten Quartal 2009 deutlich zu. „Die anziehende Nachfrage in diesem Bereich ist ein gutes Indiz dafür, dass wir den Tiefpunkt hinter uns gelassen haben“, so Konzernchef Dieter.
Dürr setzte seinen Kostensenkungskurs und die Optimierung der Geschäftsprozesse im ersten Quartal fort. Dadurch konnten die Folgen des Umsatzrückgangs teilweise kompensiert werden. Die Materialkosten sanken um 20,5%, die Personalkosten um 6,4% und die Vertriebs- und Verwaltungskosten um 10,7%. Ausgenommen von den Kostensenkungen war der Bereich Forschung & Entwicklung, dessen Ausgaben um 3% zunahmen. Auch die Investitionen erhöhte Dürr um 13%; darin enthalten ist der Kauf des Klebetechnikspezialisten Kleinmichel im Januar.
Die Eigenkapitalquote stieg gegenüber dem Jahresende 2009 geringfügig an und lag mit 31,4% auf einem soliden Niveau (31.12.2009: 31,1%). Auch die flüssigen Mittel erhöhten sich auf 117,6 Mio. € (31.12.2009: 103,9 Mio. €). Der Kreditrahmen von 180 Mio. €, der Dürr zur Verfügung steht, war zum Stichtag komplett ungenutzt.
Mit 5.721 Mitarbeitern blieb die Personalstärke des Konzerns im Vergleich zum Jahresende 2009 (5.712 Mitarbeiter) stabil. Neueinstellungen gab es vorwiegend in China, wo die Stammbelegschaft seit Ende 2009 um 27 Personen auf 570 Mitarbeiter zunahm. Die anziehende Nachfrage aus den Emerging Markets sorgt auch in Deutschland für Beschäftigung. Daher hat Dürr die Kurzarbeit weitgehend beendet.
Ausblick
Dürr geht unverändert von einer positiven Geschäftsentwicklung im weiteren Jahresverlauf aus. Umsatz und Ertrag dürften im ersten Quartal ihr Tief erreicht haben und in den Folgequartalen steigen. Dafür sprechen neben dem hohen Auftragsbestand auch die anstehenden Neuprojekte im Anlagenbaugeschäft. Zudem geht Dürr davon aus, dass die Nachfragebelebung im Maschinenbaugeschäft anhält und dass sich das Service-Geschäft aufgrund des aufgestauten Nachholbedarfs bei den Kunden weiter verbessert. Neben einem Anstieg des Auftragseingangs rechnet Dürr für 2010 mit einer Umsatzausweitung von mindestens 7%. Das EBIT soll sich deutlich verbessern; das Ergebnis nach Steuern wird voraussichtlich leicht positiv ausfallen.
Gespräche zur langfristigen Refinanzierung bereits aufgenommen
Angesichts der voranschreitenden Entschuldung arbeitet Dürr an einer frühzeitigen Anschlussfinanzierung für seinen syndizierten Kredit (180 Mio. €) und die Unternehmensanleihe (100 Mio. €). Beide haben eine Laufzeit bis Sommer 2011. Finanzvorstand Ralph Heuwing: „Wir wollen das günstige Kapitalmarktumfeld für eine langfristige Refinanzierung zu verbesserten Konditionen nutzen.“
Dürr ist ein Maschinen- und Anlagenbaukonzern, der in seinen Tätigkeitsfeldern führende Positionen im Weltmarkt einnimmt. Gut 80% des Umsatzes werden im Geschäft mit der Automobilindustrie erzielt. Darüber hinaus beliefert Dürr die Flugzeugindustrie, den Maschinenbau sowie die Chemie- und Pharmaindustrie mit innovativer Produktions- und Umwelttechnik. Die Dürr-Gruppe agiert mit zwei Unternehmensbereichen am Markt: Paint and Assembly Systems bietet Produktions- und Lackiertechnik, vor allem für Automobilkarosserien. Maschinen und Systeme von Measuring and Process Systems kommen unter anderem im Motoren- und Getriebebau und in der Fahrzeugendmontage zum Einsatz. Weltweit verfügt Dürr über 47 Standorte in 21 Ländern. Im Geschäftsjahr 2009 erzielte der Konzern mit rund 5.700 Mitarbeitern einen Umsatz von 1,1 Mrd. €.
KENNZAHLEN (IFRS)
Alle Angaben beziehen sich auf die fortgeführten Aktivitäten des Dürr-Konzerns.
Angaben in Mio. € | Q1 2010 | Q1 | Veränderung |
Dürr-Konzern | |||
Auftragseingang | 362,2 | 208,4 | 73,8 |
Auftragsbestand (31. März) | 1.146,5 | 817,8 | 40,2 |
Umsatz | 230,3 | 309,5 | -25,6 |
|
| ||
Bruttoergebnis | 42,6 | 60,9 | -30,2 |
EBIT (Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern) | -6,1 | 4,8 | - |
Ergebnis nach Steuern | -10,4 | 0,5 | - |
| |||
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit (operativer Cashflow) |
|
|
|
Free Cashflow | 8,3 | -42,3 | - |
Investitionen | 4,6 | 4,1 | 13,4 |
Bilanzsumme (31. März) | 948,7 | 1.073,5 | -11,6 |
Eigenkapital (mit Fremdanteilen) (31. März) | 298,3 | 345,9 | -13,7 |
Eigenkapitalquote (31. März) (in %) | 31,4 | 32,2 | - |
Nettofinanzstatus (31. März) | 11,9 | -73,0 | - |
Net Working Capital (31. März) | 31,6 | 187,5 | -83,1 |
Mitarbeiter (31. März) | 5.721 | 5.991 | -4,5 |
Ergebnis je Aktie (in €) | -0,60 | 0,01 | - |
|
|
| |
Unternehmensbereich |
|
| |
Auftragseingang | 261,6 | 144,0 | 81,7 |
Umsatz | 167,1 | 223,3 | -25,2 |
EBIT (Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern) | -2,1 | 8,1 | - |
Mitarbeiter (31. März) | 3.295 | 3.492 | -5,6 |
Unternehmensbereich | |||
Auftragseingang | 100,6 | 64,4 | 56,3 |
Umsatz | 63,2 | 86,2 | -26,7 |
EBIT (Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern) | -4,1 | -2,2 | - |
Mitarbeiter (31. März) | 2.380 | 2.451 | -2,9 |
Aufgrund von Rundungen können sich bei Summenbildungen und bei der Berechnung von Prozentangaben geringfügige Abweichungen ergeben.
|
Dürr AG corpcom(at)durr.com |
