Dürr erwirbt Klebetechnik-Spezialisten

26.01.2010

Bietigheim-Bissingen, 26. Januar 2010 - Der Dürr-Konzern hat zum
25. Januar 2010 den Geschäftsbetrieb der Firma Kleinmichel, Bernried, übernommen. Das Unternehmen ist auf Klebetechnik für den Automobilbau und die allgemeine Industrie spezialisiert. Durch die Akquisition ergänzt Dürr sein vorhandenes Produkt- und Leistungsportfolio in der Klebetechnik und beschleunigt den Ausbau dieses zukunftsträchtigen Geschäftsfelds.

In der Fahrzeugmontage ist Kleinmichel auf das Kleben von Scheiben,
Dächern, Cockpits und Reserveradmulden fokussiert. Kernprodukte sind
Dosierer und Applikatoren für Klebstoffe, PVC und ähnliche Materialien. Zum Kundenkreis des 1984 gegründeten und technologisch führenden Unternehmens zählen alle deutschen Automobilhersteller.

Durch die Übernahme von Kleinmichel ist Dürr in der Lage, Lösungen für alle Klebeprozesse in der Fahrzeugproduktion anzubieten. Auf dieser Basis will sich Dürr in diesem Bereich zu einem der führenden Anbieter entwickeln. Dabei setzt der Konzern auf sein dichtes internationales Vertriebs- und Service-Netzwerk und strebt eine deutliche Expansion des Geschäfts an. Die Aktivitäten in der Klebetechnik sind Teil des Geschäftsbereichs Application Technology, in dem das Lackier- und Sealing-Robotergeschäft angesiedelt ist.

Auch außerhalb der Automobilindustrie sieht Dürr interessante Einsatzmöglichkeiten für das automatisierte Kleben. Das Verfahren ist zum Beispiel in der Solartechnik und der Produktion von Elektrokomponenten auf dem Vormarsch.

Dr. Hans Schumacher, Geschäftsführer der Dürr Systems GmbH: "Die Übernahme beschleunigt den Ausbau unseres Klebetechnikgeschäfts. Klein-michel verfügt über viel Prozess-Know-how und ausgereifte Produkte. Dadurch sparen wir Entwicklungszeit und -kosten."

Ralf Dieter, Vorsitzender des Vorstands der Dürr AG: "Die Akquisition ist Teil der Strategie, unsere Technologieposition in ausgewählten Geschäftsfeldern durch kleinere Arrondierungsakquisitionen zu stärken." Im vergangen Jahr hatte Dürr bereits das schweizerische Reinigungstechnikunternehmen UCM sowie den französischen Auswuchtspezialisten Datatechnic übernommen.

Das automatisierte Kleben reduziert die Taktzeiten und Stückkosten in der Prozesskette und trägt zur Qualitätssicherung bei. Zudem können Klebetechnikprozesse die steigenden Anforderungen, beispielsweise in der Automobiltechnik, an Sicherheit, Steifigkeit und Komfort häufig besser erfüllen als herkömmliche Techniken.

Die Klaus Kleinmichel GmbH beschäftigt im oberbayerischen Bernried rund 30 Mitarbeiter und erzielte in den vergangenen Jahren einen durchschnittlichen Umsatz von 7 Mio. €. Aufgrund von Finanzierungsproblemen musste das Unternehmen Insolvenz anmelden. Dürr hat aus der Insolvenzmasse den Geschäftsbetrieb, sämtliche Vermögenswerte und alle Mitarbeiter der Firma Kleinmichel übernommen. Der Standort Bernried bleibt erhalten und wird in den Dürr-Verbund integriert.

Dürr wird voraussichtlich Ende Februar vorläufige Zahlen für das Geschäftsjahr 2009 veröffentlichen. Der komplette Jahresabschluss 2009 wird am
17. März 2010 auf der Bilanzpressekonferenz in Stuttgart vorgestellt.

Dürr ist ein Maschinen- und Anlagenbaukonzern, der in seinen Tätigkeitsfeldern führende Positionen im Weltmarkt einnimmt. Rund 85% des Umsatzes werden im Geschäft mit der Automobilindustrie erzielt. Darüber hinaus beliefert Dürr die Flugzeugindustrie, den Maschinenbau sowie die Chemie- und Pharmaindustrie mit innovativer Produktions- und Umwelttechnik. Die Dürr-Gruppe agiert mit zwei Unternehmensbereichen am Markt: Paint and Assembly Systems bietet Produktions- und Lackiertechnik, vor allem für Automobilkarosserien. Maschinen und Systeme von Measuring and Process Systems kommen unter anderem im Motoren- und Getriebebau und in der Fahrzeugendmontage zum Einsatz. Weltweit verfügt Dürr über 44 Standorte in 20 Ländern. Im Geschäftsjahr 2008 erzielte der Konzern mit rund 6.100 Mitarbeitern einen Umsatz von 1,6 Mrd. €.


 

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