Dürr setzt Expansionskurs auch 1999 fort
26.01.2000
- EBITDA deutlich gestiegen
- Höchstwerte bei Umsatz und Auftragseingang
- Ausbau der Technologieposition mit High-Tech-Innovationen:Ecopaint Roboter/Leitsystem EMOS/ Reinigungssysteme für Präzisionsfertigung
Nach dem Abschluss des Geschäftsjahres gibt die Dürr AG vorläufige Kennzahlen für 1999 bekannt. Das gesamte Zahlenwerk inklusive der Vergleichswerte für das Vorjahr wurde erstmals nach US-GAAP erstellt.
Das Geschäftsjahr 1999 war ein außergewöhnliches Jahr, in dem sich der Technologiekonzern Dürr in eine neue Dimension entwickelt hat. Bei Umsatz und EBITDA (Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen) konnte Dürr die guten Vorjahreswerte übertreffen. Auch der Auftragseingang erreichte einen neuen Spitzenwert. Mit dieser erfreulichen Entwicklung hat Dürr seine Stellung als weltweiter Technologie- und Marktführer für Systeme der Automobil-Großserienlackierung sowie für Systeme der industriellen Reinigungstechnik weiter ausgebaut.
Außerdem hat Dürr 1999 entscheidende strategische Weichen für die positive Entwicklung in der Zukunft gestellt: Wesentliche Schritte waren dabei die maßgebliche Beteiligung am bedeutendsten französischen Wettbewerber Alstom Automation S.A., der Einstieg in den Wachstumsmarkt produktionsbegleitender Dienstleistungen sowie der Ausbau des Systemangebots für weitere Wertschöpfungsschritte der Automobilfertigung, insbesondere über den beabsichtigten Erwerb der Carl Schenck AG.
Neue Höchstmarken bei Umsatz und Auftragseingang
Der Umsatz des Dürr Konzerns stieg 1999 um gut 15 % auf EUR 1.179 Mio. (Vj. EUR 1.014 Mio.). Beim Auftragseingang wurde mit EUR 1.121 Mio. der Vorjahreswert (EUR 1.087 Mio.) um 3 % überschritten. Der Auftragsbestand lag zum Jahresende mit EUR 790 Mio. knapp unter dem Vorjahresstand (EUR 799 Mio.) und sichert weitgehend die Auslastung für das Jahr 2000. Die erworbene Premier Manufacturing Support Services Inc. wurde ab April 1999 konsolidiert. Die Beteiligungen der Alstom Automation S.A. und der Carl Schenck AG werden im Rechenwerk erst ab dem Jahr 2000 wirksam.
EBIT und EBITDA deutlich über Vorjahr
EBIT (Ergebnis vor Steuern und Zinsen) und EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) liegen deutlich über den jeweiligen Vorjahreswerten. Aufgrund von Abschreibungen auf den Firmenwert erworbener Unternehmen liegt das Ergebnis vor Steuern auf dem Niveau des Vorjahres.
Mitarbeiterzahl akquisitionsbedingt zugenommen
Der Dürr Konzern beschäftigte zum Jahresende 1999 7.227 Mitarbeiter. Davon entfallen 3.259 Mitarbeiter auf die im personalintensiven Dienstleistungsgeschäft tätige, neu hinzu gekommene Premier Gruppe.
Hohe Finanz- und Sachinvestitionen
Der Dürr Konzern investierte im vergangenen Jahr EUR 74,1 Mio. in Finanzanlagen (Vj. EUR 48,1 Mio.). Im wesentlichen handelt es sich dabei um die Übernahme der Dienstleistungsgesellschaft Premier. In das Anlagevermögen investierte Dürr 1999 rund EUR 20,9 Mio. (Vj. EUR 29,2 Mio.). Schwerpunkte waren ein Technologiezentrum in den USA, die Erweiterung von Fertigungskapazitäten sowie Investitionen in die Informationstechnologie.
Unternehmensbereich Lackiersysteme (Dürr Systems Gruppe)
Der Unternehmensbereich Lackiersysteme erzielte 1999 einen Umsatz von EUR 930 Mio. (Vj. EUR 871 Mio.).
Vor dem Hintergrund einer regen Investitionstätigkeit in Europa und den USA verzeichnete die Dürr Systems Gruppe mit ihren Geschäftsbereichen Lackiertechnik, Applikationstechnik, Fördertechnik und Umwelttechnik wieder zahlreiche Systemaufträge. Entscheidend zum Markterfolg beigetragen haben innovative Technologien wie zum Beispiel der Dürr Ecopaint Lackierroboter und durchgängige EMOS Softwarelösungen in der Steuerungs,- Automatisierungs- und Leittechnik. Die wichtigsten Investitionsmotive der Automobilindustrie und ihrer Zulieferer waren Produktivitäts- und Qualitätsverbesserungen, die Verbreiterung der Modellpaletten sowie Kapazitätserweiterungen, vor allem an kostengünstigen Standorten. Zusätzliche Marktchancen bei Lackiersystemen hat Dürr mit der Übernahme des führenden französischen Lieferanten kompletter Lackierereien für die Automobilindustrie und ihre Zulieferer, der Alstom Automation S.A., gewonnen. Alstom Automation verfügt auch über Kompetenzen für die Endmontage von Fahrzeugen, die das vorhandene Dürr Produktprogramm auf diesem Gebiet gut ergänzen. Um zukünftig schlüsselfertige Systemlösungen im Marktsegment der Fahrzeugendmontage zu liefern, will Dürr die Carl Schenck AG, Darmstadt, einen weltweit führenden Anbieter von Automatisierungs-, Diagnose- und Prüfsystemen, übernehmen. Dürr erwartet, daß die abgeschlossenen Verträge Ende des ersten Quartals 2000 wirksam werden.
Unternehmensbereich Industrielle Reinigungstechnik (Dürr Ecoclean Gruppe)
Mit einem Rekordumsatz von EUR 178 Mio. (Vj. EUR 143 Mio.) hat der Unternehmensbereich Industrielle Reinigungstechnik seine am Weltmarkt führenden Positionen ausgebaut. Das Wachstum wurde getragen von einer erfolgreichen Vertriebs- und Produktoffensive besonders effizienter Reinigungstechnologien. Durch den Ausbau ihrer Generalunternehmer-Fähigkeit sowie die Übernahme des amerikanischen Filtrationsspezialisten HR Black hat sich die Dürr Ecoclean Gruppe als Anbieter kompletter Fertigungssysteme für den Antriebsstrang (Motoren, Getriebe, Achsen) weiter etabliert. Im chancenreichen Systemgeschäft bilden Technologien der Carl Schenk AG zukünftig eine ideale Ergänzung des Dürr Ecoclean Portfolios.
Unternehmensbereich Produktionsunterstützende Dienstleistungen
(Premier Gruppe) In den acht Monaten ihrer Zugehörigkeit zum Dürr Konzern erwirtschaftete die Premier Manufacturing Support Services Inc., Cincinnati, USA, einen Umsatz von EUR 71 Mio. Der bereits in elf Ländern tätige Spezialist für produktionsunterstützende Dienstleistungen rund um die Automobilfertigung ist international führend in diesem Marktsegment.
Als erster Wettbewerber bietet Dürr mit Premier neben der Planung und Realisierung von Lackiersystemen ein abgestimmtes Systemangebot zugehöriger Dienstleistungen für den laufenden Betrieb. Zukünftig wird Premier auf die Angebotspalette aller Dürr Unternehmensbereiche zugeschnittene Dienstleistungspakete vermarkten. Wegen des zunehmenden Outsourcings in der Automobilindustrie ist der Markt für produktionsbegleitende Dienstleistungen weltweit durch erhebliche Wachstumsraten gekennzeichnet.
Neue Managementstruktur nutzt Synergiepotenziale
Seit Jahresbeginn 2000 gliedert sich die Dürr AG als strategische Managementholding in die fünf Unternehmensbereiche Paint (Lackiersysteme), Environmental (Umwelttechnik), Powertrain (Antriebsstrang), Automotion (Montage- und Fördertechnik) sowie Services (Dienstleistungen). Die neue Managementstruktur, die sich an der zunehmend globalen Ausrichtung der Automobilhersteller orientiert, ermöglicht zusätzliche Synergien in Einkauf, Vertrieb, Forschung und Entwicklung sowie den Verwaltungsfunktionen.
Ausblick
Für das Jahr 2000 rechnet Dürr mit einer weiteren Belebung der Weltwirtschaft. Während sich die Automobilkonjunktur in den Industriestaaten voraussichtlich auf hohem Niveau behaupten wird, erwartet das Unternehmen in Lateinamerika sowie Südostasien weitere Stabilisierungs- bzw. Belebungstendenzen.
Die Dürr Systemstrategie, technologische Spitzenleistungen sowie globale Präsenz bilden die Basis einer umfassenden Lösungskompetenz für die Automobilfertigung. Damit nutzt Dürr die anhaltenden Strukturveränderungen in der Automobilindustrie. Seine Wettbewerbsfähigkeit unterstützt Dürr mit einem umfassenden Programm für die Optimierung von Prozessen und Strukturen. Dazu gehören beispielsweise die verstärkte Nutzung von E-Commerce für den globalen Vertrieb und Einkauf, die konzernweite Harmonisierung von IT-Strukturen sowie ein auf die wertorientierte Unternehmensführung abzielendes Kennzahlen-System.
Angesichts einer guten Projektlage in allen wesentlichen Unternehmensbereichen und einschließlich der neuen Aktivitäten sieht der Technologiekonzern Dürr für das Geschäftsjahr 2000 gute Perspektiven für zweistelliges Wachstum. In den kommenden Jahren werden deutliche Zuwächse bei Umsatz und Ertrag erwartet. 1997 hatte Dürr die Verdoppelung des Umsatzes auf rund EUR 2 Mrd. innerhalb von fünf Jahren angekündigt; dies wird Dürr voraussichtlich schon 2001 erreichen.
Finanzkalender im Geschäftsjahr 2000
- 17. April 2000 Bilanzpressekonferenz, Stuttgart
- 18. April 2000 DVFA-Analystenkonferenz, Frankfurt
- 31. Mai 2000 Hauptversammlung, Stuttgart
- 10. August 2000 Zwischenbericht über das erste Halbjahr
- 25. Oktober 2000 Veröffentlichung der Neun-Monatszahlen
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