Technologiekonzern Dürr wächst weiter

10.08.2000

  • EBITDA nahezu verdoppelt
  • Starkes Wachstum bei Umsatz und Auftragseingang
  • Führender Anbieter von integrierten Produktionssystemen und Dienstleistungen

Mit deutlichen Steigerungen bei Umsatz und Ergebnis hat der Technologiekonzern Dürr seinen ertragsorientierten Wachstumskurs im ersten Halbjahr 2000 fortgesetzt. Einen wichtigen Beitrag leistete die seit 1. April konsolidierte Carl Schenck AG, mit der sich Dürr als Systemspezialist neue Märkte vor allem in der Automobilindustrie, aber auch in weiteren Branchen erschließt.

In den nach US GAAP ermittelten Halbjahresabschluss des Dürr-Konzerns wurden statistisch ermittelte Werte der Carl Schenck AG für das 2. Quartal einbezogen. In den Werten der Dürr-Geschäftsbereiche sind die Aktivitäten der entsprechenden Schenck-Unternehmensbereiche noch nicht berücksichtigt. Die Gesellschaften der erworbenen Alstom Automation (mittlerweile Dürr-AIS) wurden at equity einbezogen.

Das im ersten Halbjahr erzielte Ergebnis vor Steuern (EBT) in Höhe von EUR 12,5 Mio. übersteigt den Vorjahreswert von EUR 11,1 Mio. um 12,6 %. Wesentlich beeinflusst wurde das EBT von Abschreibungen auf den Firmenwert erworbener Unternehmen. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsaufwand und Abschreibungen (EBITDA) betrug EUR 34,2 Mio. und weist damit ein Plus von 88 % gegenüber der Vorjahresperiode (EUR 18,2 Mio.) auf. Der Umsatz des Dürr-Konzerns lag im ersten Halbjahr mit EUR 684 Mio. um 68 % über dem Wert des Vorjahres von EUR 408 Mio. Neben Steigerungen im Dürr-Stammgeschäft (+26 %) trugen insbesondere die akquirierten Unternehmen zum starken Umsatzwachstum bei. Beim Auftragseingang erzielte Dürr mit EUR 912 Mio. ein Plus von 63 % gegenüber dem Vorjahr (EUR 560 Mio.). Der um 18 % gestiegene Auftragsbestand von EUR 1.275 Mio. (Vj. EUR 1.085 Mio.) sichert eine Auslastung bis weit in das nächste Geschäftsjahr hinein. Die Zahl der Beschäftigten stieg gegenüber dem Jahresende 1999 (7.255) auf 11.052 Mitarbeiter per 30.6.2000. Davon entfallen 3.938 Personen auf Carl Schenck.

Ein Hauptgrund für die positive Entwicklung des Dürr-Konzerns im ersten Halbjahr 2000 ist das insgesamt günstige Investitionsklima in der Automobilindustrie. Hier profitierte Dürr insbesondere von Modernisierungs- und Rationalisierungsaufträgen. Bei Aktivitäten außerhalb der Automobilindustrie wirkte sich der Konjunkturaufschwung in wichtigen Märkten wie der Elektronik- und der Chemieindustrie positiv aus.

Geschäftsbereich Paint Systems: Erfolg auch außerhalb der Automobilindustrie

Der Geschäftsbereich Paint Systems erwirtschaftete im ersten Halbjahr einen Umsatz in Höhe von EUR 357 Mio. sowie ein EBITDA von EUR 18,5 Mio. Der Auftragseingang lag bei EUR 436 Mio. In der Karossenlackierung konnte das Auftragsvolumen bei Modifikationen beziehungsweise Modernisierungen vorhandener Systeme deutlich gesteigert werden. Zuwächse erzielte der größte Dürr-Geschäftsbereich auch außerhalb der Automobilindustrie mit Systemen für die Kunststofflackierung.

Geschäftsbereich Automotion: Gute Aussichten im Systemgeschäft

Der Umsatz des Geschäftsbereichs Automotion lag in den ersten sechs Monaten 2000 bei EUR 33 Mio. Das EBITDA betrug EUR 2,2 Mio., der Auftragseingang EUR 120 Mio. Die sehr gute Nachfragesituation bei den Automobilherstellern insbesondere in der Fahrzeugendmontage resultiert vor allem aus der Notwendigkeit, sich mit effizienteren Systemen weitere Rationalisierungspotenziale zu erschließen. Beispiel hierfür ist ein Großauftrag für Dürr Automotion und den Schenck-Unternehmensbereich Prüf- und Automatisierungstechnik über eine komplette Endmontagelinie im Wert von EUR 75 Mio. am Opel-Standort Rüsselsheim.

Geschäftsbereich Environmental: Lebhafte Projekttätigkeit

Der Geschäftsbereich Environmental erzielte bei einem Umsatz von EUR 33 Mio. ein EBITDA von EUR -2,0 Mio. und verbuchte einen Auftragseingang von EUR 33 Mio. Der Umwelttechnik-Spezialist im Dürr-Konzern profitiert von einer guten Projektsituation in seinen Märkten. Insbesondere in Europa hat die Nachfrage gegenüber dem Vorjahr angezogen. In den USA besteht ein anhaltend hohes Nachfrageniveau. Weiterhin ergebnisbelastend wirkten sich Vorleistungen im Rahmen eines Großprojekts aus, mit denen Dürr eine zukunftsweisende Technologieplattform für die Verbrennung von Schadstoffen in Abwasser entwickelt hat.

Geschäftsbereich Ecoclean: Auf dem Weg zum Systemanbieter

Der Umsatz des Geschäftsbereichs Ecoclean betrug EUR 71 Mio., das EBITDA EUR 6,3 Mio. und der Auftragseingang EUR 114 Mio. Gemeinsam mit dem SchenckUnternehmensbereich Auswucht- und Diagnosetechnik baute Dürr Ecoclean seine Systemkompetenz für die Motoren- und Getriebefertigung weiter aus. Die Produktlinien Industrielle Reinigungstechnik und Filtrationstechnik profitierten von einer guten Projektlage und einer starken Nachfrage.

Geschäftsbereich Services: Stabiles Wachstum

Der Geschäftsbereich Services erwirtschaftete einen Umsatz von EUR 55 Mio. bei einem EBITDA von EUR 3,8 Mio. Der Auftragseingang lag bei EUR 60 Mio. Die Märkte für produktionsunterstützende Dienstleistungen in der Automobilindustrie zeichnen sind weiterhin durch stabiles Wachstum aus. Der Geschäftsbereich hat sein Angebot um technische Aus- und Weiterbildungsdienstleistungen erweitert.

Carl Schenck AG auf Wachstumskurs

Der Carl Schenck-Konzern erwirtschaftete in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres einen Umsatz von EUR 238 Mio. Dies entspricht einem Plus von 29 % gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der Auftragseingang erreichte EUR 292 Mio. (+30 %). Das EBITDA betrug EUR 6,1 Mio. Schenck rechnet für das Gesamtjahr mit einem Umsatz von über EUR 500 Mio. Beim Ergebnis erwartet Schenck im zweiten Halbjahr abrechnungsbedingt überproportionale Zuwächse gegenüber dem ersten Halbjahr und geht für das Gesamtjahr von einem operativen Ergebnis in Höhe des Vorjahres aus.

Weitere Zuwächse erwartet

Durch die Ausweitung seiner System- und Servicekompetenz sieht Dürr gemeinsam mit Carl Schenck hervorragende Wachstumsperspektiven im Geschäft mit der Automobilindustrie. Für alle abgedeckten Wertschöpfungsschritte erwartet Dürr ein anhaltend hohes Nachfrageniveau. Dürr geht davon aus, dass die positiven konjunkturellen Rahmenbedingungen den Wachstumskurs weiter unterstützen werden. Insbesondere in Asien, Südamerika und verschiedenen Staaten Osteuropas wird eine Belebung der Projekttätigkeit erwartet.

"Mit weiteren Investitionen in neue Technologien werden wir unseren Wandel vom hardwareorientierten Anlagenbauer zum softwarebasierten Technologiekonzern fortsetzen. Für das Geschäftsjahr 2000 erwarten wir einen Konzernumsatz von über EUR 1,7 Mrd. sowie ein prozentuales Ergebniswachstum im zweistelligen Bereich", so Dürr-Vorstandschef Hans Dieter Pötsch.


 

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