Geschäftsverlauf in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2001 - Dürr gut behauptet in schwierigem Umfeld
24.10.2001
- Umsatz + 22 %; EBITDA + 49 %
- Lebhafter Auftragseingang im dritten Quartal
- Prozentual zweistelliges Wachstum von Umsatz und Ertrag für Gesamtjahr erwartet
- Unsicherheiten durch politische Ereignisse erheblich gestiegen
In einem schwierigen Umfeld hat der Technologiekonzern Dürr in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2001 seinen Umsatz um rund 22 % und das EBITDA um 49 % gegenüber den Vorjahreswerten gesteigert. Bedingt durch Konjunkturschwächen in Schlüsselmärkten, vor allem in den USA, lag der Auftragseingang um knapp 7 % unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Auch nach dem Berichtszeitraum waren weitere Großaufträge zu verzeichnen, unter anderem - wie zuletzt berichtet - aus China.
Aus heutiger Sicht erwartet Dürr für das Gesamtjahr prozentual zweistellige Zuwachsraten bei Umsatz und Ertrag bei einer überproportionalen Ertragsentwicklung. Prognosen sind aufgrund der wirtschaftlichen Folgen der Terroran-schläge vom 11. September allerdings mit erheblichen Unsicherheiten behaftet. Im Falle einer unerwartet starken Abschwächung der Welt- und Automobilkonjunktur sind Auswirkungen auch auf das laufende Geschäftsjahr nicht auszuschließen.
Mit seiner breiten strategischen Aufstellung als Anbieter von Produktionssystemen und produktionsbegleitenden Dienstleistungen für wesentliche Wertschöpfungsschritte der Automobilproduktion sieht Dürr gute Chancen, auch unter erschwerten Bedingungen seinen ertragsorientierten Wachtumskurs erfolgreich fortsetzen zu können.
Umsatz und EBITDA zweistellig gestiegen
Mit einem Volumen von EUR 1.445 Mio. verbesserte sich der Umsatz des Dürr-Konzerns in den ersten neun Monaten 2001 gegenüber dem Vergleichswert des Vorjahres (EUR 1.183 Mio.) rund 22 %. Das Ergebnis vor Steuern, Zins-aufwand, Abschreibungen und Firmenwertamortisation (EBITDA) hat Dürr überproportional um 49 % auf EUR 89,2 Mio. gesteigert (Vj. 59,8 Mio.). Das Ergebnis vor Steuern (EBT) liegt nach drei Quartalen mit EUR 20,1 Mio. um 2,6 % über dem Vorjahreswert (EUR 19,6 Mio.). Es ist beeinflusst durch Abschreibungen auf den Firmenwert erworbener Unternehmen sowie durch Finanzierungs- und Integrationskosten.
Der Auftragseingang lag aufgrund der Konjunkturschwächen in den USA, Süd-amerika und Teilen Asiens mit EUR 1.417 Mio. um 6,8 % unter Vorjahr (Vj. EUR 1.519 Mio.). Der Auftragsbestand betrug zum 30. September 2001 EUR 1.250 Mio. (Vj. EUR 1.397 Mio.; -10,5 %) und sichert die Auslastung des Dürr-Konzerns bis weit in das Geschäftsjahr 2002 hinein. Die Zahl der Mitarbeiter stieg vor allem durch erstmals konsolidierte Gesellschaften um 14 % auf weltweit 12.823 (Vj. 11.247). Dürr investierte im Berichtszeitraum EUR 29,9 Mio. in Sachanlagen, einschließlich Zugängen zum Sachanlagevermögen aufgrund von Akquisitionen.
Unternehmensbereich Paint Systems: Lebhafter Auftragseingang
Der Unternehmensbereich Paint Systems erzielte einen Gesamtumsatz von EUR 681,8 Mio. und einen Gesamtauftragseingang von EUR 618,1 Mio. Das EBITDA beträgt EUR 33,4 Mio.In einem differenzierten, in den USA deutlich abgeschwächten Markt sicherte der Unternehmensbereich mit Großaufträgen aus Westeuropa, Asien und den USA seine weltweit führende Markt- und Technologieposition als Systemanbieter für die Automobillackierung. Vom ersten Verkaufserfolg des innovativen Ro-Dip-Karossen-Tauchlackierverfahrens in China erwartet Dürr eine Signalwirkung für weitere asiatische Märkte. In der Zulieferindustrie konnte Dürr seinen Marktanteil ausweiten. Während in den USA derzeit nur eine relativ geringe Zahl strategisch wichtiger Investitionen durchgeführt wird, besteht in Europa und China weiterhin eine gute Projektlage.
Unternehmensbereich Automotion: Wachstumsmarkt Engineering
Der Gesamtumsatz des Unternehmensbereichs Automotion erreichte EUR 340,6 Mio., der Gesamtauftragseingang EUR 304,9 Mio. Das EBITDA beträgt EUR 7,9 Mio.In Deutschland und Europa war die Nachfrage lebhaft. In der Automobilindustrie waren vor allem Systeme für Materialfluss und Endmontage gefragt. Die DSEngineering GmbH, deren Leistungsspektrum von der Planung einzelner Fertigungsschritte bis zur Konzeption von Fahrzeugentwicklungszentren und Automobilwerken reicht, verzeichnete eine hohe Nachfrage nach ihren Dienstleistungen. Der Schenck-Bereich Prüf- und Automatisierungstechnik erhielt vor allem aus Europa und Asien Aufträge über Fahrwerk-, Bremsen- und Getriebeprüflinien. Die Zurückstellung von Investitionen in den USA führt zu steigendem Konkurrenzdruck auch auf den europäischen Märkten.
Unternehmensbereich Ecoclean: Dieselboom treibt Nachfrage
In den ersten drei Quartalen 2001 erwirtschaftete der Unternehmensbereich Ecoclean einen Gesamtumsatz von EUR 187,8 Mio. und verzeichnete einen Gesamtauftragseingang in Höhe von EUR 189,2 Mio. Das EBITDA erreichte EUR 15,5 Mio.Der führende Anbieter von Reinigungs- und Filtrationssystemen für die industrielle Fertigung profitierte mit seinen innovativen Lösungen von anhaltend hohen Investitionen in Fertigungslinien für neuartige Diesel- und Benzinmotoren sowie für Getriebebaureihen. Großaufträge erteilten vor allem Kunden aus Westeuropa und den USA. Für das Gesamtjahr wird aufgrund der sehr guten Marktakzeptanz der Ecoclean-Technologien ein hoher Auftragseingang erwartet, obwohl vor allem in den USA kurzfristig einige Projekte zurückgestellt beziehungsweise storniert wurden.
Unternehmensbereich Environmental: Investitionsstopps in USA
Bei einem Gesamtumsatz von EUR 44,7 Mio. und einem Gesamtauftragsein-gang von EUR 55,6 Mio. lag das EBITDA des Unternehmensbereichs Environmental bei EUR -0,1 Mio.In Europa verzeichnete Dürr Environmental insbesondere in den Schwerpunktmärkten pharmazeutische und chemische Industrie eine zufriedenstellende Nachfrage nach Abluftreinigungssystemen. In den USA werden in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld Umweltschutzinvestitionen eine geringere Priorität erhalten. In Folge dessen wurde bereits eine Reihe von geplanten Projekten gestoppt. Zur Verringerung von Ergebnisbelastungen hat Dürr Strukturmaßnahmen eingeleitet.
Unternehmensbereich Services: Expansion vorangetrieben.
Der Gesamtumsatz des von der Premier-Gruppe repräsentierten Unternehmensbereichs Services betrug EUR 97,4 Mio. Der Gesamtauftragseingang lag bei EUR 102,4 Mio., das EBITDA bei EUR 8,9 Mio.In Europa profitierte Premier von der wachsenden Nachfrage nach Facility Management-Lösungen für die Automobilindustrie. Mit einem erweiterten Dienstleistungsprogramm konnte der Marktanteil in Polen und Großbritannien ausge-baut werden. Aussichtsreiche Expansionsschwerpunkte liegen in Südkorea und Brasilien. Dem wachsenden Wettbewerbsdruck in den USA begegnet der Unternehmensbereich Services durch den Aufbau neuer Geschäftsfelder, beispielsweise in den Bereichen technischer Anlagenbetrieb oder Fleet Management, wo Premier einen ersten Großauftrag erhielt.
Unternehmensbereich Measuring Systems: Differenzierte Märkte
Der Unternehmensbereich Measuring Systems, in dem die Schenck-Bereiche Auswucht- und Diagnosetechnik und Prozess- und Verfahrenstechnik sowie die Schenck Fertigungs- und Service GmbH zusammengefasst sind, erwirtschaftete seit Beginn des Geschäftsjahres 2001 einen Gesamtumsatz von EUR 213,1 Mio. und erzielte einen Gesamtauftragseingang von EUR 239,8 Mio. Das EBITDA beträgt EUR 4,8 Mio.Vor allem in der Auswucht- und Diagnosetechnik, die gute Auftragseingänge aus der Fahrzeug- und Zulieferindustrie verzeichnete, zeigten sich die europäischen Märkte relativ stabil. Aufträge aus China und Australien kompensierten die unbefriedigende Nachfrage in Nordamerika nur teilweise. In vielen Märkten besteht wegen der wirtschaftlichen Unsicherheiten Zurückhaltung bei der Vergabe von Projekten. Dürr passt seine Strukturen diesen Verhältnissen flexibel an.
Unternehmensbereich INTX: Beteiligungen stärken Innovationskompetenz
Nach der Beteiligung an dem Softwarespezialisten Netcoach GmbH, Berlin, hat sich die Corporate-Venture-Capital-Gesellschaft INTX AG nun an der Fludicon GmbH, Darmstadt, einem Spinoff der Schenck Pegasus GmbH, beteiligt.Fludicon vermarktet und entwickelt Anwendungen mit so genannten elektrorheologischen Flüssigkeiten, die ihre Viskosität blitzschnell gezielt verändern können. Hierfür eröffnen sich völlig neue Einsatzmöglichkeiten beispielsweise im Fahrzeugbau, in der Steuerungs- und Automatisierungstechnik oder in der Prüftechnik.
Ausblick auf das Gesamtjahr 2001: Prognosen bestätigt - Unsicherheiten gewachsen
Aus heutiger Sicht erwartet Dürr für das Gesamtjahr prozentual zweistellige Zuwachsraten bei Umsatz und Ertrag bei einer überproportionalen Ertragssteigerung. Um dem zunehmenden Kostendruck zu begegnen, intensiviert Dürr laufende Programme zur Ertragsverbesserung und passt seine Strukturen und Ressourcen dem veränderten Umfeld flexibel an.
Die konjunkturbedingte Investitionszurückhaltung in den USA hat sich durch die neuen Rahmenbedingungen weiter verstärkt und strahlt zunehmend auch auf weitere Regionen aus. In den europäischen Märkten und China ist die Projektsi-tuation derzeit noch auf hohem Niveau stabil. Jüngste Prognosen gehen allerdings auch für Europa von einem geringeren Wirtschaftswachstum aus.
"Verlässliche Aussagen zur Konjunkturentwicklung sind aufgrund der erheblich gestiegenen Risiken derzeit kaum möglich. Im Falle einer unerwartet starken Abschwächung der Welt- und Automobilkonjunktur sind deshalb neben der Revision von Planungen für das Geschäftsjahr 2002 auch Auswirkungen auf das laufende Geschäftsjahr nicht auszuschließen", sagte Hans Dieter Pötsch, Vor-sitzender des Vorstands der Dürr AG.
Trotz der derzeit unsicheren konjunkturellen Situation ist Dürr zuversichtlich und sieht mittelfristig gute Chancen für weiteres profitables Wachstum. Als global aufgestellter Partner der Automobilindustrie profitiert Dürr mit seinem breiten System- und Dienstleistungsangebot von den zeitlich verschobenen Investitionszyklen in unterschiedlichen Wertschöpfungsstufen der Fahrzeugfertigung. Die Kompensation von Nachfrageschwankungen in einzelnen Bereichen und Regionen verstetigt darüber hinaus den mittelfristigen Wachstumspfad.Schließlich stimmt auch die Erfahrung zuversichtlich, denn, so Dürr-Chef Pötsch: "Angesichts des hohen Wettbewerbsdrucks in der Automobilindustrie haben Investitionen in noch wirtschaftlichere Produktionssysteme eigentlich immer Konjunktur".
Hinweise zum Zahlenwerk:Der Dürr-Konzern bilanziert nach US-GAAP. Die deutsche Dürr-AIS GmbH mit den vom ABB-Konzern übernommenen Lackiertechnik-Aktivitäten wird seit 1. Januar 2001 in den Konzernabschluss einbezogen. Alle Gesellschaften der erworbenen Alstom Automation werden seit 1. Mai 2001 voll konsolidiert. Die Carl Schenck AG wird seit 3. April 2000 konsolidiert. Die Werte der Schenck-Prüf- und Automatisierungstechnik sind im Zahlenwerk des Dürr-Unternehmensbereichs Automotion enthalten. Die Schenck-Unternehmensbereiche Mess- und Verfahrenstechnik und Auswucht- und Diagnosetechnik sowie die Schenck Fertigungs- & Service GmbH wurden rückwirkend zum 1. Januar 2001 i7m neuen Unternehmensbereich Measuring Systems zusammengefasst. Bei den Zahlen zu Umsatz und Auftragseingang der Unternehmensbereiche handelt es sich um Gesamtwerte einschließlich der Geschäftsvorfälle mit anderen Unternehmensbereichen, während die Zahlen des Konzerns konsolidiert sind.
Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und Cashflow-Rechnung der Dürr AG für die ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2001 werden ab Mitte November im Internet unter www.durr.com unter "Investor Relations" abrufbar sein.
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Dürr AG corpcom(at)durr.com |








