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Geschäftsverlauf Januar bis September 2002 - Hoher Zuwachs beim Auftragseingang trotz schwieriger Rahmenbedingungen

20.11.2002

Mit einem Zuwachs beim konsolidierten Auftragseingang von 25 % auf EUR 1.775 Mio. (Vj. EUR 1.417 Mio.) in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2002 hat sich der Technologiekonzern Dürr in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld gut behauptet. Der konsolidierte Konzernumsatz lag mit EUR 1.427 Mio. annähernd auf dem hohen Vorjahresniveau (Vj. EUR 1.445 Mio.). Der konsolidierte Auftragsbestand stieg um 21 % auf EUR 1.515 Mio. (Vj. EUR 1.250 Mio.). Zu dem Erfolg beigetragen haben Großaufträge von Automobilherstellern aus Europa, Nordamerika und China.

Nach einer deutlichen Verbesserung des operativen Ergebnisses EBITDA (Ergebnis vor Zinsaufwand, Steuern, Abschreibungen und Firmenwertamortisation) im dritten Quartal (EUR 28,1 Mio.) betrug das EBITDA in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres insgesamt EUR 50,0 Mio. (Vj. EUR 89,2 Mio.). Es ist erheblich geprägt von Restrukturierungsaufwendungen in deutschen und amerikanischen Konzerngesellschaften in Höhe von rund EUR 22 Mio. sowie von der konjunkturbedingt schwachen Nachfrage vor allem bei margenstarken kurzlaufenden Aufträgen. Das Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) betrug nach drei Quartalen EUR -5,7 Mio. (Vj. 20,1 Mio.).

Die Zahl der im Dürr-Konzern beschäftigten Mitarbeiter ging zum 30. September 2002 ohne Berücksichtigung projektbezogener Neueinstellungen im Unternehmensbereich Services um 7 % zurück. Insgesamt reduzierte sich die Mitarbeiterzahl um 1,7 % auf 12.608 Personen (Vj. 12.823).

Die Investitionen in Sachanlagen betrugen bis Ende September EUR 12,8 Mio. (Vj. EUR 29,9 Mio.). Schwerpunkte lagen bei Verbesserungen der IT-Infrastruktur sowie bei Anschaffungen im Zusammenhang mit Neuaufträgen des Unternehmensbereichs Services.

Ausblick: Vor dem Hintergrund einer überwiegend stabilen Situation bei strategischen Großprojekten geht der Vorstand für das Gesamtjahr 2002 davon aus, dass Auftragseingang und Auftragsbestand über dem Vorjahr liegen, mit allerdings unterschiedlichen Auslastungen in den Unternehmensbereichen. Den Umsatz erwartet Dürr in der Größenordnung des Vorjahres. Auf Grund der anhaltend schwachen Welt- und Automobilkonjunktur mit unverändert hoher Wettbewerbsintensität wird das Ergebnis vor Restrukturierungskosten im Gesamtjahr 2002 jedoch nicht den Vorjahreswert erreichen. Dürr sieht gute Chancen für eine Ergebnisverbesserung in 2003. Dazu werden der hohe Auftragsbestand, gezielte Restrukturierungsprogramme zur Stärkung der Ertragskraft und ein unverändert hohes Innovationstempo mit entsprechenden F&E-Aufwendungen beitragen.

Bericht über die Unternehmensbereiche:

Paint Systems: Starker Zuwachs beim Auftragseingang

Der Unternehmensbereich Paint Systems erzielte in den ersten neun Monaten 2002 einen Gesamtumsatz von EUR 742,7 Mio. (Vj. EUR 726,5 Mio.) und einen Gesamtauftragseingang von EUR 985,0 Mio. (Vj. EUR 673,8 Mio.). Das EBITDA betrug nach neun Monaten EUR 24,7 Mio. (Vj. EUR 33,3 Mio.).

Grund für die hohen Zuwächse beim Auftragseingang waren große Systemaufträge über Lackierereien von Automobilherstellern aus Europa, China und den USA. Besonders gefragt waren die innovative Tauchlackierung RoDip und die Roboter-Applikationstechnologie, die verstärkt auch bei Pulverlacken zum Einsatz kommt. Mit mehreren Aufträgen über Lackiersysteme aus der Automobilzulieferindustrie konnten in diesem Segment deutliche Marktanteilsgewinne erzielt werden. Mit einem Auftragsvolumen von über EUR 30 Mio. in den ersten neun Monaten entwickelte sich die Auftragssituation auch im Nischenmarkt Flugzeug-lackierung erfreulich. Das Ergebnis wurde von Restrukturierungsaufwand in der Produktlinie Environmental belastet, bei der in den USA seit dem 11. September 2001 massive Nachfrageausfälle zu verzeichnen sind.

Final Assembly Systems: Marktposition ausgebaut

Der Gesamtumsatz des Unternehmensbereichs Final Assembly Systems betrug zum 30. September 2002 EUR 250,0 Mio. (Vj. EUR 284,2 Mio.), der Gesamtauftragseingang stieg deutlich auf EUR 345,1 Mio. (Vj. EUR 238,2 Mio.). Das EBITDA betrug EUR 4,1 Mio. (Vj. EUR 8,4 Mio.).

Der Anfang 2002 neu formierte Unternehmensbereich erhielt von Kunden aus Deutschland, den USA und Asien Großaufträge über die Neuerrichtung bzw. Modernisierung von Fahrzeugmontagelinien. Die Produktlinie ACT partizipiert mit mehreren Aufträgen über Fördersysteme für Lackierereien am Erfolg des Unternehmensbereiches Paint Systems, konnte aber auch interessante Aufträge in der Flugzeugmontage gewinnen. Die Umsatz- und Ergebnisentwicklung ist geprägt von kundenseitigen Auftragsverschiebungen sowie von Restrukturierungsaufwendungen in amerikanischen Gesellschaften.

Ecoclean: Nachfrageschwäche in den USA

In den ersten drei Quartalen 2002 erwirtschaftete der Unternehmensbereich Ecoclean einen Gesamtumsatz von EUR 146,8 Mio. (Vj. EUR 187,8 Mio.) und verzeichnete einen Gesamtauftragseingang in Höhe von EUR 172,3 Mio. (Vj. EUR 189,2 Mio.). Das EBITDA lag bei EUR 7,8 Mio. (Vj. EUR 15,5 Mio.).

Der Rückgang bei wesentlichen Kennzahlen ist vor allem auf die Marktschwäche in den USA zurückzuführen. In Europa war die Nachfrage stabiler, vor allem durch den Trend zu emissions- und verbrauchsärmeren Motoren- und Getriebegenerationen. Eine sehr gute Marktresonanz verzeichneten neu entwickelte Ecoclean-Systeme zur Zwischenreinigung, die verbesserte Reinigungsergebnisse bei geringeren Kosten bieten. Der weltweit führende Anbieter von Reinigungs- und Filtrationssystemen erwartet für das zweite Halbjahr 2003 eine Erholung seiner Märkte, speziell in den USA, und damit wieder eine Rückkehr auf den langjährigen Wachstumspfad.

Measuring Systems: Restrukturierungsmaßnahmen in Umsetzung

Der Unternehmensbereich Measuring Systems, der die messtechnischen Aktivitäten der Schenck-Gruppe umfasst, erwirtschaftete seit Beginn des Geschäftsjahres 2002 einen Gesamtumsatz von EUR 259,2 Mio. (Vj. EUR 269,6 Mio.) und erzielte einen Gesamtauftragseingang von EUR 292,7 Mio. (Vj. EUR 306,5 Mio.). Das von Restrukturierungsaufwand geprägte EBITDA beträgt EUR -7,9 Mio. (Vj. EUR 4,4 Mio.).

Die Investitionsneigung in den USA war unbefriedigend, dagegen zeigten sich europäische Märkte auf niedrigem Niveau relativ stabil. Auf Grund von Großprojekten war die Nachfrage aus China und Australien zufrieden stellend. Das insgesamt geringere Projektvolumen führte über eine höhere Wettbewerbsintensität zu niedrigeren Margen. Nach Abschluss von Restrukturierungsmaßnahmen mit Schwerpunkt bei deutschen und amerikanischen Schenck-Gesellschaften hat der Unternehmensbereich gute Voraussetzungen, sein Ergebnis 2003 zu verbessern.

Services: Mehrjährige Neuverträge abgeschlossen

Der Unternehmensbereich Services (Premier-Gruppe) steigerte seinen Gesamtumsatz auf EUR 107,5 Mio. (Vj. EUR 97,4 Mio.) und den Gesamtauftragseingang auf EUR 109,3 Mio. (Vj. EUR 102,4 Mio.). Das EBITDA verbesserte sich auf EUR 7,5 Mio. (Vj. EUR 6,5 Mio.).

Mit mehrjährigen Dienstleistungsverträgen in den USA, Mittel- und Südamerika sowie Nordeuropa setzte Services sein Wachstum im Dienstleistungsgeschäft fort. Ein Kostensenkungsprogramm hat gleichzeitig die Ertragskraft verbessert. Trotz wachsendem Wettbewerb bei klassischen Reinigungsdienstleistungen sieht der Unternehmensbereich weiterhin gute Wachstums- und Ertragsaussichten auf Grund neuer Dienstleistungsangebote. Marktchancen ergeben sich vor allem im Bereich der technischen Wartung, der Produktionsbegleitung und im Facility Management sowie in neuen Automobilwerken, die internationale Automobilhersteller an kostengünstigen Standorten, etwa in Osteuropa oder China, errichten. Standardisierte Dienstleistungen tragen dort wesentlich dazu bei, deren globale Qualitätsstandards schneller und konsequenter zu erfüllen.

 

Dürr AG
Corporate Communications und Investor Relations
Günter Dielmann
Telefon +49 711 136-1785
Telefax +49 711 136-1034


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