Dürr Halbjahresbericht 2002 - Hoher Auftragseingang in schwierigem Umfeld
21.08.2002
- Auftragseingang + 16%, Umsatz auf hohem Vorjahresniveau
- Großaufträge aus Nordamerika, Europa und China; Erfolge mit Dienstlei-stungen
- Nahezu ausgeglichenes EBT im zweiten Quartal, EBITDA deutlich positiv
- Ausblick Gesamtjahr 2002: Auftragseingang, Umsatz und Ergebnis vor Re-strukturierungsaufwand in Größenordnung des Vorjahres
Durch Großaufträge aus Nordamerika, Europa und China hat der Technologiekonzern Dürr im ersten Halbjahr 2002 seinen Auftragseingang um 16% auf Euro 1.173 Mio. gesteigert. Beim Umsatz erreichte Dürr mit Euro 877 Mio. annähernd das hohe Niveau des Vorjahreszeitraums. Das operative Ergebnis (EBITDA) von Euro 21,9 Mio. und das Ergebnis vor Steuern (EBT) von Euro -15,6 Mio. sind stark durch Restrukturierungsaufwand geprägt, der schwerpunktmäßig im Schenck-Konzern sowie in einigen Dürr-Gesellschaften in den USA anfiel. Im zweiten Quartal erreichte Dürr bei hohen Zuwächsen bei Auftragseingang und Umsatz bereits wieder ein nahezu ausgeglichenes Ergebnis vor Steuern und ein deutlich positives EBITDA. Auch zu Beginn des zweiten Halbjahres setzte sich der lebhafte Auftragseingang fort; im Juli erhielt Dürr Großaufträge im Wert von rund Euro 160 Mio. Für das gesamte Geschäftsjahr 2002 erwartet der Vorstand aus heutiger Sicht Auftragseingang und Umsatz auf dem Niveau des Vorjahres. Das Ergebnis soll vor Restrukturierungsauf-wand ebenfalls wieder in der Größenordnung des Vorjahres liegen. Zusätzliche Risiken können sich allerdings ergeben, wenn sich die Weltkonjunktur weiter abschwächt, unter anderem in Folge der negativen Entwicklung an den Aktienmärkten.
Der konsolidierte Auftragseingang stieg in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres gegenüber dem Vorjahr um 16% auf Euro 1.173 Mio. (Vj. Euro 1.008 Mio.). Neben Systemaufträgen über Lackierereien aus Europa und China verzeichnete der Unternehmensbereich Paint Systems auch einen Großauftrag eines US-Automobilherstellers. In den USA konnte der Unternehmensbereich Final Assembly Systems seine Marktposition mit einem Auftrag über die Modernisierung einer Fahrzeug-Endmontagelinie stärken. Deutliche Zuwachsraten verzeichnete der Unternehmensbereich Services, der mehrjährige Dienstleistungsverträge in Nordeuropa, den USA und Brasilien abschließen konnte. In Märkten außerhalb der Automobilindustrie entwickelten sich insbesondere die Dürr-Aktivitäten in der Lackier- und Montagetechnik für die Luftfahrtindustrie positiv.
Umsatz auf hohem Vorjahresniveau
Der konsolidierte Konzernumsatz lag mit Euro 877 Mio. annähernd auf Vorjahresniveau (Vj. Euro 888 Mio.). Während der Unternehmensbereich Services mit Euro 71,3 Mio. (Vj. Euro 61,0 Mio.) einen hohen Umsatzzuwachs verzeichnete, entwickelten sich die Gesamtumsätze (einschließlich Umsätze mit anderen Konzern-Unternehmensbereichen) der weiteren Unternehmensbereiche noch verhalten. Ausschlaggebend waren die geringere Nachfrage vor allem in den USA sowie ein im Vergleich zum Vorjahr niedrigerer Fertigstellungsgrad bei großen Aufträgen. Im einzelnen betrugen die Gesamtumsätze: Paint Systems: Euro 438,6 Mio. (Vj. Euro 471,1 Mio.), Final Assembly Systems: Euro 160,5 Mio. (Vj. Euro 161,6 Mio.), Ecoclean: Euro 96,4 Mio. (Vj. Euro 109,6 Mio.) sowie Measuring Systems: Euro 161,1 Mio. (Vj. Euro 162,3 Mio.).
Der konsolidierte Auftragsbestand zum 30. Juni überschritt mit Euro 1.463 Mio. den hohen Vorjahreswert von Euro 1.455 Mio. (+0,6%). Vor dem Hintergrund der positiven Entwicklung des Auftragseingangs hat sich der Auftragsbestand damit gegenüber dem Jahresende 2001 um Euro 296 Mio. erhöht.
Mitarbeiterzahl an Marktlage angepasst
Insgesamt ging die Zahl der Mitarbeiter im Dürr-Konzern zum 30. Juni um 1,4% auf 12.577 zurück (Vj. 12.754). Lediglich im Unternehmensbereich Services ist die Mitarbeiterzahl aufgrund von projektbezogenen Einstellungen gestiegen, in den anderen Unternehmensbereichen sank sie um 6%.
Nach überdurchschnittlichen Sachinvestitionen des Konzerns in den Vorjahren verringerte sich diese Position im ersten Halbjahr 2002 auf Euro 9,9 Mio. (Vj. Euro 19,9 Mio.). Ein Schwerpunkt lag im Unternehmensbereich Services. Hier wurden zusätzliche Ausrüstungen beschafft, um das Wachstumssegment technische Dienstleistungen zu unterstützen.
Restrukturierungen greifen
Im ersten Halbjahr 2002 erzielte Dürr ein operatives Ergebnis EBITDA (Ergeb-nis vor Zinsaufwand, Steuern, Abschreibungen und Firmenwertamortisation) von Euro 21,9 Mio. (Vj. Euro 54,1 Mio.). Das Ergebnis vor Steuern (EBT) betrug Euro -15,6 Mio. (Vj. Euro 12,2 Mio.). Im zweiten Quartal erzielte Dürr jedoch bereits wieder ein nahezu ausgeglichenes Ergebnis vor Steuern. Das EBITDA war im zweiten Quartal deutlich positiv.
Die Ertragssituation ist noch geprägt von Restrukturierungsaufwand, vor allem im Schenck-Konzern sowie in einigen Dürr-Gesellschaften in den USA. Die Umsetzung der Restrukturierungsmaßnahmen verläuft plangemäß. So wurde am Standort Darmstadt der Abbau von bis zu 200 Arbeitsplätzen bis zum Jahresende beschlossen. Daneben hat sich die anhaltende Konjunkturschwäche auf das Ergebnis ausgewirkt.
In den Unternehmensbereichen zeigte sich das EBITDA im 1. Halbjahr 2002 gegenüber dem Vergleichszeitraum 2001 wie folgt: Paint Systems: Euro 15,8 Mio. (Vj. Euro 19,4 Mio.), Final Assembly Systems: Euro -2,8 Mio. (Vj. Euro 1,1 Mio.), Services: Euro 4,9 Mio. (Vj. Euro 5,1 Mio.), Ecoclean: Euro 5,4 Mio. (Vj. Euro 7,1 Mio.), Measuring Systems Euro -12,7 Mio. (Vj. Euro -0,3 Mio.). Das EBITDA des Corporate Center lag bei Euro 11,3 Mio. (Vj. Euro 21,7 Mio.).
Wesentliche Beiträge zur Ergebnisverbesserung leistet das konzernweite Ertragssteigerungsprogramm SPRINT, das planmäßig verläuft. Es umfasst neben Personalanpassungen in ertragsschwachen Gesellschaften auch die weitere Erschließung von Synergien durch Zusammenlegung von Standorten, die Verringerung der Kapitalbindung sowie die Intensivierung globaler Beschaffungsprogramme.
Gesamtjahr auf Vorjahresniveau erwartet
Auch nach dem Berichtszeitraum verzeichnete Dürr einen lebhaften Auftragseingang sowie eine überwiegend stabile Situation bei strategischen Großprojekten der Automobilindustrie. Der Vorstand erwartet daher aus heutiger Sicht für das gesamte Geschäftsjahr 2002, dass Auftragseingang und Umsatz auf dem Niveau des Vorjahres liegen werden. Beim Ergebnis soll vor Restrukturierungsaufwand ebenfalls die Größenordnung von 2001 erreicht werden. Zusätzliche Risiken können sich allerdings ergeben, wenn sich die Weltkonjunktur weiter abschwächt, unter anderem in Folge der negativen Entwicklung an den Aktienmärkten. Dies könnte auch Auswirkungen auf die derzeit stabile Projektsituation bei Dürr haben.
Dürr ist sehr zuversichtlich, ab 2003 von einer konjunkturellen Belebung überdurchschnittlich zu profitieren.
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