Dürr stellt Weichen für weiteres Wachstum
23.04.2002
- Operatives Ergebnis 2001 um 17 % verbessert
- 1.Quartal 2002: Plus bei Umsatz und Auftragseingang
- Wachstum in Endmontage und Messtechnik erwartet
Im Geschäftsjahr 2001 hat der Technologiekonzern Dürr, einer der führenden Anbieter von Produktionssystemen für die Automobilindustrie, trotz eines schwierigen Umfelds den Umsatz und das operative Ergebnis gesteigert. Für 2002 erwartet Dürr vor dem Hintergrund einer noch verhaltenen Welt- und Automobilkonjunktur, dass Auftragseingang, Umsatz und Ergebnis ohne Restrukturierungseffekte auf Vorjahresniveau liegen werden. Zur weiteren Stärkung seiner Wettbewerbsfähigkeit setzt Dürr die eingeleitete Straffung von Unternehmensbereichen konsequent fort, erschließt weitere Synergien und intensiviert konzernweite Programme zur Ertragssteigerung. Dürr ist daher sehr zuversichtlich, 2003 von einer Konjunkturbelebung überdurchschnittlich profitieren zu können.
Ergebnis verbessert
Im Geschäftsjahr 2001 verbesserte Dürr das operative Ergebnis EBITDA (Ergebnis vor Zinsaufwand, Steuern, Abschreibungen und Firmenwertamortisation) um 17 % auf Euro 135,3 Mio. (Vj. Euro 115,3 Mio.). Das Ergebnis vor Steuern (EBT) erreichte mit Euro 47,3 Mio. ein Plus von 13 % (Vj. Euro 41,8 Mio.). Der Jahresüberschuss verbesserte sich um 39 % auf Euro 24,7 Mio. (Vj. Euro 17,8 Mio.). Wegen unvollständig erfasster auftragsbezogener Rückstellungen in einer ausländischen Gesellschaft wurden die Ergebnisgrößen für das Geschäftsjahr 2000 rückwirkend angepasst. Deutliche Ergebniszuwächse verzeichneten im Geschäftsjahr 2001 die Unternehmensbereiche Paint Systems, Ecoclean und Services, während der Unternehmensbereich Measuring Systems, in dem verschiedene Bereiche des Schenck-Konzerns zusammengefasst sind, seine Ergebnisziele verfehlte.
Das Ergebnis je Aktie verbesserte Dürr auf Euro 1,73 (Vj. Euro 1,31, + 32,1 %). Vorstand und Aufsichtsrat der Dürr AG schlagen der Hauptversammlung die Zahlung einer Dividende in Vorjahreshöhe von Euro 1,10 je Aktie vor; damit beträgt die Dividendenrendite 4,6 %.
Umsatz und Auftragseingang gestiegen
Der konsolidierte Konzernumsatz wuchs im Geschäftsjahr 2001 um 7,8 % auf Euro 2.201 Mio. (Vj. Euro 2.042 Mio.). Die Gesamtumsätze der Unternehmensbereiche stellen sich wie folgt dar: Paint Systems erreichte mit Euro 1.095 Mio. annähernd das hohe Niveau des Vorjahres (Vj. Euro 1.189 Mio.). Automotion legte um 23 % auf Euro 546 Mio. (Vj. Euro 444 Mio.) zu, Ecoclean um 26 % auf Euro 277 Mio. (Vj. Euro 220 Mio.) und Services um 9,0 % auf Euro 134 Mio. (Vj. Euro 123 Mio.). Measuring Systems trug mit Euro 313 Mio. zum Konzern-Gesamtumsatz bei (Vj. Euro 235 Mio.; neun Monate konsolidiert). In allen Geschäftsfeldern konnte Dürr seine Markt- und Technologiepositionen ausbauen. Die F&E-Quote betrug einschließlich der projektbezogenen F&E-Aufwendungen rund 6 % vom Umsatz, einen wesentlichen Anteil hatte hierbei die Weiterentwicklung der Robotertechnologie für neue Lacksysteme und noch flexiblere Anwendungen. Schwerpunkte der Sachinvestitionen in Höhe von Euro 35,9 Mio. lagen im IT-Bereich sowie im gezielten Ausbau und Effizienzverbesserungen einzelner Standorte.
Mit einem konsolidierten Auftragseingang in Höhe von Euro 2.063 Mio. übertraf Dürr den Vorjahreswert (Euro 1.970 Mio.) um 4,7 %. Die ausgeprägte Marktschwäche in den USA konnte durch Aufträge aus China und Europa kompensiert werden. Der Auftragsbestand erhöhte sich um 5,5 % auf Euro 1.167 Mio. (Vj. Euro 1.106 Mio.) und sorgt Ende 2001 für eine gute Auslastung im Geschäftsjahr 2002. Die Mitarbeiterzahl stieg konsolidierungsbedingt und aufgrund von Neuprojekten im Unternehmensbereich Services zum Jahresende auf 12.675 (Vj. 11.558, + 9,7 %).
Verlauf erstes Quartal 2002
Bei einer guten Projektlage in Europa und China, aber unterdurchschnittlicher Entwicklung in Nord- und Südamerika stieg der Auftragseingang im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2002 gegenüber dem Vorjahreswert um 15 % auf Euro 486 Mio. (Vj. Euro 421 Mio.). Der Umsatz legte um 12 % auf Euro 395 Mio. zu (Vj. Euro 354 Mio.). Beim Auftragsbestand erzielte Dürr per 31. März 2002 einen Zuwachs von 11 % auf Euro 1.258 Mio. (Vj. Euro 1.137 Mio.). Aufgrund von Neuprojekten im Unternehmensbereich Services stieg die Zahl der Mitarbeiter zum 31. März 2002 um 2,3 % auf 12.410 Mitarbeiter (Vj. 12.134).
Das Ergebnis ist durch Restrukturierungsprogramme geprägt, die derzeit vor allem bei deutschen und amerikanischen Gesellschaften der Schenck-Gruppe umgesetzt werden. Vor diesem Hintergrund verzeichnete Dürr ein EBITDA von Euro 2,6 Mio. (Vj. Euro 27,0 Mio.) und ein Ergebnis vor Steuern (EBT) von Euro -14,8 Mio. (Vj. Euro 7,8 Mio.). Die Restrukturierung soll weitgehend bis zum 3. Quartal 2002 abgeschlossen werden, so dass danach deutlich positive Effekte erwartet werden. Für das Gesamtjahr erwartet Dürr eine Geschäftsentwicklung auf dem Niveau des Vorjahres; die hohen Restrukturierungsaufwendungen zu Beginn des Geschäftsjahres werden im Jahresverlauf teilweise durch positive Ergebniseffekte kompensiert. Neben Lackiertechnik, Reinigungstechnik und Dienstleistungen sollen mittelfristig vor allem die neu aufgestellten Unternehmensbereiche Final Assembly Systems und Measuring Systems überdurchschnittlich zu einem profitablen Wachstum beitragen.
Turn-Around Measuring Systems / Integration Final Assembly Systems
Zur nachhaltigen Stärkung der Wettbewerbskraft des Unternehmensbereichs Measuring Systems, in dem alle messtechnischen Aktivitäten der Carl Schenck AG zusammengefasst sind, hat Dürr ein Turn-Around Programm in ertragsschwachen Schenck-Gesellschaften gestartet. Neben dem Abbau von bis zu 200 Mitarbeitern in deutschen Schenck-Gesellschaften erfolgt eine Anpassung des Geschäftsmodells mit der Konzentration auf wachstums- und ertragsstarke Marktsegmente. In den nächsten drei Jahren soll so der Umsatz von Measuring Systems um rund Euro 150 Mio. auf Euro 550 Mio. steigen. Die Ziel-Umsatzrendite liegt bei über 6 %.
Gute Perspektiven sieht Dürr auch für den zu Jahresbeginn neu geschaffenen Unternehmensbereich Final Assembly Systems, in dem verschiedene Dürr- und Schenck-Gesellschaften zusammen über ein einzigartiges Systemangebot für die Fahrzeugendmontage verfügen. Für Opel in Rüsselsheim hat Dürr ein schlüsselfertiges Endmontagewerk errichtet, das derzeit als eines der modernsten und produktivsten seiner Art gilt. "Mit Final Assembly Systems wollen wir in der Fahrzeugendmontage die Erfolgsstory unserer Lackiersysteme wiederholen, wo wir mit unserer Turnkey-Kompetenz weltweit klar die Nummer eins sind", so Hans Dieter Pötsch, Vorsitzender des Vorstands der Dürr AG. In den nächsten drei Jahren soll der Umsatz auf ein jährliches Volumen von rund Euro 550 Mio. steigen und eine Umsatzrendite von 6 % erzielt werden. Zur besseren Nutzung von Synergien ist geplant, nach Zustimmung der Schenck-Hauptversammlung verschiedene Schenck-Gesellschaften an den Dürr-Unternehmensbereich Final Assembly Systems zu veräußern. Auf den angekündigten Erwerb aller Aktien der Carl Schenck AG über einen angekündigten Squeeze-Out verzichtet Dürr in diesem Zusammenhang.
Fokussierte Strategie bietet große Potenziale
Mit seiner erweiterten Strategie als Anbieter von Produktionssystemen und Dienstleistungen für wesentliche Wertschöpfungsschritte in der Automobilindustrie ist Dürr auf die Bedürfnisse seiner Kunden ausgerichtet. Überdurchschnittliche Chancen für ertragsorientiertes Wachstum in dieser dynamischen Schlüsselbranche sieht Dürrbeispielsweise im Engineering von Montagewerken, in der Systemtechnik zur Entwicklung und Fertigung des Antriebsstrangs, in der Einführung emissionsfreier Pulverlacksysteme sowie mit produktionsbegleitenden Dienstleistungen. Vor dem Hintergrund des ausgeprägten Wettbewerbs in der Automobilindustrie haben Investitionen in moderne Produktionssysteme zur Steigerung von Produktivität, Effizienz, Qualität und Umweltverträglichkeit bei den Herstellern nach wie vor hohe Priorität. Dürr zählt alle weltweit bedeutenden Automobilproduzenten zu seinem Kundenkreis. Mit führenden Markt- und Technologiepositionen sowie seiner globalen Aufstellung in 26 Ländern ist Dürr sehr gut aufgestellt, um Nachfrageschwankungen auszugleichen. "Wir sehen unsere Zukunft optimistisch, weil im anhaltenden Strukturwandel der Automobil- und Zulieferindustrie Systempartner wie Dürr immer wichtiger werden, um im Wettbewerb zu bestehen" so Dürr-Chef Pötsch.
Ausblick
Für das Geschäftsjahr 2002 geht Dürr, insbesondere in der ersten Jahreshälfte, von einer verhaltenen Konjunkturentwicklung aus. Die aktuelle Projektsituation ist auch unter Berücksichtigung der allgemeinen Unsicherheiten insgesamt positiv, vor allem in Europa und China.
Der Vorstand erwartet aus heutiger Sicht, dass Auftragseingang und Umsatz des Dürr-Konzerns im Geschäftsjahr 2002 in der Größenordnung des Vorjahres liegen. Beim Ergebnis soll vor Restrukturierungseffekten wieder das Niveau von 2001 erreicht werden. Die konzernweiten Maßnahmen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit mit der Straffung von Unternehmensbereichen werden konsequent umgesetzt. Dürr ist sehr zuversichtlich, aus der Marktschwäche gestärkt hervorzugehen und ab 2003 von einer konjunkturellen Belebung überdurchschnittlich zu profitieren.
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