Geschäftszahlen 1. Januar bis 30. September 2003 (US-GAAP) - Dürr mit positivem Ergebnis nach drei Quartalen
13.11.2003
- Ergebnisverbesserung im dritten Quartal
- Plus bei Auftragseingang und Umsatz
- Jahresergebnis wird durch Einmalaufwendungen im vierten Quartal belastet
Der Technologiekonzern Dürr hat im dritten Quartal 2003 bei anhaltend schwierigen Marktbedingungen ein Ergebnis vor Steuern von 10,2 Mio. Euro erzielt (Vorjahr 9,9 Mio. Euro). Für die ersten neun Monate 2003 ergibt sich damit ein Ergebnis vor Steuern von 5,3 Mio. Euro (Vorjahr -5,7 Mio. Euro).
Das Ergebnis vor Steuern hat sich in den ersten neun Monaten 2003 gegenüber der von Restrukturierungsaufwand geprägten Vorjahresperiode um 11,0 Mio. Euro verbessert. Dabei ist zu berücksichtigen, dass es durch Margendruck, ein verhaltenes Produktgeschäft und Einmalaufwendungen für Kapazitätsanpassungen und Standortbereinigungen belastet war. Aufwendungen für die im Oktober 2003 beschlossene Schließung der defizitären Vorfertigung am Standort Darmstadt sind im Ergebnis der ersten drei Quartale 2003 noch nicht enthalten. Sie werden im vierten Quartal 2003 ergebniswirksam.
Im Rahmen des Ertragssteigerungsprogramms SPRINT QUADRAT konnte Dürr die Vertriebs- und Verwaltungskosten sowie die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in den ersten neun Monaten 2003 um 20,7 Mio. Euro auf 231,5 Mio. Euro reduzieren. Die Personalkosten sanken um 37,0 Mio. Euro auf 436,7 Mio. Euro. Durch die Rückführung der Nettoverschuldung verbesserte sich das Zinsergebnis auf -15,9 Mio. Euro (Vorjahr -23,7 Mio. Euro). Das EBITDA (Ergebnis vor Zinsaufwand, Steuern, Abschreibungen und Firmenwertamortisation) für die ersten neun Monate 2003 beträgt 47,2 Mio. Euro (Vorjahr 50,0 Mio. Euro) und der Konzernüberschuss 2,7 Mio. Euro (Vorjahr Fehlbetrag 3,0 Mio. Euro). Das Ergebnis je Aktie liegt bei 0,19 Euro (Vorjahr -0,21 Euro).
Die Stärkung der Ertragskraft hat für Dürr oberste Priorität. »Wir arbeiten mit aller Kraft daran, Kosten zu senken, unsere Geschäftsprozesse zu verbessern, das Standort- und Produktportfolio zu optimieren und Innovationen voranzutreiben. Nur so können wir unsere Ertragsziele erreichen und unsere führende Marktposition behaupten«, sagte Stephan Rojahn, Vorstandsvorsitzender der Dürr AG.
Auftragseingang und Umsatz über Vorjahr
Der Auftragseingang des Dürr-Konzerns erhöhte sich in den ersten neun Monaten 2003 um 8,1 % auf 1.918,8 Mio. Euro (Vorjahr 1.775,1 Mio. Euro). Der konsolidierte Umsatz stieg um 7,3 % auf 1.530,8 Mio. Euro (Vorjahr 1.427,2 Mio. Euro). Dieser Zuwachs auf hohem Niveau ist vor allem auf die insgesamt positive Entwicklung des Systemgeschäfts zurückzuführen. Mit Wechselkursen der Vorjahresperiode berechnet wäre der Auftragseingang zusätzlich um 209,9 Mio. Euro und der Umsatz zusätzlich um 118,5 Mio. Euro höher ausgefallen.
Der Auftragsbestand des Dürr-Konzerns betrug am 30. September 2003 1.734,0 Mio. Euro. (Vorjahr 1.514,7 Mio. Euro, +14,5 %). Der hohe Wert ist vor allem auf den starken Auftragseingang im Unternehmensbereich Paint Systems zurückzuführen und verteilt sich nicht gleichmäßig auf den gesamten Konzern. Daher ist die Kapazitätsauslastung in den einzelnen Unternehmensbereichen, Produktlinien und Regionen nach wie vor sehr unterschiedlich. Zum 30. September 2003 erhöhte sich die Konzern-Mitarbeiterzahl auf 12.830 (Vorjahr 12.608). Grund für den Anstieg sind Neuprojekte des Unternehmensbereichs Services, der per Ende September 4.452 Mitarbeiter beschäftigte (Vorjahr 3.996). Dagegen reduzierte Dürr die Personalkapazitäten in seinen vier Engineering-Unternehmensbereichen gegenüber dem 30. September 2002 um 234 auf 8.378 Mitarbeiter.
Die Sachinvestitionen begrenzte Dürr in den ersten neun Monaten 2003 auf 11,9 Mio. Euro (Vorjahr 12,8 Mio. Euro, -7,0 %). Ein Schwerpunkt der Investitionstätigkeit war der Umbau des Entwicklungszentrums für Lackiertechnik in Bietigheim-Bissingen (1,9 Mio. Euro).
Mit 27,9 Mio. Euro hat Dürr die in der Gewinn- und Verlustrechnung enthaltenen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (F&E) in den ersten drei Quartalen 2003 trotz anhaltend schwieriger konjunktureller Rahmenbedingungen gesteigert (Vorjahr 25,3 Mio. Euro). Hinzu kommen projektbezogene F&E-Aufwendungen. Die wichtigsten Innovationsprojekte waren die Realisierung eines integrierten Nass-in-Nass-Lackierprozesses sowie Neuund Weiterentwicklungen in der Roboter- und Tauchlackiertechnik und der Endmontage-Fördertechnik.
Unternehmensbereich Paint Systems
Mit 1.188,5 Mio. Euro lag der Gesamtauftragseingang des Unternehmensbereichs Paint Systems deutlich über dem hohen Wert der ersten neun Monate 2002 (985,0 Mio. Euro). Dies ist vor allem auf einen Großauftrag über drei Lackiersysteme in Nordamerika zurückzuführen, den General Motors im ersten Quartal 2003 erteilte. Der gute Verlauf des Systemgeschäfts in Nordamerika überkompensierte den leicht rückläufigen Auftragseingang in Europa. Der Gesamtumsatz stieg um 98,5 Mio. Euro auf 841,2 Mio. Euro. Das EBITDA entwickelte sich im dritten Quartal besser als im ersten Halbjahr und liegt nach den ersten neun Monaten 2003 mit 23,5 Mio. Euro nur knapp unter dem Vorjahreswert (24,7 Mio. Euro). Belastet wurde das Ergebnis durch die Bereinigung von Altaufträgen im Umwelttechnikgeschäft in den USA. Die Mitarbeiterzahl stieg zum 30. September 2003 projektbedingt leicht auf 2.792 (Vorjahr 2.782); zum Jahresende wird sie auf knapp über 2.700 sinken (Vorjahr 2.837).
Unternehmensbereich Final Assembly Systems
Im Unternehmensbereich Final Assembly Systems lag der Gesamtauftragseingang nach drei Quartalen mit 351,2 Mio. Euro leicht über dem Vorjahreswert (345,1 Mio. Euro). Der Gesamtumsatz stieg auf 264,1 Mio. Euro (Vorjahr 250,0 Mio. Euro). Für das gesamte Geschäftsjahr wird ein Plus beim Gesamtumsatz von rund 20 % erwartet. Die Steigerungen sind auf Erfolge in allen Tätigkeitsgebieten des Unternehmensbereichs zurückzuführen: Fahrzeugendmontage, Fördertechnik außerhalb des Endmontagegeschäfts sowie Zulieferungen an den Unternehmensbereich Paint Systems. Den Marktanteil im Bereich der Fahrzeugendmontage konnte Final Assembly Systems trotz spürbarer Investitionszurückhaltung in der Automobilindustrie ausbauen. Das EBITDA verbesserte sich mit 7,2 Mio. Euro deutlich (Vorjahr 4,1 Mio. Euro). Trotz des Umsatzzuwachses sank die Mitarbeiterzahl zum 30. September 2003 auf 1.603 (Vorjahr 1.617).
Unternehmensbereich Services
Im Unternehmensbereich Services, der den Großteil seiner Umsätze in Nordamerika tätigt, schlug sich die Aufwertung des Euros gegenüber dem US-Dollar spürbar nieder. Umrechnungsbedingt verblieben Gesamtauftragseingang (106,2 Mio. Euro, Vorjahr 109,3 Mio. Euro), Gesamtumsatz (106,2 Mio. Euro, Vorjahr 107,5 Mio. Euro) und EBITDA (7,4 Mio. Euro, Vorjahr 7,5 Mio. Euro) auf dem Niveau der ersten neun Monate 2002. Mit Wechselkursen der Vorjahresperiode wären Gesamtauftragseingang und Gesamtumsatz allerdings um je 17,4 % und das EBITDA um 21,6 % gestiegen. Aufgrund neuer Dienstleistungsaufträge erhöhte Services seine Personalkapazitäten zum 30. September 2003 um 456 Mitarbeiter (Vorjahr 3.996), vor allem in China, Großbritannien, Deutschland und den USA.
Unternehmensbereich Ecoclean
Während der Gesamtumsatz des Unternehmensbereichs Ecoclean in den ersten neun Monaten 2003 leicht auf 150,0 Mio. Euro anstieg (Vorjahr 146,8 Mio. Euro), lagen der Gesamtauftragseingang mit 131,8 Mio. Euro und das EBITDA mit 5,8 Mio. Euro unter den Werten des Vorjahreszeitraums (172,3 Mio. Euro und 7,8 Mio. Euro). Die Rückgänge sind im Wesentlichen auf die anhaltende Schwäche des nordamerikanischen Marktes zurückzuführen. Das Ergebnis ist zudem durch wachsenden Preisdruck gekennzeichnet. Dem vorsichtigen Investitionsverhalten zahlreicher Kunden begegnet Ecoclean durch die Entwicklung innovativer Produkte mit niedrigeren Investitions- und Betriebskosten sowie durch Kostensenkungen. Infolge von Kapazitätsanpassungen in den USA und Spanien reduzierte sich die Mitarbeiterzahl zum 30. September um 118 auf 963 (Vorjahr 1.081).
Unternehmensbereich Measuring Systems
Aufgrund der anhaltenden Investitionszurückhaltung in den wichtigsten Abnehmerbranchen sank der Gesamtauftragseingang des Unternehmensbereichs Measuring Systems in den ersten neun Monaten 2003 auf 279,2 Mio. Euro (Vorjahr 292,7 Mio. Euro). Mit 253,8 Mio. Euro lag der Gesamtumsatz trotz ungünstiger Wechselkurse und des schwierigen Marktumfelds auf Vorjahresniveau (259,2 Mio. Euro). Der unbefriedigenden Umsatzentwicklung in Europa und Nordamerika stand ein Plus in Asien gegenüber, wo Measuring Systems seine Position kontinuierlich ausbaut. Das EBITDA stieg auf -2,8 Mio. Euro nach -7,9 Mio. Euro in der Vorjahresperiode. Dem intensiven Preiswettbewerb begegnet der Unternehmensbereich mit umfangreichen Kostensenkungen. Die Mitarbeiterzahl ging zum 30. September 2003 auf 2.965 zurück (Vorjahr 3.072). Durch die Schließung der Vorfertigung am Standort Darmstadt werden bis Ende 2004 weitere rund 350 Stellen abgebaut. Die Aufwendungen für diese Maßnahme werden das Ergebnis des vierten Quartals 2003 belasten.
Das EBITDA des Corporate Center für die ersten neun Monate 2003 betrug 6,1 Mio. Euro (Vorjahr 13,8 Mio. Euro). Dieser Wert beinhaltet neben den Kosten der Zentrale vor allem Sonderprojekte.
Ausblick
Für das Geschäftsjahr 2003 erwartet Dürr auch nach Abzug aller Einmalaufwendungen und der Belastungen aus Wechselkursveränderungen noch ein positives Konzernergebnis vor Steuern. Der Umsatz wird voraussichtlich leicht über dem Niveau des Vorjahres (2002: 2.082,1 Mio. Euro) liegen.
Der komplette Zwischenbericht über die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2003 ist im Internet unter www.durr.com verfügbar.
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Dürr AG corpcom(at)durr.com |








