Geschäftszahlen für das 1. Halbjahr 2003 - Dürr mit deutlichem Plus beim Auftragseingang
20.08.2003
- Auftragseingang + 29,0 %, Umsatz + 5,1 %
- Ergebnis im 1. Halbjahr unbefriedigend, aber im 2. Quartal verbessert
- Ertragssteigerungsprogramm SPRINT QUADRAT in der Umsetzung
Der Technologiekonzern Dürr steigerte seinen Auftragseingang im ersten Halbjahr 2003 um 29,0 %. Beim Umsatz erzielte Dürr ein Plus von 5,1 %. Das Ergebnis verbesserte sich zwar im Vergleich zur Vorjahresperiode, ist aber nach wie vor unbefriedigend.
Mit Euro 0,5 Mio. entwickelte sich das Konzernergebnis vor Steuern im zweiten Quartal besser als im ersten Quartal (Euro -5,4 Mio.). Im ersten Halbjahr betrug das Ergebnis vor Steuern Euro -4,9 Mio. Gegenüber der von Restrukturierungsaufwand geprägten Vorjahresperiode hat es sich damit um Euro 10,7 Mio. verbessert, obwohl es auch im ersten Halbjahr 2003 durch Margendruck und eine im Vergleich zum Systemgeschäft verhaltene Entwicklung des durch kürzere Abwicklungszeiten geprägten Produktgeschäfts belastet war. Darüber hinaus enthält das Ergebnis der ersten sechs Monate 2003 Einmalaufwendungen für Kapazitätsanpassungen sowie für die Bereinigung von Strukturen.
Das EBITDA (Ergebnis vor Zinsaufwand, Steuern, Abschreibungen und Firmenwertamortisation) lag im ersten Halbjahr 2003 mit Euro 23,4 Mio. leicht über dem Niveau des Vorjahreszeitraums (Euro 21,9 Mio.). Im ersten Quartal betrug das EBITDA Euro 9,1 Mio., im zweiten Quartal Euro 14,3 Mio. Bei einem Konzernfehlbetrag von Euro -2,5 Mio. für das erste Halbjahr 2003 (Vorjahresperiode Euro -7,9 Mio.) betrug das Ergebnis je Aktie Euro -0,18 (Vorjahresperiode Euro -0,55).
In den Unternehmensbereichen zeigte sich das EBITDA für das erste Halbjahr 2003 wie folgt: Paint Systems Euro 10,4 Mio. (Vj. Euro 15,8 Mio.), Final Assembly Systems Euro 2,4 Mio. (Vj. Euro -2,8 Mio.), Services Euro 4,9 Mio. (Vj. Euro 4,9 Mio.), Ecoclean Euro 4,3 Mio. (Vj. Euro 5,4 Mio.), Measuring Systems Euro -5,3 Mio. (Vj. Euro -12,7 Mio.).
Steigerung der Ertragskraft mit SPRINT QUADRAT
"Trotz der Verbesserung im zweiten Quartal bleibt das Ergebnis des Konzerns unbefriedigend. Daher arbeitet der Vorstand mit aller Kraft daran, die Profitabilität im Rahmen des Ertragssteigerungsprogramms nachhaltig zu verbessern", betonte Stephan Rojahn, Vorstandsvorsitzender der Dürr AG. Schwerpunkte von SPRINT QUADRAT sind die Bereiche Materialwirtschaft, Projektmanagement, Auftragsabwicklung, Vertrieb und Verwaltung sowie die Bereinigung von Standort- und Portfoliostrukturen. Alle Unternehmensbereiche und Gesellschaften des Konzerns haben Projekte zur Ertragssteigerung definiert und mit der Umsetzung der Projekte begonnen. SPRINT QUADRAT erstreckt sich bis in das Jahr 2005. Das Programm ist langfristig angelegt und schafft die Voraussetzungen für nachhaltige Profitabilität durch Best Practices. Daher werden die Maßnahmen im laufenden Geschäftsjahr nur in geringem Maße zu unmittelbaren Ergebnisbeiträgen führen.
Umsatz weiterhin auf hohem Niveau
Mit einem konsolidierten Umsatz von Euro 921,9 Mio. übertraf Dürr im ersten Halbjahr den Wert der Vorjahresperiode um Euro 44,9 Mio. Mit Wechselkursen der Vorjahresperiode berechnet wäre der Umsatz zusätzlich um rund Euro 80 Mio. gestiegen. Im zweiten Quartal lag der Umsatz deutlich über dem der ersten drei Monate des Geschäftsjahres. Die Dürr- Unternehmensbereiche erzielten in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2003 folgende Gesamtumsätze: Paint Systems Euro 500,3 Mio. (Vj. Euro 438,6 Mio.), Final Assembly Systems Euro 147,3 Mio. (Vj. Euro 160,5 Mio.), Services Euro 71,3 Mio. (Vj. Euro 71,3 Mio.), Ecoclean Euro 88,5 Mio. (Vj. Euro 96,4 Mio.), Measuring Systems Euro 160,1 Mio. (Vj. Euro 161,1 Mio.).
Überdurchschnittlich hoher Auftragseingang
Dürr erreichte im ersten Halbjahr 2003 einen überdurchschnittlich hohen Auftragseingang von Euro 1.513,0 Mio. (Vorjahresperiode Euro 1.172,7 Mio.). Mit Wechselkursen der Vorjahresperiode berechnet wäre der Auftragseingang zusätzlich um rund Euro 209 Mio. gestiegen. Ausschlaggebend für den hohen Wert war vor allem ein Großauftrag des US-Automobilherstellers General Motors über die Lieferung mehrerer schlüsselfertiger Karossen- Lackiersysteme in Nordamerika. Dieser größte Auftrag der Dürr- Firmengeschichte wird bis 2006 von den Unternehmensbereichen Paint Systems und Final Assembly Systems abgewickelt. Der Auftragsbestand des Konzerns stieg zum 30. Juni 2003 auf Euro 1.956,1 Mio. (Vorjahresstichtag Euro 1.462,6 Mio.). Die hohen Werte für Auftragseingang und Auftragsbestand verteilen sich nicht gleichmäßig auf den gesamten Konzern. Daher besteht in den einzelnen Produktlinien und Regionen eine sehr unterschiedliche Kapazitätsauslastung.
Im ersten Halbjahr 2003 verbuchten die Unternehmensbereiche folgende Gesamtauftragseingänge: Paint Systems Euro 1.013,2 Mio. (Vj. Euro 694,3 Mio.), Final Assembly Systems Euro 262,1 Mio. (Vj. Euro 192,5 Mio.), Services Euro 71,2 Mio. (Vj. Euro 73,4 Mio.), Ecoclean Euro 91,6 Mio. (Vj. Euro 91,0 Mio.), Measuring Systems Euro 173,5 Mio. (Vj. Euro 196,3 Mio.).
Mitarbeiterzahl im Engineering-Geschäft gesenkt
Zum 30. Juni 2003 beschäftigte der Dürr-Konzern 12.918 Mitarbeiter (Vorjahresstichtag 12.577). Aufgrund von Neuprojekten verzeichnete der im personalintensiven Dienstleistungsgeschäft tätige Unternehmensbereich Services einen Anstieg der Mitarbeiterzahl auf 4.470 (Vorjahresstichtag 3.975). In den Engineering-Bereichen des Konzerns reduzierte sich die Mitarbeiterzahl zum 30. Juni 2003 dagegen um 154 auf 8.448; im Vergleich zum 31. Dezember 2001 sank sie dort um 500 (-5,6 %). Bis zum Jahresende wird Dürr die Beschäftigtenzahl in den Engineering-Bereichen weiter reduzieren.
In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2003 begrenzte Dürr die Sachinvestitionen auf Euro 8,6 Mio. nach Euro 9,9 Mio. in der Vorjahresperiode (-13,1 %). Die Gewinn- und Verlustrechnung für das erste Halbjahr 2003 enthält Aufwendungen für Forschung und Entwicklung in Höhe von Euro 18,7 Mio. nach Euro 16,4 Mio. in der Vorjahresperiode; hinzu kommen projektbezogene F&E-Aufwendungen. "Damit hat Dürr den Mitteleinsatz für Innovationsprojekte trotz der schwierigen Konjunkturlage weiter gesteigert. Dies ist eine wesentliche Grundlage für den Ausbau unserer führenden Markt- und Technologiepositionen", so Dürr-Vorstandsvorsitzender Stephan Rojahn.
Konzernausblick
Für das zweite Halbjahr 2003 wird keine durchgreifende Erholung der Weltwirtschaft erwartet. Dürr geht daher davon aus, dass das Investitionsverhalten der Automobilindustrie auch weiterhin von Vorsicht geprägt sein wird. Vor diesem Hintergrund sieht der Vorstand das im Frühjahr formulierte Ziel einer Stabilisierung der Umsatz- und Ergebnissituation im Geschäftsjahr 2003 als zunehmend ehrgeizig an. Maßgeblich für das Erreichen des Ziels wird vor allem die Entwicklung des durch kürzere Abwicklungszeiten gekennzeichneten Produktgeschäfts sein.
Der komplette Zwischenbericht über das erste Halbjahr 2003 ist im Internet unter www.durr.com verfügbar.
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