Geschäftszahlen für das 1. Halbjahr 2004 (US-GAAP) - Dürr setzt Ertragsverbesserung fort
13.08.2004
- Ergebnis vor Steuern steigt auf 8,3 Mio. Euro nach -11,8 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum
- Ertragssteigerungsprogramm SPRINT QUADRAT wird konsequent umgesetzt
- Umsatz + 8,7 %
Vor allem aufgrund des Ertragssteigerungsprogramms SPRINT QUADRAT konnte der Dürr-Konzern seine Ergebnissituation im ersten Halbjahr 2004 deutlich verbessern. Der konsolidierte Umsatz stieg um 8,7 %. Dazu trugen Zuwächse in allen Unternehmensbereichen bei.
Das Ergebnis vor Steuern für die erste Jahreshälfte 2004 lag bei 8,3 Mio. Euro, nachdem es im Vorjahreszeitraum noch -11,8 Mio. Euro betragen hatte. Im zweiten Quartal 2004 erzielte Dürr ein Ergebnis vor Steuern von 4,0 Mio. Euro (Vorjahr 2,7 Mio. Euro) und konnte damit an die positive Entwicklung der ersten drei Monate anknüpfen (4,3 Mio. Euro, Vorjahr -14,5 Mio. Euro).
Die Bruttomarge des Konzerns stieg im ersten Halbjahr 2004 auf 16,9 % (Vorjahr 16,8 %), obwohl Dürr steigenden Rohstoffpreisen und anhaltend hohem Preisdruck ausgesetzt war. Die Vertriebs- und Verwaltungskosten sowie die sonstigen betrieblichen Aufwendungen konnten im Rahmen von SPRINT QUADRAT um 7,3 Mio. Euro auf 147,9 Mio. Euro gesenkt werden. Im Verhältnis zum Umsatz entspricht dies einer Reduzierung von 16,9 % auf 14,8 %.
Das Ergebnis vor Zinsaufwand, Steuern, Abschreibungen und Firmenwertamortisation (EBITDA) verbesserte sich auf 32,9 Mio. Euro nach 16,5 Mio. Euro in der ersten Jahreshälfte 2003. Einhergehend mit einer Senkung der Nettofinanzverschuldung gegenüber dem Vorjahresstichtag auf 227,2 Mio. Euro (30.06.03: 247,2 Mio. Euro) verbesserte sich das Finanzergebnis um 1,6 Mio. Euro auf -9,5 Mio. Euro. Bei einem Konzernüberschuss von 4,6 Mio. Euro (Vorjahr Fehlbetrag -6,7 Mio. Euro) betrug das Ergebnis je Aktie 0,32 Euro (Vorjahr -0,47 Euro). Dabei ist zu berücksichtigen, dass Dürr im Zuge einer internen Überprüfung festgestellt hat, dass im Abschluss für das erste Quartal 2003 auftragsbezogene Forderungen überbewertet und Rückstellungen unterbewertet waren. Daher hat Dürr die entsprechenden Posten in der Gewinn- und Verlustrechnung, der Bilanz und der Kapitalflussrechnung für das erste Halbjahr 2003 nachträglich angepasst. In seinem am 20. August 2003 veröffentlichten Bericht über das erste Halbjahr 2003 hatte Dürr ein Ergebnis vor Steuern von -4,9 Mio. Euro, einen Konzernfehlbetrag von -2,5 Mio. Euro und ein Ergebnis je Aktie von -0,18 Euro gezeigt. Die Anpassung hat keine Auswirkungen auf den Jahresabschluss des Konzerns zum 31.12.2003, da sich die dargestellten Ergebniseffekte in den folgenden Quartalen wieder umgekehrt haben. Beim Ergebnis des zweiten Quartals 2003 ergeben sich folgende Veränderungen: Das Ergebnis vor Steuern steigt auf 2,7 Mio. Euro (ursprünglich 0,4 Mio. Euro), der Konzernüberschuss auf 1,7 Mio. Euro (ursprünglich 0,3 Mio. Euro) und das Ergebnis je Aktie auf 0,12 Euro (ursprünglich 0,02 Euro).
SPRINT QUADRAT greift
»Die Ergebnisverbesserungen der ersten beiden Quartale zeigen, dass wir mit dem Ertragssteigerungsprogramm SPRINT QUADRAT auf dem richtigen Weg sind. Wir werden SPRINT QUADRAT auch weiterhin konsequent umsetzen, um unsere Rentabilität nachhaltig zu erhöhen«, sagte Stephan Rojahn, Vorsitzender des Vorstands der Dürr AG.
Die Realisierung von SPRINT QUADRAT mit den vier Hauptstoßrichtungen Kostensenkung, Risikoreduzierung, Verringerung des Net Working Capital und Standort- und Portfoliobereinigung verläuft planmäßig. Die weitaus meisten der über 200 Einzelmaßnahmen wurden gestartet und befinden sich in unterschiedlichen Umsetzungsphasen. Gegenwärtig zeigen bereits 90 % der Maßnahmen Einspareffekte. Zu den wichtigsten SPRINT QUADRAT- Maßnahmen, die im ersten Halbjahr 2004 umgesetzt oder eingeleitet wurden, zählen die Stärkung des weltweiten Einkaufsnetzwerks und die konzernweite Vereinheitlichung des Projektmanagements. Außerdem hat Dürr für alle Unternehmensbereiche verbindliche Zielwerte für das Net Working Capital definiert sowie die monatliche Kontrolle und Auswertung intensiviert. Finanzvorstand Kay Bönisch unterstrich: »Die Optimierung unseres Forderungs- und Bestandsmanagements hat zentrale Bedeutung für die weitere Senkung der Nettofinanzverschuldung.«
Ergebnisse der Unternehmensbereiche
Mit einem Anstieg des Vorsteuerergebnisses von 12,4 Mio. Euro auf 16,3 Mio. Euro (Vorjahr 3,9 Mio. Euro) trug der Unternehmensbereich Paint Systems (Lackiersysteme) im ersten Halbjahr 2004 am stärksten zur positiven Ertragsentwicklung bei. Auch die Unternehmensbereiche Final Assembly Systems (Endmontagesysteme) und Measuring Systems (Messtechnik) konnten Ihre Vorsteuerergebnisse mit 2,9 Mio. Euro (Vorjahr -1,4 Mio. Euro) beziehungsweise -5,5 Mio. Euro (Vorjahr -11,8 Mio. Euro) verbessern. Die Unternehmensbereiche Services (Dienstleistungen) und Ecoclean (Reinigungstechnik) verzeichneten Ergebnisrückgänge auf 2,6 Mio. Euro (Vorjahr 3,3 Mio. Euro) beziehungsweise auf 0,2 Mio. Euro (Vorjahr 2,4 Mio. Euro). Das Vorsteuerergebnis des Corporate Center blieb mit -8,2 Mio. Euro gegenüber dem ersten Halbjahr 2003 unverändert. Es enthält neben Kosten der Zentrale und Sonderprojekten in erster Linie Zinsaufwendungen für strategische Akquisitionen der Vorjahre.
Umsatz in allen Unternehmensbereichen gestiegen
Der konsolidierte Umsatz des Dürr-Konzerns stieg im ersten Halbjahr 2004 um 80,2 Mio. Euro auf 1.000,9 Mio. Euro (+8,7 %, Vorjahr 920,7 Mio. Euro). Bereinigt um Wechselkurseffekte, das heißt in Kursen des Vorjahreszeitraums gerechnet, hätte der Zuwachs 116,9 Mio. Euro betragen (+12,7 %). Die einzelnen Unternehmensbereiche erzielten folgende Gesamtumsätze: Paint Systems 564,9 Mio. Euro (Vorjahr 500,3 Mio. Euro), Final Assembly Systems 161,1 Mio. Euro (Vorjahr 146,1 Mio. Euro), Services 71,7 Mio. Euro (Vorjahr 71,3 Mio. Euro), Ecoclean 90,1 Mio. Euro (Vorjahr 88,5 Mio. Euro), Measuring Systems 169,1 Mio. Euro (Vorjahr 160,1 Mio. Euro).
Auftragseingang und Auftragsbestand auf Normalniveau
Der konsolidierte Auftragseingang des Dürr-Konzerns lag im ersten Halbjahr 2004 bei 975,0 Mio. Euro. Damit unterschritt er erwartungsgemäß den außerordentlich hohen Vorjahreswert (1.513,0 Mio. Euro), der allerdings einen Lackiertechnik-Großauftrag von General Motors (GM) enthielt. Bereinigt um Wechselkurseffekte hätte der Auftragseingang im ersten Halbjahr 2004 999,4 Mio. Euro betragen.
Zum 30. Juni 2004 betrug der konsolidierte Auftragsbestand 1.385,4 Mio. Euro, nachdem er zum Vorjahresstichtag aufgrund des GM-Großauftrags auf überdurchschnittliche 1.957,3 Mio. Euro gestiegen war. Bereinigt um Wechselkurseffekte läge der Auftragsbestand bei 1.424,3 Mio. Euro. Insgesamt besteht für den Konzern auch in den nächsten Monaten eine solide Grundauslastung.
Mitarbeiterzahl regional angepasst
In den Engineering-Unternehmensbereichen (Paint Systems, Final Assembly Systems, Ecoclean, Measuring Systems) hat Dürr die Personalkapazitäten im Rahmen von SPRINT QUADRAT verringert. Den Schwerpunkt bildete Measuring Systems, dessen Mitarbeiterzahl gegenüber dem 30. Juni 2003 um 189 sank. Insgesamt entfielen in den Engineering-Unternehmensbereichen seit 30. Juni 2003 476 Stellen in Europa und Amerika. Dagegen wurden in Asien im gleichen Zeitraum 116 zusätzliche Stellen geschaffen, davon 91 in China. Netto reduzierte sich der Personalstand in den Engineering- Unternehmensbereichen seit 30. Juni 2003 um 349 Mitarbeiter beziehungsweise 4,1 % auf 8.099. Dagegen erhöhte der Unternehmensbereich Services seine Mitarbeiterzahl aufgrund von neuen Dienstleistungsaufträgen auf 4.575 (Vorjahr 4.470). Insgesamt waren im Dürr- Konzern zum 30. Juni 2004 12.674 Mitarbeiter beschäftigt. Das sind 244 beziehungsweise 1,9 % weniger als am 30. Juni 2003.
Innovationen in allen Unternehmensbereichen
Die Gewinn- und Verlustrechnung für das erste Halbjahr 2004 enthält direkte Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (F&E) in Höhe von 15,9 Mio. Euro (Vorjahr 18,7 Mio. Euro). Das entspricht 1,6 % des Konzernumsatzes. Hinzu kamen deutlich höhere Aufwendungen für Entwicklungen im Rahmen von Kundenaufträgen. Damit ist Dürr in der Lage, seine führenden Technologiepositionen durch ein vorausschauendes Innovationsmanagement langfristig abzusichern.
Zu den wichtigsten Ergebnissen der F&E-Arbeit von Dürr gehörte im ersten Halbjahr 2004 eine neue Version des Dürr-Ecopaint-Lackierroboters für Automobilzulieferer (Paint Systems), ein weiterentwickeltes Robotersystem für das mechanische Entgraten von Werkstücken (Ecoclean), eine Lösung für die automatische Montage von Glasdachmodulen (Final Assembly Systems) und eine neue Reglerplattform für Fahrzeugprüfstände (Measuring Systems). Der Unternehmensbereich Services konnte erstmals einen Vertrag über Wartungsarbeiten in einem Motorenwerk abschließen.
Sachinvestitionen
Aufgrund der geringen Fertigungstiefe kommt den Sachinvestitionen im Dürr-Konzern eine untergeordnete Rolle zu. Im ersten Halbjahr 2004 wurden sie auf 5,7 Mio. Euro begrenzt (Vorjahr 8,6 Mio. Euro). Im Vordergrund stehen bei Dürr als Engineering-Unternehmen Investitionen in das Humankapital.
Ausblick
Dürr geht davon aus, dass sich die moderate wirtschaftliche Erholung im weiteren Jahresverlauf fortsetzen wird. Vor dem Hintergrund der starken Kostenfokussierung der Automobilindustrie ist jedoch auch weiterhin mit einem restriktiven Investitionsverhalten der Kunden und hohem Margendruck zu rechnen. Nach dem durch Sondereffekte bedingten Verlust im abgelaufenen Geschäftsjahr erwartet der Vorstand für 2004 ein Ergebnis vor Steuern, das den im Geschäftsjahr 2003 vor Restrukturierungsaufwand erzielten Wert (18,7 Mio. Euro) übertreffen wird. Der Umsatz wird den hohen Wert des Vorjahres voraussichtlich leicht unterschreiten.
Der Dürr-Konzern ist ein weltweit führender Anbieter von Produktionssystemen und produktionsbegleitenden Dienstleistungen für die Automobilindustrie. Im Geschäftsjahr 2003 erzielte Dürr mit rund 12.750 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 2,3 Mrd. Euro.Der komplette Bericht über das erste Halbjahr 2004 steht unter www.durr.com zur Verfügung.
Dürr-Konzern 1. Halbjahr 2004 (US GAAP) | 1 HJ 2004 | 1 HJ 2003 | |
|---|---|---|---|
Auftragseingang | Euro Mio | 975,0 | 1.513,0 |
Umsatz | Euro Mio | 1.000,9 | 920,7 |
Auftragsbestand (30.06.) | Euro Mio | 1.385,4 | 1.957,3 |
EBITA | Euro Mio | 32,9 | 16,5 |
EBIT | Euro Mio | 19,3 | 1,5 |
EBT | Euro Mio | 8,3 | -11,8 |
Überschuss/Fehlbetrag | Euro Mio | 4,6 | -6,7 |
|
|
|
|
Ergebnis je Aktie | Euro | 0,32 | -0,47 |
Höchst-/Tiefstkurs der Dürr-Aktie | Euro | 21,10/17,50 | 17,45/13,15 |
Mitarbeiter (30.06.) |
| 12.674 | 12.918 |
Mitarbeiter ohne Services |
| 8.099 | 8.448 |
Unternehmensbereich | 1 HJ 2004 | 1 HJ 2003 | Paint Systems strong> | |
|---|---|---|---|---|
| Gesamtumsatz | Euro Mio | 564,9 | 500,3 | |
| EBT | Euro Mio | 16,3 | 3,9 | |
| Mitarbeiter (30.06.) | 2.738 | 2.776 | ||
| Final Assembly Systems strong> | ||||
| Gesamtumsatz | Euro Mio | 161,1 | 146,1 | |
| EBT | Euro Mio | 2,9 | -1,4 | |
| Mitarbeiter (30.06.) | 1.572 | 1.598 | ||
| Services strong> | ||||
| Gesamtumsatz | Euro Mio | 71,7 | 71,3 | |
| EBT | Euro Mio | 2,6 | 3,3 | |
| Mitarbeiter (30.06.) | 4.575 | 4.470 | ||
| Ecoclean strong> | ||||
| Gesamtumsatz | Euro Mio | 90,1 | 88,5 | |
| EBT | Euro Mio | 0,2 | 2,4 | |
| Mitarbeiter (30.06.) | 940 | 1.036 | ||
| Measuring Systems strong> | ||||
| Gesamtumsatz | Euro Mio | 169,1 | 160,1 | |
| EBT | Euro Mio | -5,5 | -11,8 | |
| Mitarbeiter (30.06.) | 2.795 | 2.984 | ||
|
Dürr AG corpcom(at)durr.com |








