Presse

Dürr setzt beim Campus auf zukunftsweisendes Energiekonzept

28.04.2008

  • 40% geringere Energiekosten als bei einem konventionellen Konzept
  • 2.100 Tonnen weniger Co2-Emissionen pro Jahr
  • Nutzung regenerativer Energie

Bietigheim-Bissingen, 28. April 2008 – Im Beisein der baden-württembergischen Umweltministerin Tanja Gönner hat Dürr-Vorstandsvorsitzender Ralf W. Dieter das nachhaltige Energiekonzept  „Campus Energy 21“ für den Dürr-Campus in Bietigheim-Bissingen vorgestellt. Beim heutigen Spatenstich für den rund 26.000 m2 großen Bürokomplex erläuterte er den Einsatz regenerativer Energie und die energieeffiziente Bauweise des neuen Bürogebäudes.

Mit dem Umzug von Stuttgart nach Bietigheim-Bissingen Mitte 2009 konzentriert Dürr seine Lackier-, Montage- und Umwelttechnikaktivitäten. Dafür baut Dürr den bestehenden Standort aus und wird mit rund 1.500 Mitarbeitern zum größten Arbeitgeber in Bietigheim-Bissingen. Auf dem Campus setzt der Maschinen- und Anlagenbaukonzern auf ein zukunftsorientiertes Energiekonzept: die Ressourcen schonende Gewinnung von Energie und die Reduzierung des CO2-Ausstoßes. Dieser Ansatz knüpft an die Dürr-Produktphilosophie an, die auf die Schonung von Ressourcen setzt.

„Im Vergleich zu einem konventionellen Ansatz erzeugen wir mit ‚Campus Energy 21’ rund 2.100 Tonnen weniger CO2-Emissionen pro Jahr. Gleichzeitig reduzieren sich unsere Energiekosten gegenüber einem konventionellen Konzept um 40%“, sagte Ralf W. Dieter. Dazu tragen zwei Elemente bei: erstens die energiesparende Bauweise des neuen Bürokomplexes, die sich durch sehr guten Wärmeschutz und intelligente Gebäudetechnik auszeichnet. Dadurch unterschreitet Dürr die Werte der staatlichen Energieeinsparverordnung (EnEV, Stand 2004) um 60%. Zweitens leistet eine Mischung aus fünf Energiequellen den zentralen Beitrag zur Schonung von Ressourcen: Blockheizkraftwerke, Geothermie, Erdwärmetauscher, Prozesswärmerückgewinnung und Fotovoltaik.

Umweltministerin Tanja Gönner lobte die innovative Konzeption des Bauprojekts. "Wir sehen es positiv, wenn Unternehmen neue Wege gehen, in dem sie sich für eine nachhaltige Ressourcennutzung entscheiden." Der komplexe Ansatz von 'Campus Energy 21' sei beispielgebend für zukunftsorientierte Energieversorgungssysteme, so Gönner. "Über Leuchtturmprojekte wie den Campus kann es gelingen, modernen Umwelttechnologien den Weg in die Alltagspraxis zu ebenen", so Gönner.

Campus steht für einen 70.700 m2 großen Standort der kurzen Wege zur Verbesserung der internen Arbeitsabläufe. So sind im Bürokomplex verwandte Abteilungen in räumlicher Nähe angeordnet und Meetingpoints für informelle Besprechungen geplant. „Die Arbeitsplätze werden hochwertig und nach aktuellen arbeitstechnischen und wissenschaftlichen Erkenntnissen ausgestattet“, sagte Ralf W. Dieter beim Spatenstich, an dem auch der Oberbürgermeister von Bietigheim-Bissingen, Jürgen Kessing, teilnahm.

Bereits im November wurde auf dem Campus mit dem Bau zweier Gebäude begonnen – einer modernen Logistikhalle sowie einem 2.500 m2 großen Hallenanbau für Testanlagen an das weltgrößte Technologiezentrum, in dem Dürr Produkte und Verfahren rund um die Lackiertechnik entwickelt sowie Kundentests durchführt. Weitere Bestandteile des Campus sind ein neues, mit hochwertiger Technik ausgestattetes Kundenzentrum, das noch mehr Raum für Schulungen – zum Beispiel an Lackierrobotern – bietet, sowie die bereits bestehende Produktionshalle. Insgesamt investiert Dürr rund
50 Mio. €.


HINTERGRUNDINFORMATIONEN ENERGIEKONZEPT

1.   Blockheizkraftwerk: Zwei eigene Kraftwerke auf dem Campus dienen zur Wärmegewinnung und Stromerzeugung. Die Wärme wird im Winter direkt verwendet, im Sommer mit Hilfe einer Absorptionsanlage in Kälte umgewandelt. Wenn möglich werden die Blockheizkraftwerke mit Biogas betrieben, ansonsten mit Erdgas.

2.   Geothermie: Erdsonden in bis zu 99 m Tiefe nehmen im Winter Wärme auf und geben im Sommer Wärme ab. Die Energieübertragung erfolgt mit Wasser, das zur Kühlung bzw. – nach weiterer Erwärmung – zur Beheizung dient. Nach diesem Prinzip funktioniert auch die Nutzung von Grundwasser, das über Entnahmebrunnen
gewonnen und über Schluckbrunnen ins Erdreich zurückgelassen wird.

3.   Erdwärmetauscher: Luft durchströmt 240 m Erdkanäle und wird dort mit Hilfe von Erdwärme und Erdkühle temperiert. Anschließend wird sie zur Gebäudebelüftung eingesetzt, wobei im Winter eine zusätzliche Erwärmung notwendig ist.

4.   Prozesswärmerückgewinnung: Erwärmte Abluft aus dem Technologiezentrum wird Wärmetauschern zugeführt, um Luft oder Wasser zu temperieren.

5.  Fotovoltaik: Auf 2.700 m2 erzeugt Dürr sauberen Strom zur Einspeisung in das öffentliche Stromnetz.

Dürr ist ein Maschinen- und Anlagenbaukonzern, der in seinen Tätigkeitsfeldern führende Positionen im Weltmarkt einnimmt. Rund 90% des Umsatzes werden im Geschäft mit der Automobilindustrie erzielt. Darüber hinaus beliefert Dürr die Flugzeugindustrie, den Maschinenbau sowie die Chemie- und Pharmaindustrie mit innovativer Produktions- und Umwelttechnik. Die Dürr-Gruppe agiert mit zwei Unternehmensbereichen am Markt: Paint and Assembly Systems bietet Produktions- und Lackiertechnik, vor allem für Automobilkarosserien. Maschinen und Systeme von Measuring and Process Systems kommen unter anderem im Motoren- und Getriebebau und in der Fahrzeugendmontage zum Einsatz. Im Geschäftsjahr 2007 erzielte Dürr mit rund 6.000 Mitarbeitern einen Umsatz von knapp 1,5 Mrd. €. Weltweit verfügt Dürr über 47 Standorte in 21 Ländern.

 

Dürr AG
Corporate Communications und Investor Relations
Günter Dielmann
Telefon +49 711 136-1785
Telefax +49 711 136-1034


corpcom(at)durr.com

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