Dürr im ersten Quartal 2009 mit positivem Ergebnis
28.04.2009
- Schwacher Auftragseingang, aber Chancen im weiteren Jahresverlauf
- Optimierungsmaßnahmen greifen
- Erfolgreicher Ausbau des Aircraft-Geschäfts
Stuttgart, 28. April 2009 – Der Dürr-Konzern hat trotz des außerordentlich schwierigen Marktumfelds im ersten Quartal 2009 wie angekündigt ein positives EBIT von 4,8 Mio. € erzielt. „Die robuste Ergebnisentwicklung bestätigt die Wirksamkeit unserer Maßnahmen zur Kapazitätsanpassung und operativen Prozessverbesserung“, sagte Vorstandschef Ralf Dieter. Trotz eines Umsatzrückgangs von 13%, der aus kundenseitigen Verzögerungen in laufenden Projekten resultierte, konnte Dürr das Bruttoergebnis steigern und die Bruttomarge von 17,0% auf 19,7% ausbauen. Der Auftragseingang war mit 60% in einer ähnlichen Größenordnung rückläufig wie im gesamten deutschen Maschinen- und Anlagenbau. Die Automobilindustrie hat im ersten Quartal keine größeren Investitionsentscheidungen getroffen. „Im März wurde jedoch eine Stimmungsverbesserung erkennbar, die insbesondere von den Absatzsteigerungen in den Wachstumsmärkten Brasilien, Indien und China getragen wurde. In diesen Märkten stehen weitere strategische Investitionsprojekte an, die 2009 zur Vergabe kommen sollen“, so Dieter.
Das EBIT von 4,8 Mio. € (Q1 2008: 10,4 Mio. €) enthielt neben Restrukturierungsaufwendungen von 1,3 Mio. € auch einen Anstieg der Kosten für Forschung & Entwicklung von 0,4 Mio. € und der Vertriebskosten von 1,9 Mio. €. Die höheren Vertriebskosten resultierten aus der Anfang des Jahres gestarteten Vermarktungsinitiative für energieeffiziente Systeme und Services. Das Ergebnis nach Steuern war mit 0,5 Mio. € positiv (Q1 2008: 4,5 Mio. €). Der Unternehmensbereich Paint and Assembly Systems erreichte ein EBIT leicht unter Vorjahresniveau, während Measuring and Process Systems aufgrund von Auftragsverschiebungen und Unterauslastung in der Reinigungstechnik in die roten Zahlen rutschte.
Die Nettofinanzverschuldung betrug zum Ende des ersten Quartals 73,0 Mio. € (31.3.2008: 58,3 Mio. €). Mit liquiden Mitteln von 102,0 Mio. € und ungenutzten Barkreditlinien von 135,0 Mio. € verfügt Dürr über einen ausreichenden finanziellen Spielraum. Die Eigenkapitalquote stieg innerhalb der vergangenen zwölf Monate von 23,2% auf 32,2% (31.3.2009).
Der operative Cashflow und der Free Cashflow waren infolge eines gestiegenen Nettoumlaufvermögens mit -32,3 Mio. € beziehungsweise -42,3 Mio. € negativ. “Der rückläufige Auftragseingang, die entsprechend geringeren Anzahlungen und die Projektverzögerungen führten zu einer Erhöhung des Nettoumlaufvermögens“, sagte Dürr-Finanzvorstand Ralph Heuwing. „Wir betreiben weiterhin ein intensives Liquiditäts-, Vorrats- und Forderungsmanagement, um aktiv gegenzusteuern“.
Im Rahmen der Strategie „Dürr 2010“ hat Dürr den Ausbau des Geschäfts mit der Flugzeugindustrie erfolgreich fortgesetzt. Zuletzt erteilte Airbus einen Großauftrag über die Lieferung von 57 Lackierkabinen für das Großraumflugzeug A350. Dürr steht zurzeit in konkreten Verhandlungen über mehrere Projekte für die Flugzeugindustrie, darunter ein weiteres Großprojekt von Airbus.
Dürr tritt dem Konjunkturabschwung mit einem umfassenden und offensiven Maßnahmenpaket zur Senkung von Kapazitäten und Kosten entgegen. Im ersten Quartal wurden Stellen in Frankreich und den USA sowie weltweit die Mehrzahl der Leasingkräfte abgebaut. Im zweiten Quartal werden im Ausland weitere Anpassungen erfolgen. In Deutschland wird die Kurzarbeit leicht ausgeweitet, ihr Umfang hängt von der Auslastung an den einzelnen Standorten ab. Insgesamt wird Dürr seine Kapazitäten im laufenden Jahr voraussichtlich um 15 bis 20% verringern. Entsprechend der Marktlage kann ein weiterer Stellenabbau in einzelnen Ländern erforderlich werden. Die Stammbelegschaft im Inland soll stabil gehalten werden.
Ausblick
Aus heutiger Sicht rechnet Dürr für 2009 weiterhin mit einem moderaten Umsatz- und Ergebnisrückgang. Der Auftragsbestand von 818 Mio. € (31.3.2009) und das Service-Geschäft, das aktiv vermarktet wird, sichern einen guten Teil des geplanten Jahresumsatzes ab. Das Unternehmen geht trotz eines insgesamt verringerten Investitionsvolumens der Automobilindustrie davon aus, dass ab dem zweiten Quartal strategisch wichtige Projekte vergeben werden. Auch in der Flugzeugindustrie stehen weitere Aufträge vor der Vergabe.
Dürr ist ein Maschinen- und Anlagenbaukonzern, der in seinen Tätigkeitsfeldern führende Positionen im Weltmarkt einnimmt. Rund 85% des Umsatzes werden im Geschäft mit der Automobilindustrie erzielt. Darüber hinaus beliefert Dürr die Flugzeugindustrie, den Maschinenbau sowie die Chemie- und Pharmaindustrie mit innovativer Produktions- und Umwelttechnik. Die Dürr-Gruppe agiert mit zwei Unternehmensbereichen am Markt: Paint and Assembly Systems bietet Produktions- und Lackiertechnik, vor allem für Automobilkarosserien. Maschinen und Systeme von Measuring and Process Systems kommen unter anderem im Motoren- und Getriebebau und in der Fahrzeugendmontage zum Einsatz. Weltweit verfügt Dürr über 45 Standorte in 20 Ländern. Im Geschäftsjahr 2008 erzielte der Konzern mit rund 6.100 Mitarbeitern einen Umsatz von 1,6 Mrd. €.
Kontakt:
Dürr AG
Günter Dielmann/Mathias Christen
Corporate Communications & Investor Relations
Tel +49 (0)711 136-1785/-1381
Fax +49 (0)711 136-1716
E-Mail corpcom@durr.com
KENNZAHLEN (IFRS)
Angaben in Mio. € | Q1 2009 | Q1 | Veränderung |
Dürr-Konzern | |||
Auftragseingang | 208,4 | 517,8 | -59,8 |
Auftragsbestand (31. März) | 817,8 | 1.210,4 | -32,4 |
Umsatz | 309,5 | 356,2 | -13,1 |
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| ||
Bruttoergebnis | 60,9 | 60,6 | 0,5 |
EBIT (Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern) | 4,8 | 10,4 | -53,8 |
Ergebnis nach Steuern | 0,5 | 4,5 | -88,9 |
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Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit (operativer Cashflow) |
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Free Cashflow | -42,3 | 8,1 | - |
Investitionen | 4,1 | 3,7 | 10,8 |
Bilanzsumme (31. März) | 1.073,5 | 1.087,0 | -1,2 |
Eigenkapital (mit Fremdanteilen) (31. März) | 345,9 | 253,0 | 36,7 |
Eigenkapitalquote (31. März) (in %) | 32,2 | 23,3 | - |
Nettofinanzverschuldung1 (31. März) | 73,0 | 58,3 | 25,2 |
Net Working Capital (31. März) | 187,5 | 96,5 | 94,3 |
Mitarbeiter (31. März) | 5.991 | 6.008 | -0,3 |
Ergebnis je Aktie (in €) | 0,01 | 0,27 | - |
Ergebnis je Aktie Konzern (in €) (einschließlich nicht fortgeführte Aktivitäten) |
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Unternehmensbereich |
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Auftragseingang | 144,0 | 386,4 | -62,7 |
Umsatz | 223,3 | 268,8 | -16,9 |
EBIT (Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern) | 8,1 | 9,1 | -11,0 |
Mitarbeiter (31. März) | 3.492 | 3.530 | -1,0 |
Unternehmensbereich | |||
Auftragseingang | 64,4 | 131,3 | -51,0 |
Umsatz | 86,2 | 87,4 | -1,4 |
EBIT (Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern) | -2,2 | 2,3 | - |
Mitarbeiter (31. März) | 2.451 | 2.430 | 0,9 |
1 Ohne Finanzierungsleasing.
Aufgrund von Rundungen können sich bei Summenbildungen und bei der Berechnung von Prozentangaben geringfügige Abweichungen ergeben.
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Dürr AG corpcom(at)durr.com |








