Dürr mit dynamischem Wachstum im ersten Halbjahr
04.08.2011
- Auftragseingang mit 1,2 Mrd. € deutlich über Vorkrisenniveau
- Starke Zuwächse bei Umsatz und Ergebnis
- Jahresprognose angehoben
Bietigheim-Bissingen, 4. August 2011 – Dürr hat Auftragseingang,
Umsatz und Ergebnis im ersten Halbjahr 2011 stark gesteigert und damit die Basis für ein erfolgreiches Geschäftsjahr gelegt. Mit 1,2 Mrd. € stiegen die Bestellungen gegenüber der ersten Jahreshälfte 2010 um 63%. Im zweiten Quartal erreichten sie 643 Mio. €, damit setzte sich der positive Trend der ersten drei Monate (557 Mio. €) fort. Bei einem
Umsatzplus von 51% auf 784 Mio. € stieg das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) im ersten Halbjahr auf 32,6 Mio. € (H1 2010: 1,1 Mio. €). Aufgrund der guten ersten Jahreshälfte und der anhaltend starken Nachfrage wurde die Prognose für 2011 angehoben. Der Umsatz soll gegenüber 2010 um rund 40% und der Auftragseingang um 20% zulegen. Zuvor rechnete Dürr mit Zuwächsen von 30% und 5%. Bei der EBIT-Marge peilt Dürr nun 4,0 bis 4,5% an (zuvor 3,5 bis 4,0%).
Ralf Dieter, Vorstandsvorsitzender der Dürr AG: „Unser Geschäft entwickelt sich sehr dynamisch. Erfreulich ist besonders der kräftige Ergebnisanstieg durch die hohe Auslastung und entsprechende Skaleneffekte. In der zweiten Jahreshälfte führen wir Sonderschichten, Mehrarbeit und teilweise Samstagsarbeit ein, um unsere Kapazitäten zu erweitern.“
Sowohl im Anlagenbau als auch im Maschinenbau erzielte Dürr im ersten Halbjahr Bestellzuwächse von rund 60% gegenüber der Vergleichsperiode 2010. Die Dürr-Applikationstechnik erhielt in der ersten Jahreshälfte Bestellungen für über 800 Lackier- und Sealingroboter. Das bedeutet mehr als eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Dabei zeigte sich, dass die Automobilindustrie ihre Investitionen regional wieder breiter streut. Im Lackieranlagenbau erhielt Dürr Großaufträge aus Indien, Marokko, Brasilien, Ungarn und China. 56% des gesamten Bestellvolumens entfielen auf die Emerging Markets. Auch in Nordamerika zieht die Nachfrage für Produktionstechnik wieder an. Hier erhielt die Dürr-Tochter Ecoclean mehrere Aufträge für die Ausrüstung von Motorenwerken. Insgesamt stieg der Auftragsbestand zur Jahresmitte 2011 auf 1.747 Mio. €; die rechnerische Reichweite beträgt 12 Monate.
Nach Steuern erzielte Dürr im ersten Halbjahr ein Ergebnis von 16,0 Mio. €, davon entfielen 14,2 Mio. € auf das umsatzstärkere zweite Quartal. Die Vertriebs- und Verwaltungskosten stiegen im ersten Halbjahr 2011 mit 8,5% unterproportional zum Umsatz. Das Finanzergebnis verbesserte sich um 1,5 Mio. € auf -8,8 Mio. €. Finanzvorstand Ralph Heuwing: „Die günstigeren Konditionen unserer neuen Finanzierungsstruktur haben einen zunehmend positiven Einfluss auf das Finanzergebnis. Im Gesamtjahr erwarten wir hier Einsparungen gegenüber dem Vorjahr in Höhe von 4 bis 5 Mio. €.“
Das stark wachsende Geschäftsvolumen führte zu einer höheren Mittelbindung und einem Anstieg der Bilanzsumme um 9% gegenüber dem Jahresende 2010. Vor diesem Hintergrund lagen die Eigenkapitalquote trotz steigenden Eigenkapitals bei 24,3% (31.12.2010: 26,3%) und der operative Cashflow bei -25,1 Mio. €. Mit 34,9 Mio. € wies Dürr zur Jahresmitte 2011 eine moderate Nettofinanzverschuldung aus.
Die Konzernbelegschaft wuchs seit Ende 2010 um 8,8% beziehungsweise 518 Mitarbeiter auf 6.433 Personen. Darin sind 109 Mitarbeiter des dänischen Befülltechnikspezialisten Agramkow enthalten, an dem Dürr seit Mai mit 55% beteiligt ist. Der Aufbau fand überwiegend in den Emerging Markets statt. In Deutschland wuchs die Beschäftigtenzahl im ersten Halbjahr 2011 um 107 auf 3.038 Mitarbeiter.
Ausblick
Für das Gesamtjahr 2011 erwartet Dürr einen Umsatz von rund 1.75 Mrd. € und einen Auftragseingang von knapp 2 Mrd. €. Die EBIT-Marge wird voraussichtlich 4,0% bis 4,5% betragen. Auch das Ergebnis nach Steuern dürfte sich deutlich verbessern, zumal Dürr mit einer rückläufigen Steuerquote rechnet. Der operative Cashflow für das Gesamtjahr 2011 wird voraussichtlich positiv ausfallen.
Dürr ist ein Maschinen- und Anlagenbaukonzern, der in seinen Tätigkeitsfeldern führende Positionen im Weltmarkt einnimmt. Gut 80% des Umsatzes werden im Geschäft mit der Automobilindustrie erzielt. Darüber hinaus beliefert Dürr die Flugzeugindustrie, den Maschinenbau sowie die Chemie- und Pharmaindustrie mit innovativer Produktions- und Umwelttechnik. Die Dürr-Gruppe agiert mit drei Unternehmensbereichen am Markt: Paint and Assembly Systems bietet Produktions- und Lackiertechnik, vor allem für Automobilkarosserien. Maschinen und Systeme von Measuring and Process Systems kommen unter anderem im Motoren- und Getriebebau und in der Fahrzeugendmontage zum Einsatz. Der dritte Unternehmensbereich Clean Technology Systems beschäftigt sich mit Verfahren zur Verbesserung der Energieeffizienz und der Abluftreinigung. Weltweit verfügt Dürr über 48 Standorte in 21 Ländern. Im Geschäftsjahr 2010 erzielte der Konzern mit rund 5.900 Mitarbeitern einen Umsatz von 1,26 Mrd. €.
| 1. HJ | 1. HJ | Q2 | Q2 |
Dürr-Konzern (IFRS) | ||||
Auftragseingang | 1.200,4 | 737,1 | 643,4 | 374,9 |
Auftragsbestand (30. Juni) | 1.746,9 | 1.261,4 | 1.746,9 | 1.261,4 |
Umsatz | 783,5 | 517,9 | 424,9 | 287,6 |
EBITDA (Ergebnis vor Finanzergebnis, Steuern, und Abschreibungen) |
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EBIT (Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern) |
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Ergebnis nach Steuern | 16,0 | -13,4 | 14,2 | -2,9 |
Ergebnis je Aktie (in €) | 0,88 | -0,78 | 0,78 | -0,18 |
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit |
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Free Cashflow | -33,3 | -14,6 | -12,1 | -22,9 |
Investitionen | 12,1 | 5,4 | 7,1 | 3,0 |
Bilanzsumme (30. Juni) | 1.327,4 | 999,0 | 1.327,4 | 999,0 |
Eigenkapital (mit nicht beherrschenden Anteilen) |
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Eigenkapitalquote (30. Juni) (in %) | 24,3 | 30,4 | 24,3 | 30,4 |
Net Working Capital (30. Juni) | 63,0 | 51,2 | 63,0 | 51,2 |
Nettofinanzstatus (30. Juni) | -34,9 | -6,1 | -34,9 | -6,1 |
Mitarbeiter (30. Juni)1) | 6.433 | 5.733 | 6.433 | 5.733 |
Unternehmensbereich | ||||
Auftragseingang | 821,0 | 500,8 | 449,8 | 252,4 |
Umsatz | 514,4 | 345,2 | 277,3 | 190,8 |
EBIT | 20,8 | 3,4 | 13,9 | 5,5 |
Mitarbeiter (30. Juni) | 3.463 | 3.128 | 3.463 | 3.128 |
Unternehmensbereich | ||||
Auftragseingang | 324,1 | 201,1 | 159,0 | 100,5 |
Umsatz | 236,6 | 142,5 | 130,9 | 79,3 |
EBIT | 11,8 | -3,2 | 9,9 | 0,9 |
Mitarbeiter (30. Juni)1) | 2.683 | 2.391 | 2.683 | 2.391 |
Unternehmensbereich | ||||
Auftragseingang | 55,4 | 35,1 | 34,7 | 22,0 |
Umsatz | 32,6 | 30,2 | 16,8 | 17,5 |
EBIT | 1,5 | 0,6 | 0,9 | 0,5 |
Mitarbeiter (30. Juni) | 191 | 169 | 191 | 169 |
1Enthält erstmals 109 Mitarbeiter des im Mai 2011 zu 55% erworbenen Befülltechnikunternehmens Agramkow S/A.
2 Der Unternehmensbereich Clean Technology Systems wurde zum 1. Januar 2011 neu gegründet. Im Zuge dessen wurde der Geschäftsbereich Environmental and Energy Systems vom Unternehmensbereich Paint and Assembly Systems in den Unternehmensbereich Clean Technology Systems umgegliedert. Die Angaben des Unternehmensbereichs Paint and Assembly Systems für das erste Halbjahr und das zweite Quartal 2010 wurden angepasst, um Vergleichbarkeit herzustellen.
Aufgrund von Rundungen können sich bei Summenbildungen und bei der Berechnung von Prozentangaben geringfügige Abweichungen ergeben.
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