Technisches Glossar
- Antriebsstrang
- Alle Komponenten, die für den Antrieb eines Autos sorgen, also Motor, Kupplung, Getriebe, Differential, Gelenkwellen; bei Hinterachsantrieb auch die Kardanwelle
- Auswucht-Messsystem
- Ein Auswucht-Messsystem ermittelt unwuchtbedingte Schwingungen eines rotierenden Körpers und wertet diese Signale aus. Auf dieser Basis ermittelt das System die Größe der Unwucht und errechnet einen Ausgleichvorschlag.
- Bandende
- Abschlussbereich in der Fahrzeugendmontage, in dem fertig montierte Autos eingestellt, geprüft und für den Versand vorbereitet werden.
- Befülltechnik
- Anlagen, die Autos in der Fahrzeugendmontage mit betriebsnotwendigen Medien befüllen (Kraftstoff, Bremsflüssigkeit, Motorkühlwasser, Motor- und Getriebeöl, Kältemittel für Klimaanlage, Scheibenwaschwasser, Servoöl, Luft für Luftfedersysteme).
- Common-Products-Strategie (auch Common-Tooling-Strategie)
- Strategie der Automobilhersteller, in mehreren Werken identische Produktionstechnik einzusetzen. Dadurch lässt sich leichter ein einheitlicher Qualitätsstandard erreichen.
- Decklacklinie
- In der Decklacklinie werden Basis- und Klarlack aufgetragen. Der Basislack gibt dem Fahrzeug seine Farbe. Der durchsichtige Klarlack ist die abschließende Lackschicht, die vor Umwelteinflüssen und mechanischer Beanspruchung schützt.
- Dickstoff
- Spritzbare, häufig PVC-haltige Materialien, die zum Beispiel bei der Schweißnahtversiegelung, der Hohlraumkonservierung oder beim Unterbodenschutz von Karossen zum Einsatz kommen. Zu den Dickstoffen zählen auch Klebstoffe und flüssige Dämmmaterialien.
- Direktaufladung von Wasserlacken
- Durch das Anlegen von Hochspannung an den Lackzerstäuber werden Lacktröpfchen elektrostatisch aufgeladen. Das bewirkt einen wirkungsvolleren Lackauftrag auf der geerdeten Karosse und minimiert Farbverluste sowie die Verschmutzung des Zerstäubers.
- Drive-by-Wire
- Drive-by-Wire bedeutet, dass Befehle des Autofahrers nicht mehr mechanisch, sondern elektronisch weitergegeben werden. Die Befehle (zum Beispiel Lenkradstellung, Gas geben) werden zunächst von Sensoren aufgenommen, dann von einem Computer verarbeitet und schließlich mit Hilfe von Elektromotoren an die betreffenden Aggregate (z.B. Lenkung, Motor, Getriebe, Bremsen) weitergegeben. Mechanische Verbindungen, zum Beispiel Lenkstange oder hydraulische Bremsen, entfallen bei Drive-by-Wire-Fahrzeugen.
- Entgratung
- Entfernung so genannter Flittergrate an einem Werkstück, die beim Bohren oder Fräsen entstehen, zum Beispiel im Motoren- und Getriebebau. Würden diese Flittergrate nicht entfernt, könnten sie sich später lösen und zu Schäden oder Ausfällen führen.
- ERP-System (= Enterprise Ressource Planning)
- Anwendungssoftware zur Unterstützung der Ressourcenplanung in einem Unternehmen. Ein ERP-System sollte möglichst alle Geschäftsprozesse abdecken, zum Beispiel Materialwirtschaft, Fertigung, Vertrieb und Controlling.
- Fahrwerkeinstellung
- für optimales Fahrverhalten muss die Stellung der Autoräder zur Straße stimmen. Daher wird in der Endmontage das Fahr- werk vermessen und manuell oder auto- matisch auf die richtigen Werte eingestellt.
- Fahrzeugendmontage
- Fertigmontage von Karosse und sämtlichen Baugruppen und Komponenten eines Autos einschließlich der Prüfung und Einstellung am Bandende.
- Füllerlack
- Eine Karosserielackierung besteht in der Regel aus Grundierung (kathodische Tauchlackierung), Füllerlack, Basislack und Klarlack. Der Füllerlack hat die Aufgabe Unebenheiten des Untergrunds auszugleichen. Im Gesamtlackaufbau trägt er außerdem mit dazu bei, den Steinschlagschutz zu verbessern und die Grundierung vor UV-Strahlung zu schützen.
- Hochzeit
- Zusammenfügen und Verschrauben von Antriebsstrang, Fahrwerk und Karosse in der Fahrzeugendmontage.
- Hohlraumkonservierung
- An den Innenflächen von Karosserie-Hohlräumen wird eine zusätzliche Korrosionsschutzschicht aufgebracht.
- Injektionsflutwaschen
- Verfahren in der industriellen Reinigungstechnik. Die zu reinigenden Werkstücke befinden sich in einer geschlossenen Kammer, die mit Wasser und Reinigungsmedien geflutet wird. Danach wird das Wasser durch Düsen verwirbelt. Durch die starke Bewegung des Wassers werden Schmutzpartikel von den Werkstücken gespült.
- Karossenvorbehandlung
- Die Vorbehandlung ist die erste Station im Lackierprozess. Die Karosse wird gereinigt und mit einer Schutzschicht versehen, die Korrosion verhindert und eine bessere Haftung des Lacks erlaubt.
- Kühlschmierstoff-Aufbereitung (Filtration)
- Kühlschmierstoffe werden bei der mechanischen Bearbeitung von Werkstücken eingesetzt, zum Beispiel beim Bohren und Fräsen. Sie kühlen Werkstück und Werkzeug, reduzieren Reibung und Verschleiß und binden entstehende Späne. In Aufbereitungsanlagen wird der gebrauchte Kühlschmierstoff abgekühlt und durch Filtration von Spänen befreit, sodass er wieder im Bearbeitungsprozess eingesetzt werden kann.
- Lackzerstäuber
- Lackzerstäuber gewährleisten, dass der Lack in einem gleichmäßigen Sprühstrahl aufgetragen wird. Hochrotationszerstäuber zerstäuben den Lack mechanisch und erzeugen einen glockenförmigen Sprühstrahl. Luftzerstäuber erzeugen einen ovalen Sprühstrahl. Durch den Einsatz von Elektrostatik wird ein hoher Auftragswirkungsgrad (Lacknutzen) erzeugt.
- Leittechnik
- Zentrales Computersystem zur Steuerung und Kontrolle einer kompletten Produktionsanlage.
- Materialfluss
- Der Transport von Karosserien und Komponenten in einem Automobilwerk.
- Prüftechnik
- Auf Prüfständen am sog. Bandende werden die Funktionen fertig montierter Fahrzeuge getestet, zum Beispiel Scheinwerfer und ABS
- Pulverlackierung
- Anstelle von Nasslack wird Lackpulver mit Sprühpistolen oder Hochrotationszerstäubern aufgetragen und in Trocknern eingebrannt, das heißt verschmolzen und vernetzt. Vorteile der Pulverlackierung sind Lösemittelfreiheit und geringerer Energiebedarf. Außerdem ist eine annähernd 100-prozentige Ausnutzung des Lackpulvers möglich.
- Reinigungstechnik
- Reinigungsanlagen von Dürr befreien Werkstücke von Schmutzresten, die bei der mechanischen Bearbeitung entstehen. Im Motoren- und Getriebebau ist die Werkstückreinigung qualitätsentscheidend, da schon geringe Restschmutzmengen zu Schäden führen können.
- Rohbau
- Fertigen, Zusammenfügen sowie Verschweißen, Verkleben oder Vernieten aller Karosseriebauteile zur so genannten Rohkarosse.
- Strömungssimulation
- Computersimulation von Strömungen, beispielsweise Luft-, Wasser- oder Lackströmungen.
- Systemgeschäft
- Realisierung einer kompletten, aus mehreren Einzelprodukten oder -gewerken bestehenden Anlage, zum Beispiel einer Lackiererei oder einer Endmontagelinie. Das Systemgeschäft (Anlagengeschäft) ist durch längere, zum Teil mehrjährige Abwicklungszeiten und hohe Auftragswerte gekennzeichnet.
- Systemintegration
- Ein Systemintegrator fügt im Auftrag des Kunden mehrere Produkte, die von verschiedenen Herstellern geliefert werden können, zu einem schlüsselfertigen Gesamtsystem zusammen.
- Tauchlackierung
- Dient der Grundierung der Karosse. Dabei wird die Karosse komplett in den Lack eingetaucht. Der flüssige Lack haftet an der gesamten Oberfläche und in den Hohlräumen. Nach dem Tauchvorgang wird der Lack, wie bei anderen Lackierverfahren auch, getrocknet und gehärtet.
- Unterbodenschutz
- Hochviskoses, PVC-haltiges Material, das nach der Tauchlackierung auf Unterboden und Türschweller der Karosserie aufgetragen wird. Schützt die Grundierung vor Steinschlag.
- Virtual Reality/Virtuelle Realität
- Am Computer geschaffene dreidimensionale und animierte Umgebung, in der sich der Benutzer mithilfe von Software oder elektro- nischen Geräten bewegt (zum Beispiel Moni- torbrille). Virtual-Reality-Software kommt zum Beispiel bei der Planung von Automobil- werken zum Einsatz. Sie vermittelt ein realitätsgetreues Bild des Werks mit allen Produktionsanlagen und -prozessen.
