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Interview mit Ralf W. Dieter, Vorstandsvorsitzender Dürr AG

Nachhaltigkeit bei Dürr hat viele Facetten

Was bedeutet Nachhaltigkeit bei Dürr?

Wir streben nicht nur nach wirtschaftlichem Erfolg, sondern wollen uns bei all unseren Aktivitäten verantwortungsvoll gegenüber Umwelt, Gesellschaft, Mitarbeitern sowie Kunden und Lieferanten verhalten.

In welchen Bereichen spiegelt sich dieses nachhaltige Handeln wider?

Unsere Kunden merken das vor allem bei unseren Produkten und Anlagen. Diese helfen ihnen, den Verbrauch von Energie, Material und Ressourcen zu reduzieren und Emissionen zu verringern. Die Umweltverträglichkeit eines Produkts gewinnt bei der Kaufentscheidung zunehmend an Bedeutung und ist eines der Hauptkriterien unserer Entwicklungsarbeit. Niedrigere Stückkosten und Life-Cycle-Kosten durch Verbrauchsoptimierung sichern die Kosteneffizienz unserer Maschinen und Anlagen. Darüber hinaus sind wir sehr bestrebt, mit unseren Anspruchsgruppen einen verantwortungsvollen und fairen Umgang zu pflegen.

Können Sie uns Beispiele für energieeffiziente Produkte aus dem Hause Dürr geben?

Dürr Farbwechsler EcoLCC Natürlich, ich könnte da eine ganze Reihe nennen. Unser Farbwechsler EcoLCC im Arm des Lackierroboters ist schnell und minimiert den unvermeidlichen Lackverlust von bis 45 Milliliter auf bis zu 10 Milliliter. Das erhöht den Karosserie-Durchsatz unserer Kunden bei der Decklackierung und verringert den Energieverbrauch pro lackierte Karosse um jeweils 5 %.

Mehrfach ausgezeichnet wurde unser EcoDryScrubber, unter anderem mit dem „Industrial Equipment Performance Award“ von Peugeot Citroën. Dieses Lackierkabinensystem zur Trockenabscheidung von Lacknebel kommt völlig ohne Chemikalien und Wasser aus. Es sorgt für eine Energieeinsparung von bis zu 60 % in der Lackierkabine. Unsere ORC-Anlagen, also Organic Rankine Cycle, erzeugen Strom aus bislang ungenutzter Abwärme. Sie können zum Beispiel an Blockheizkraftwerke und Biogasanlagen angeschlossen werden. Unser Claim „Leading in Production Efficiency“ verdeutlicht, welchen hohen Stellenwert solche innovativen Produkte bei uns haben.

Wie sieht es an Ihren Standorten in 28 Ländern mit Ressourcenschonung und Energieeinsparung aus?

Bei Neubauten und Gebäuderenovierungen legen wir großen Wert auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz. Der Dürr-Campus in Bietigheim ist unser Paradebeispiel: Mit dem innovativen Energiekonzept „Campus Energy 21“ nutzen wir dort unterschiedliche Verfahren wie Tiefengeothermie, Erdwärmetausch und Fotovoltaik. Zudem steht „Campus Energy 21“ für eine energiesparende Bauweise mit effektiver Isolierung, Betonkernaktivierung zur Raumtemperierung sowie tageslicht- und bewegungsgesteuerter Beleuchtung. Im Vergleich zu herkömmlichen Gebäuden werden mit diesen Technologien 40 % an Energie eingespart.

Systematisch erfassen wir Kennzahlen wie Energie- und Wasserverbrauch sowie Abfallaufkommen unserer Standorte und arbeiten weiter an Optimierungsmaßnahmen. Die genauen Zahlen können Sie unserem Factsheet  entnehmen.

Welche Bedeutung haben die Mitarbeiter bei Dürr?

Sie sind die Basis für den Erfolg unseres Unternehmens. Wir wollen, dass sich unsere Mitarbeiter bei uns wohlfühlen. Aus diesem Grund haben wir im Juni 2013 unsere regelmäßige Mitarbeiterbefragung erstmals an all unseren Standorten weltweit durchgeführt. Die Ergebnisse belegen das hohe Engagement und die große Identifikation der Mitarbeiter mit unserem Unternehmen. Als Arbeitgeber wird Dürr als sehr attraktiv eingeschätzt. Nicht ohne Stolz möchte ich an dieser Stelle darauf hinweisen, dass wir von der Zeitschrift Focus im Ranking "Deutschlands Beste Arbeitgeber 2015" mit Platz 6 in der Kategorie "Großunternehmen Maschinen- und Anlagenbau" ausgezeichnet wurden. Auch die HOMAG Group AG ist auf Platz 9 des Rankings eine beliebte Adresse.

Sie beschäftigen rund 14.700 Mitarbeiter an 92 Standorten. Wie wirkt sich diese weltweite Präsenz aus?

Internationalität prägt unsere tägliche Arbeit. Wir schätzen die kulturelle Vielfalt unserer Mitarbeiter. Wenn wir ihre Fähigkeiten nutzen, erzielen wir die besten und nachhaltigsten Ergebnisse. Diversity und Chancengleichheit sind uns in der Personalpolitik wichtig.

Wie nimmt Ihr Unternehmen seine gesellschaftliche Verantwortung wahr?

Wir unterstützen soziale und kulturelle Projekte in unserem regionalen Umfeld. Vor allem engagieren wir uns in der Bildungsförderung. So haben wir Kooperationsverträge mit verschiedenen Schulen im In- und Ausland und bieten unter anderem Praktika und Ausbildungstrainings an. Schenck Shanghai Machinery (SCCN), eine unserer beiden Tochtergesellschaften in China, unterstützt zum Beispiel seit mehreren Jahren durch Bildungspatenschaften zwei örtliche Berufsschulen. In einer von ihnen, der Shanghai Electric Industry School (SEIS), haben wir eine Schenck-Klasse aufgebaut. Seit vielen Jahren unterstützen wir auch eine Schule für geistig behinderte Kinder finanziell. Außerdem stärken wir durch Kooperationen mit Universitäten den wissenschaftlichen Austausch.

Spüren Sie ein wachsendes Interesse an der Nachhaltigkeit Ihrer Unternehmensaktivitäten?

Ja, sehr deutlich. Kunden und Investoren möchten wissen, was wir zum Beispiel zur Ressourcenschonung tun und was wir unseren Mitarbeitern bieten. Mit unserem Geschäftsbericht und dem Nachhaltigkeitsbericht tragen wir dieser Entwicklung Rechnung. Im Carbon Disclosure Projekt, eingeführt von internationalen Investoren, geben wir bereits seit dem Jahr 2008 Jahren Auskunft über unseren Energieverbrauch und Abfallmengen. Aber unsere Kunden erkundigen sich auch direkt, was wir auf diesem Gebiet tun.

Wir wollen außerdem unsere Mitarbeiter für das Thema weiter sensibilisieren. Gemeinsam möchten wir bei Dürr den eingeschlagenen Weg weitergehen – denn unternehmerische Interessen lassen sich sehr gut mit gesellschaftlicher und ökologischer Verantwortung in Einklang bringen.

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