Interview mit Ralf Dieter, Vorstandsvorsitzender Dürr AG
Nachhaltigkeit als Werttreiber
Was versteht Dürr unter Nachhaltigkeit?
Wir wollen erfolgreiches wirtschaftliches Handeln und den verantwortungsvollen Umgang mit Umwelt, Mitarbeitern und Gesellschaft in Einklang bringen.
Wird Nachhaltigkeit zum Werttreiber werden?
Wir haben uns mit unseren Produkten und Anlagen schon frühzeitig darauf konzentriert, die Energie- und Materialverbräuche bei unseren Kunden sowie die Abfallmengen deutlich zu reduzieren. Die Kunden schauen nicht nur auf den Preis eines Produktes, sondern immer mehr auf die Umweltverträglichkeit. Die Total Cost per Unit und die Total Cost of Ownership werden immer wichtiger. Wir haben uns einen deutlichen Wettbewerbsvorsprung mit unseren umweltverträglichen Lösungen geschaffen. Als Paradebeispiel ist unser Green Paintshop zu nennen. In dieser energetisch optimierten Lackiererei kann der Produzent mittlerweile ein Auto mit einem Energieverbrauch von unter 500 kW/h lackieren - vor ein paar Jahren noch eine unvorstellbare Größe.
Können Sie ein paar Beispiele nennen, wie Dürr nachhaltig wirtschaftet?
Wir erfassen systematisch die Kennzahlen wie Energiebedarf, Wasserverbrauch und Abfallaufkommen unserer Standorte. Alleine durch Quervergleiche, Kontrollrechnungen und sich daraus ergebenden Optimierungsmaßnahmen konnten wir deutliche Einsparungen realisieren. Die genauen Zahlen können Sie unserem Factsheet entnehmen.
Bei Neubauten und Gebäuderenovierungen legen wir großen Wert auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz. Der Dürr-Campus in Bietigheim ist ein Paradebeispiel: Mit dem innovativen Energiekonzept „Campus Energy 21“ nutzen wir dort unterschiedliche Verfahren wie Tiefengeothermie, Erdwärmetausch und Fotovoltaik. Zudem steht „Campus Energy 21“ für eine energiesparende Bauweise mit effektiver Isolierung, Betonkernaktivierung zur Raumtemperierung sowie tageslicht- und bewegungsgesteuerter Beleuchtung. Im Jahr 2010 trug der Dürr-Campus erheblich dazu bei, dass der Brennstoffverbrauch des Konzerns gegenüber dem Vorjahr um 12% sank und der Strombedarf um 19% zurückging.
Warum wird Nachhaltigkeit immer wichtiger?
Vor ein paar Jahren haben nur wenige darüber gesprochen. Mittlerweile ist das nachhaltige Wirtschaften zu einem zentralen Thema geworden. Die Ressourcen werden knapper, der CO²-Ausstoß belastet die Umwelt. So steigen die staatlichen Auflagen ständig. Und auch die Investoren interessieren sich vermehrt für die Nachhaltigkeitspraxis in Unternehmen.
Im Carbon Disclosure Projekt, eingeführt von internationalen Investoren, geben wir bereits seit vier Jahren Auskunft über unseren Energieverbrauch und Abfallmengen. Aber auch unsere Kunden wollen zunehmend wissen, was wir auf diesem Gebiet tun.









