Geschäftsmodell
Dürr ist ein weltweit führender Anbieter von Systemen, Dienstleistungen und Produkten vorwiegend für die Automobilfertigung. Gut 80% unseres Umsatzes erzielen wir im Geschäft mit der Automobilindustrie. Darüber hinaus beliefern wir die Flugzeugindustrie, den Maschinenbau sowie die Chemie-, Pharma- und Druckindustrie. Rund 55% unserer Aktivitäten entfallen auf den Anlagenbau, 45% auf den Maschinenbau.
Dürr ist in 23 Ländern an 51 Standorten (davon 33 mit Produktionsstätten) vertreten. Als Systemanbieter plant und baut Dürr Lackierereien und Endmontagewerke, hauptsächlich für die Automobilindustrie, aber auch für den Flugzeugbau. Das Angebotsspektrum umfasst darüber hinaus industrielle Reinigungssysteme, Automatisierungstechnik und Auswuchtmaschinen für die Produktion von Motoren- und Getriebekomponenten sowie Montage-, Prüf- und Befülltechnik für die Fahrzeugendmontage. Hinzu kommt die Umwelttechnik, wo Dürr Abluftreinigungsanlagen für Automobillackierereien und die allgemeine Industrie anbietet. 45% der rund 7.700 Mitarbeiter arbeiten in Deutschland. Der Anteil der Mitarbeiter in den Emerging Markets ist in den letzten Jahren stetig auf 33% gestiegen.
Das operative Geschäft ist in sechs Business Units (Geschäftsbereiche) eingeteilt. Fast alle Geschäftsbereiche sind auf ihrem Tätigkeitsgebiet Weltmarktführer mit Marktanteilen von 30 - 50%. Im jüngsten Geschäftsbereich Energy Technology Systems wollen wir Technologien zur Energieeffizienzsteigerung industrieller Prozesse einführen; das soll auch mittels Akquisitionen erfolgen. Neben wenigen global agierenden Wettbewerbern gibt es einige lokale Wettbewerber.
Die Fertigungstiefe im Konzern ist mit rund 25% relativ gering. Dadurch kann Dürr in einer Abschwungsphase flexibler reagieren und weist damit ein geringeres geschäftliches Risiko auf als Unernehmen mit hoher Fertigungstiefe. Materialkosten haben eher durchlaufenden Charakter, da im Projektgeschäft die Einsatzstoffe immer mit den aktuellen Preisen in die Kalkulation einfließen. Dürr erzielt typischerweise, aufgrund des Business-Modells als Anlagenbauer, eine hohe Rendite auf das eingesetzte Kapital. Aufgrund der globalen Aufstellung und des hohen lokalen Wertschöpfungsanteils ist der Wechselkurseinfluss gering.
Dürr ist abhängig vom langfristigen Investitionsverhalten der Automobilindustrie, das kurzfristige Nachfrageverhalten der Konsumenten fällt dagegen weniger stark ins Gewicht. Längerfristig orientiert sich das Investitionsverhalten der Dürr-Kunden an der weltweiten Produktions- und Absatzentwicklung. Das Marktumfeld in der Automobilindustrie wird derzeit als positiv eingestuft mit langfristigen Zuwachsraten von weltweit 5%. Wachstumstreiber sind die Emerging Markets; allen voran China. Der Anteil der Emerging Markets am Auftragseingang von Dürr liegt mit rund 55% sehr hoch.
Strategie
Wir haben unsere Unternehmensstrategie weiterentwickelt und unter dem Namen "Dürr 2015" zusammengefasst. Im Zentrum unserer Strategie stehen zwei übergeordnete Ziele: profitables Wachstum und die kontinuierliche Optimierung von Prozessen und Strukturen. Um unsere Wachstumsziele zu erreichen, setzen wir an fünf Hebeln an: Expansion in den Emerging Markets, Innovation, den Ausbau des Service-Geschäfts, die Erschließung neuer Geschäftsfelder über Akquisitionen sowie den Aufbau des neuen Unternehmensbereichs Clean Technology Systems. Die Kennzahlenziele, die wir dem Kapitalmarkt kommuniziert haben, verfolgen wir weiter. Der Umsatz soll in den kommenden Jahren um durchschnittlich 5 bis 10% steigen.

Weitere Expansion in den Emerging Markets
Unsere führende Wettbewerbsposition in den Emerging Markets bauen wir konsequent aus. Bis 2015 soll sich der Mitarbeiteranteil in diesen Märkten auf rund 35% erhöhen, nachdem er zwischen 2005 und Anfang 2012 bereits von 14% auf 33% gestiegen ist. Unser Ziel ist es, die lokale Wertschöpfung in Engineering, Einkauf und Produktion weiter auszubauen. Treiber sind sowohl das lokale Wachstum als auch der Export in etablierte Märkte. Auftragseingang und Umsatz des Konzerns sollen dauerhaft zur Hälfte aus den Emerging Markets kommen. Im Fokus steht vor allem China, der mittlerweile größte Automobilmarkt der Welt.
Innovation
Auch in den kommenden Jahren werden wir die F&E-Ausgaben weiter erhöhen. Zu den Schwerpunkten unseres Innovationsmanagements zählen weiterhin die Flexibilisierung und die energetische Optimierung unserer Produkte und Anlagen. Im Vergleich zu kleineren Wettbewerbern verfügen wir über höhere F&E-Budgets und können neue Technologien schneller und in größerer Zahl entwickeln. Zur Dürr-Innovationsstrategie gehören auch gezielte Akquisitionen, die unser Technologieportfolio abrunden.
Erschließung neuer Geschäftsfelder
Wir setzen unser Engineering- und Produkt-Know-how gezielt ein, um in Geschäftsfeldern zu wachsen, die technologisch an das Kerngeschäft angrenzen. Immer wichtiger wird dabei unsere Kompetenz, energiesparende Produktionsprozesse zu realisieren. Ein Geschäftsfeld, das wir in den kommenden Jahren ausbauen werden, ist die Klebetechnik für die Automobilindustrie und andere Branchen. Im Karosserierohbau ersetzen klebetechnische Verfahren zunehmend herkömmliche Fügetechniken, da sie Vorteile bei Steifigkeit und Komfort bieten. In der Endmontage wird die Klebetechnik aus Qualitätsgründen verstärkt genutzt, etwa beim Scheibeneinbau. Außerdem ist das Verfahren auch in anderen Branchen auf dem Vormarsch, zum Beispiel bei Windrädern.
Auch in der Automatisierungstechnik sehen wir Expansionsmöglichkeiten. Ein weiteres Wachstumsfeld sehen wir in der Befülltechnik. Durch die Akquisition der dänischen Agramkow können wir das gesamte Spektrum von Befüllanlagen sowohl für die Automobilindustrie als auch für die Hausgeräteindustrie anbieten.










