Freie Fahrt – Einfach umrüsten auf induktive Energieübertragung
Energieübertragung per Induktion ist zu einer gängigen Methode der Energieversorgung von Fördersystemen in der automobilen Endmontage geworden. Sie kann leicht nachgerüstet werden und trägt erheblich zur Steigerung der Anlagenverfügbarkeit bei.
In der Endmontage hat sich die induktive Energieübertragung für Elektrohängebahnen und Schubplattformen bewährt, doch auch der komplexeste Prozess der Endmontage, die Hochzeit, kann damit kostengünstig modernisiert werden: Bei dem britischen Automobilhersteller Bentley hat Dürr UK das induktive Energieübertragungssystem FASmotion in ein bestehendes, bodengeführtes Shuttle eingebaut. Das Shuttle, das zwischen der Vormontage und der Hochzeitsstation in der Chassislinie pendelt, dient der Aufnahme und dem Transport des Antriebsstranges. Dabei wird der Werkstückträger mit dem Antriebsstrang über eine Rollenbahn aus der Vormontage auf das Shuttle übertragen.
Auf der mit 15 m vergleichsweise kurzen Wegstrecke zwischen Vormontage und Chassislinie sicherte bisher eine in einer Vertiefung liegende Energieführungskette (Kabelschlepp) die Energieübertragung. Die Vertiefung wurde bis auf einen schmalen Spalt abgedeckt, um das Kabel mit der Anschlussdose am Shuttle verbinden zu können. Diese Installation erwies sich als störanfällig, da Schmutz und Kleinteile leicht durch den Spalt gelangen konnten. Dadurch entstanden immer wieder Probleme mit der Kettenführung, so dass das Kabel aus der Anschlussdose gerissen werden kann. Der Kunde wünschte eine bessere Lösung, um lange Ausfallzeiten zu vermeiden. Eine zusätzliche Herausforderung ergab sich aus der Tatsache, dass das Shuttle einen der Hauptlogistikwege kreuzt. Auf jegliche Erhöhungen musste also verzichtet werden, da der Logistikverkehr freie Fahrt benötigt.
FASmotion empfahl sich als die naheliegendeste Lösung für alle Bedürfnisse des Kunden: Durch die Verwendung eines induktiven Systems erübrigte sich die physische Verbindung, also die Energieführungskette samt Vertiefung. Stattdessen wurden die Stromversorgungskabel im Boden verlegt. Nach der Versiegelung ist der Boden vollständig eben und hindernisfrei, und die Energie wird per Induktion übertragen. Dadurch reduzierte sich das Risiko eines starken Ausfalls weitestgehend.
Die Umstellung auf FASmotion erfolgte problemlos während des zweiwöchigen Sommer-Shutdowns. Das Projekt zeigt, dass selbst mit kleineren Modernisierungsmaßnahmen in puncto Zeit und Geld das Risiko für Ausfallzeiten auf ein Minimum reduziert werden kann - bei höherer Flexibilität der Transportsysteme und niedrigerem Wartungs- und Ersatzteilaufwand.
Ihr Ansprechpartner:
Paul Massey - pjmassey(at)durr.co.uk
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