Herausforderung Transporter-Innenraum: 15% Lackeinsparung durch ESTA-Technik

23.09.2007

Swingarmroboter mit EcoBell2 Zerstäuber in
Lackierstellung

Die Innenraum-Lackierung kleinerer Nutzfahrzeuge ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Während bei Pkw meist nur wenige Innenflächen lackiert werden, ist es bei Lieferwagen und Kleintransporten üblich, den Innenraum unverkleidet zu lassen und diese häufig schwer zugänglichen Flächen zu lackieren. Zugang finden Lackierroboter durch die Heckklappe, von wo aus sie bei kleinem Bewegungsspielraum alle Bereiche mit maximaler Beweglichkeit anfahren müssen.

Im Innenraum lassen sich bei der herkömmlichen Lackierung mit Luftzerstäubung zwar große Lackmengen von 800-1000 ml/min zerstäuben, allerdings entsteht dabei ein beträchtlicher. „Overspray“. Das heißt: Viele Lacktröpfchen schlagen nicht an der gewünschten Stelle nieder, sondern verschmutzen die Kabine. Entsprechend beträgt der Auftragswirkungsgrad bei der Luftzerstäubung nur 35 bis 50 %. Angesichts der - kostenintensiven - Overspray-Thematik setzen sich auch bei der Innenlackierung zunehmend ESTA-Verfahren durch, bei denen der Lack mit geringerer kinetischer Energie aufgeladen und zerstäubt wird. Die Aufladung des Lacks mit Hochspannung führt dazu, dass die Lacktröpfchen den elektrischen Feldlinien zur geerdeten Karosserie folgen. Der Auftragswirkungsgrad erreicht so 50 bis 80 %, dadurch steigt die Lackierqualität, während die Verschmutzung der Kabine abnimmt.

Praxisbeispiel: Eine polnische Lackiererei verwendet erstmalig Dürr-Zerstäuber des Typs EcoBell2 mit Direktaufladung für die Innenlackierung mit Klarlack bei Lieferwagen und Kleintransportern. In zwei parallelen Linien mit je einem Swingarm-Lackierroboter EcoRP8 von Dürr werden die Karosserien in die Innenlackierzone gefördert. Die Roboter fahren durch die Heckklappe ein und sind auf einer Verfahrachse beweglich. Die Bewegungs- und Lackierabläufe, die vorab für unterschiedliche Fahrzeugtypen in Offline-Simulationen programmiert wurden, werden vom Roboter vollautomatisch durchgeführt. Das ESTA-Verfahren verbraucht 15% weniger Lack als die zuvor verwendeten Luftzerstäuber, und dies bei deutlich höherer Lackierqualität. Weitere wesentliche Linienparameter sind die Lackausflussraten von überwiegend 400-600 ml, der durchschnittliche Lenkluftverbrauch von 500-600 Nl/min, die Zerstäuberdrehzahl mit 50000 min-1, die konstante Hochspannung von 50 KV und die Taktzeit von 96 Sekunden.

Ihr Ansprechpartner:

Harald Voigtlländer - harald.voigtlaender(at)durr.com