Dürr und EDAG gründen Vertriebs-Joint-Venture für Aircraft-Geschäft
23.09.2008
Stuttgart, 23. September 2008 – Die Dürr Systems GmbH, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Dürr AG, und die EDAG GmbH & Co. KGaA haben den Gründungsvertrag für das Gemeinschaftsunternehmen Dürr EDAG Aircraft Systems GmbH unterzeichnet. Das Joint Venture, an dem Dürr und EDAG mit jeweils 50% beteiligt sind, soll die Vermarktung des gemeinsamen Produkt- und Leistungsangebots für die Flugzeugindustrie forcieren. Die kartellrechtliche Genehmigung wird beantragt.
Mit dem Gemeinschaftsunternehmen orientieren sich Dürr und EDAG an den Bedürfnissen ihrer Kunden aus der Flugzeugindustrie. Vor allem die großen Anbieter in der Branche suchen verstärkt die Zusammenarbeit mit leistungsfähigen Systempartnern, die in der Lage sind, auch größere Auftragspakete verlässlich abzuwickeln. Außerdem übernimmt die Flugzeugindustrie zunehmend Fertigungsmethoden aus der Automobilindustrie, dem Kerngeschäft von Dürr und EDAG.
Mit Blick auf diese strukturellen Veränderungen und das Marktwachstum in der Flugzeugproduktion wollen Dürr und EDAG ihr Aircraft-Geschäft weiter ausbauen. Im Zuge der Einführung neuer Flugzeugmodelle planen verschiedene Anbieter zurzeit umfangreiche Investitionen in Produktionstechnik. Zum Beispiel bereitet Airbus den Produktionsstart für das Großraumflugzeug A350 vor. Dabei erhielten Dürr und EDAG Anfang August von Airbus einen Auftrag für die Detailplanung der Rumpfmontagelinie.
Ralf Dieter, Vorstandsvorsitzender der Dürr AG: „Das Joint Venture wird unsere gemeinsame Schlagkraft im Wachstumsgeschäft mit der Flugzeugindustrie erhöhen. Wir können unsere Kunden noch besser hinsichtlich der bestmöglichen Produktionstechnik beraten und aufzeigen, wie wir sie unterstützen können.“
Das Produkt- und Leistungsspektrum von Dürr und EDAG für die Flugzeugindustrie ergänzt sich gut. Während Dürr Systeme für die Strukturmontage und Lackierung von Bauteilen bietet, ist EDAG vor allem auf Vorrichtungen zur Ausrüstungsmontage spezialisiert. Damit werden alle Einbauten im Flugzeugrumpf installiert, zum Beispiel Sitze, Gepäckfächer sowie Elektro- und Hydraulikausrüstungen.
Zu Geschäftsführern der Dürr EDAG Aircraft Systems GmbH werden Dr. Uwe Siewert von Dürr und Werner Lotz von EDAG berufen. Beide verfügen über langjährige Erfahrung im Anlagenbau.
Dürr und EDAG arbeiten seit rund zwei Jahren erfolgreich auf dem Gebiet der Flugzeugproduktionstechnik zusammen. Den Auftakt der Partnerschaft bildete der gemeinsame Bau einer Montagelinie für den Airbus A 320 im chinesischen Tianjin, die nach erfolgreicher Projektabwicklung im Herbst 2008 in Betrieb gehen soll. Eigens für dieses Projekt haben Dürr und EDAG im vergangenen Jahr die Arbeitsgemeinschaft Prime Contractor Consortium (PCC) gegründet.
Dr. Uwe Siewert, Leiter des Aircraft-Geschäfts bei Dürr: „Beim Bau der Montagelinie in Tianjin konnten Dürr und EDAG genau die Kompetenzen unter Beweis stellen, die bei unseren Kunden zunehmend gefragt sind: System- und Produktkompetenz, die Beherrschung großer Volumina und Projektmanagement mit globaler Präsenz.“
Bildhinweis:
Bitte beachten Sie das angehängte Bild von der Vertragsunterzeichnung in Stuttgart. V.l.n.r.: Dr. Uwe Siewert (Leiter Aircraft-Geschäft Dürr und Geschäftsführer Dürr EDAG Aircraft Systems), Ralf Dieter (Vorstandsvorsitzender Dürr AG), Manfred Hahl (COO der EDAG Gruppe), Werner Lotz (Geschäftsführer Dürr EDAG Aircraft Systems), Rainer von Borstel (Leiter der EDAG Division Aerospace)
Dürr ist ein Maschinen- und Anlagenbaukonzern, der in seinen Tätigkeitsfeldern führende Positionen im Weltmarkt einnimmt. Rund 85% des Umsatzes werden im Geschäft mit der Automobilindustrie erzielt. Darüber hinaus beliefert Dürr die Flugzeugindustrie, den Maschinenbau sowie die Chemie- und Pharmaindustrie mit innovativer Produktions- und Umwelttechnik. Die Dürr-Gruppe agiert mit zwei Unternehmensbereichen am Markt: Paint and Assembly Systems bietet Produktions- und Lackiertechnik, vor allem für Automobilkarosserien. Maschinen und Systeme von Measuring and Process Systems kommen unter anderem im Motoren- und Getriebebau und in der Fahrzeugendmontage zum Einsatz. Im Geschäftsjahr 2007 erzielte Dürr mit rund 6.000 Mitarbeitern einen Umsatz von knapp 1,5 Mrd. €. Weltweit verfügt Dürr über 47 Standorte in 21 Ländern.
Das Geschäft mit Montage- und Lackieranlagen für die Flugzeugindustrie hat Dürr in den vergangenen Jahren konsequent ausgebaut. Größter Kunde in diesem Segment ist Airbus. Von dem deutsch-französischen Hersteller erhielt Dürr in den vergangenen Jahren mehrere Aufträge für Werke in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und China.
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