Dürr mit Rekord-Auftragsbestand

Geschäftszahlen (IFRS) für die ersten neun Monate 2008

06.11.2008

  • Deutlicher Anstieg von Umsatz, Ergebnis und Cashflow
  • Nettofinanzverschuldung nahe Null
  • Ausblick: trotz Marktturbulenzen gut gerüstet für die Zukunft


Stuttgart, 6. November 2008 – In den ersten neun Monaten lag der Auftragseingang des Dürr-Konzerns mit 1.277,3 Mio. € knapp unter dem Vorjahreswert (1.307,1 Mio. €). Dabei hat Dürr jedoch bewusst auf Aufträge in der ertragsschwachen Endmontage-Fördertechnik verzichtet. Auf bereinigter Basis wäre der Auftragseingang um rund 2,5 % gestiegen. Aufgrund der anhaltend starken Nachfrage aus den Wachstumsmärkten der Automobilindustrie überstiegen die Bestellungen im dritten Quartal 2008 den Wert des Vorjahreszeitraums um 1,6%. Der Auftragsbestand stieg im Vergleich zum Jahresende 2007 um weitere 10% auf 1,2 Mrd. € und sichert eine Auslastung bis weit in das nächste Jahr hinein. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verbesserte sich in den ersten neun Monaten 2008 um 63,2% auf 43,9 Mio. €. Damit wuchs der Ertrag überproportional zum Umsatz, der sich um 14,1% auf 1.157,9 Mio. € erhöhte. Auf Basis eines stark verbesserten operativen Cashflows konnte Dürr die Nettofinanzverschuldung gegenüber dem 30. September 2007 um 154,0 Mio. € auf 17,5 Mio. € senken. Für das Gesamtjahr 2008 erwartet der Vorstand ein Umsatzplus von 10% und hält an der Zielsetzung einer EBIT-Marge von 5% fest. Für 2009 rechnet Dürr trotz schwierigerer Rahmenbedingungen mit einem vergleichbaren Geschäftsvolumen wie 2008 und einer weiteren Ergebnisverbesserung.

Ralf Dieter, Vorstandsvorsitzender der Dürr AG, sagte mit Blick auf die nachlassende Automobilkonjunktur: „Unser Auftragseingang übersteigt den Umsatz nach wie vor um rund 10%. Wir profitieren weiterhin vom Kapazitätsausbau der Automobilhersteller in den Emerging Markets wie Asien, Russland, Brasilien und Mexiko, vor allem im Kleinwagensegment. Weitere Treiber unseres Geschäfts sind die Modernisierung und Flexibilisierung bestehender Produktionsanlagen. Immerhin sind rund 60% aller Lackieranlagen weltweit älter als 20 Jahre.“

Durch interne Prozessverbesserungen konnte Dürr die Bruttomarge in den ersten neun Monaten 2008 von 16,0% auf 17,1% erhöhen; im dritten Quartal wurden 17,5% erzielt. Mit einem moderaten Plus von 4,4% erhöhten sich die Vertriebs- und Verwaltungskosten deutlich langsamer als der Umsatz. Das Ergebnis nach Steuern verdreifachte sich auf 17,0 Mio. €. Der operative Cashflow verbesserte sich in den ersten neun Monaten 2008 um 72,1 Mio. € auf 39,4 Mio. €. Auf dieser Basis strebt Dürr für das Geschäftsjahr 2008 eine Erhöhung der Dividende an.

Für 2008 rechnet Dürr mit einem Auftragseingang in etwa auf dem hohen Niveau des Vorjahres. Dies hängt allerdings davon ab, ob einige angekündigte Großaufträge noch im vierten Quartal 2008 oder erst Anfang 2009 vergeben werden. Der operative Cashflow soll im Jahr 2008 mindestens das hohe Vorjahresniveau (85,9 Mio. €) erreichen, die Nettofinanzverschuldung wird zum Jahresende voraussichtlich komplett abgebaut sein.

Ralph Heuwing, Finanzvorstand von Dürr „Wir sind operativ und finanziell gut aufgestellt. Durch die Kapitalerhöhung im Juni und den Abschluss unseres neuen Konsortialkredits im September haben wir unseren finanziellen Spielraum deutlich erweitert. Für das Jahresende 2008 streben wir eine Eigenkapitalquote von rund 30% und die Entschuldung von Dürr an. Zusammen mit unseren operativen Verbesserungen sind wir damit auch für das schwierigere Umfeld in 2009 gut gerüstet.“

Der Unternehmensbereich Paint and Assembly Systems (Lackier-, Montage- und Umwelttechnik) erzielte in den ersten neun Monaten 2008 einen Auftragseingang von 935,5 Mio. €. Auf vergleichbarer Basis, das heißt unter Berücksichtigung des reduzierten Endmontage-Fördertechnikgeschäfts, lagen die Bestellungen damit auf Vorjahresniveau. Im dritten Quartal konnte der Unternehmensbereich den Auftragseingang gegenüber dem Vorjahreswert um 4,8% auf 293,6 Mio. € steigern. Im Endmontage-Fördertechnik-geschäft, das im laufenden Jahr noch Verluste generiert, hat Dürr im dritten Quartal umfangreiche Kapazitätsanpassungen vorgenommen. Das Geschäft wird ausschließlich auf margenstarke Projekte mit technologisch führenden Produkten konzentriert, um im Jahr 2009 wieder einen positiven Ergebnisbeitrag zu leisten.

Der Maschinenbau-Unternehmensbereich Measuring and Process Systems (Auswucht- und Reinigungstechnik) erhöhte den Auftragseingang in den ersten neun Monaten 2008 um 7,2% auf 341,8 € Mio. Beim Umsatz erreichten beide Unternehmensbereiche zweistellige Zuwachsraten: Paint and Assembly Systems kam auf ein Plus von 15,3%, Measuring and Process Systems auf 10,6%. Der Auftragseingang übersteigt den Umsatz in beiden Unternehmensbereichen weiterhin um rund 10%.

Zuversichtlich für 2009

Für 2009 erwartet Dürr, dass das Geschäftsvolumen trotz der konjunkturellen Eintrübung das Niveau von 2008 erreichen kann. Beim Ergebnis geht die Gesellschaft von einer weiteren Verbesserung aus. Der hohe Auftragsbestand und weitere Prozessverbesserungen, insbesondere aus den Investitionen in die IT-Infrastruktur, unterstützen diese Prognose.

Dürr ist ein Maschinen- und Anlagenbaukonzern, der in seinen Tätigkeitsfeldern führende Positionen im Weltmarkt einnimmt. Rund 85% des Umsatzes werden im Geschäft mit der Automobilindustrie erzielt. Darüber hinaus beliefert Dürr die Flugzeugindustrie, den Maschinenbau sowie die Chemie- und Pharmaindustrie mit innovativer Produktions- und Umwelttechnik. Die Dürr-Gruppe agiert mit zwei Unternehmensbereichen am Markt: Paint and Assembly Systems bietet Produktions- und Lackiertechnik, vor allem für Automobilkarosserien. Maschinen und Systeme von Measuring and Process Systems kommen unter anderem im Motoren- und Getriebebau und in der Fahrzeugendmontage zum Einsatz. Im Geschäftsjahr 2007 erzielte Dürr mit rund 6.000 Mitarbeitern einen Umsatz von knapp 1,5 Mrd. €. Weltweit verfügt Dürr über 47 Standorte in 21 Ländern.

 

KENNZAHLEN (IFRS)


Angaben in Mio. €

9 Monate 2008

9 Monate 2007

Q3
2008

Q3
2007

Dürr-Konzern

Auftragseingang

1.277,3

1.307,1

401,2

394,7

Auftragsbestand (30. September)

1.186,6

1.088,5

1.186,6

1.088,5

 

 

 

 

 

Umsatz

1.157,9

1.015,0

405,2

364,7

EBITDA (Ergebnis vor Finanzergebnis, Steuern, und Abschreibungen)



53,7



40,9 


    
20,2



20,5

EBIT (Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern)


43,9

 
26,9

     
19,4

  
15,9

Ergebnis nach Steuern

17,0

5,7

6,2

5,7

Ergebnis je Aktie (in €)

0,91

0,38

   0,28

0,35

 

 

 

 

 

Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit


39,4


-32,7

 
46,9


-9,4

Free Cashflow

7,5

-70,6

32,2

-25,2

Investitionen

19,6

17,5

     11,5

5,3

 

 

 

 

 

Eigenkapital (mit Fremdanteilen)
(30. September)


304,7


247,9


304,7


247,9

Nettofinanzverschuldung
(30. September)


17,5


171,5

  
17,5


171,5

Net Working Capital
(30. September)


107,8


204,3


107,8


204,3

 

 

 

 

 

Mitarbeiter (30. September)

6.107

5.869

6.107

5.869

Unternehmensbereich
Paint and Assembly Systems

Auftragseingang

935,5

988,4

293,6

280,1

Umsatz

857,1

743,0

301,8

263,2

EBIT

30,9

10,1

12,0

6,0

Mitarbeiter (30. September)

3.562

3.514

3.562

3.514

Unternehmensbereich
Measuring and Process Systems

Auftragseingang

341,8

318,7

107,5

114,5

Umsatz

300,8

272,0

103,5

101,5

EBIT

16,4

12,5

8,4

5,7

Mitarbeiter (30. September)

2.498

2.311

2.498

2.311

 

Alle Angaben beziehen sich auf die fortgeführten Aktivitäten des Dürr-Konzerns. Die Zahlen wurden nach IFRS ermittelt. 

 

Ansprechpartner:

Dürr Aktiengesellschaft                                 

Günter Dielmann / Mathias Christen

Corporate Communications & Investor Relations

Tel +49 (0)711 136-1785 / -1381

Fax +49 (0)711 136-1716                             

E-Mail corpcom(at)durr.com

  


 

Dürr AG
Corporate Communications und Investor Relations
Günter Dielmann
Telefon +49 711 136-1785
Telefax +49 711 136-1034


corpcom(at)durr.com