Dürr Konzern auf Wachstumskurs im Geschäftsjahr 1997
18.05.1998
Geschäftsjahr 1997
- Zweistellige Zuwächse bei Umsatz, Auftragseingang und Ergebnis
- Arbeitsplätze im In- und Ausland geschaffen
- Dürr Systems: Weiterer Ausbau der globalen Präsenz
- Dürr Ecoclean setzt Erfolge des Vorjahres fort
- Dividendenvorschlag: Erhöhung der Ausschüttung um 0,30 DM auf 1,50 DMpro 5-DM-Aktie
Geschäftsjahr 1998
- 1998 weitere Steigerung bei Umsatz und Ergebnis
Ausgezeichnete Marktposition, Technologieführerschaft und internationale Präsenz waren die Erfolgsfaktoren, mit denen der Dürr Konzern sein Wachstum auch im abgelaufenen Geschäftsjahr fortsetzen konnte.
Das Konjunkturumfeld war 1997 für den Systemanbieter von Lackiertechnik und Industrieller Reinigungstechnik weiter positiv, wie der Vorstand anläßlich der Bilanz-Pressekonferenz mitteilte. Der Aufschwung der Weltkonjunktur, insbesondere aber die stabile wirtschaftliche Entwicklung der Automobilindustrie bildeten positive Rahmenbedingungen für die Entwicklung des Dürr Konzerns. Im Zuge der fortschreitenden Globalisierungsstrategien der großen Automobilhersteller wurden rund um den Globus Produktionsstätten modernisiert und neu errichtet.
Umsatz und Auftragseingang zweistellig gestiegen Der Konzernumsatz konnte 1997 um 14,5 % gesteigert werden und erreichte 1.878 Mio. DM (VJ: 1.640 Mio. DM). Insbesondere in Deutschland und Europa konnte Dürr wachsen.In Amerika und Asien verbuchte der Konzern gegenüber dem Vorjahr abrechnungsbedingte Umsatzeinbußen. Etwa die Hälfte der Umsätze entfällt auf Systemaufträge, die zwar wegen ihres Gebäudeanteils von ca. 20 % nur einen unterdurchschnittlichen Beitrag zum Ertrag leisten, aber ein wichtiges Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb darstellen.
Beim Auftragseingang erreichte die Gruppe 1997 ein neues Rekordhoch: Mit 2.020 Mio. DM übertraf er erstmals die Zwei-Milliarden-Grenze und stieg um 13,1 % gegenüber 1996 (1.786 Mio. DM). Der Auftragsbestand lag zum Jahresende bei 1.692 Mio. DM und damit 18,7 % höher als im Vorjahr (1.425 Mio. DM). Damit ist die Kapazitätsauslastung des Konzerns bis über 1998 hinaus gesichert.
Ertragslage weiter verbessert Das Ergebnis vor Steuern des Dürr Konzerns konnte um 74,3 % gesteigert werden und erreichte 63,1 Mio. DM (VJ: 36,2 Mio. DM). Eliminiert man aus dem Vorjahresergebnis die außerordentlichen Belastungen aus Brasilien, beträgt die Ergebnisverbesserung 17,3 %. Der Jahresüberschuß erreichte 40,8 Mio. DM, 70,7 % mehr als 1996 (VJ: 23,9 Mio. DM), der Cash flow nach DVFA/SG betrug 70,9 Mio. DM (VJ: 48,7 Mio. DM). Die Umsatzrendite nach Steuern belief sich auf 2,2 % (VJ: 1,5 %), die Eigenkapitalrendite nach Steuern auf10,6 %, statt 7,0 % in 1996. Aufgrund der besseren Ergebnisentwicklung schlägt der Vorstand der Hauptversammlung am 1. Juli 1998 eine Erhöhung der Dividende um 0,30 DM 1996 auf 1,50 DM je 5-DM-Aktie vor.
Alle Unternehmensbereiche wiesen im vergangenen Geschäftsjahr positive Ergebnisse aus. Die Konzerngesellschaft Dürr Brasil schaffte den prognostizierten Turnaround; "wir erwarten, daß sich der positive Trend in Brasilien fortsetzen wird", so Hans Dieter Pötsch, Vorsitzender des Vorstands der Dürr AG.
Systemgeschäft bleibt Schwerpunkt
Das in 1997 hohe Investitionsvolumen der deutschen Automobilindustrie führte zu einer regionalen Absatzverschiebung für Dürr. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte Deutschland einen Umsatzanteil von 27 % (1996: 20 %) am Gesamtumsatz. Nordamerika erreichte 29 %, im Gegensatz zu 44 % im Vorjahr. Das Europa-Geschäft ohne Deutschland steuerte insgesamt 30 % (VJ: 23 %) bei, Asien und Südamerika zusammen14 % (VJ 13 %).
Da einzelne Großaufträge mit einem Auftragsvolumen von zum Teil weit über 100 Mio. DM über einen Zeitraum von in der Regel mehr als einem Jahr abgewickelt werden, kann die Aussagefähigkeit der Umsatzverteilung aber nur eingeschränkt gelten.
Schwerpunkt der Aktivitäten lag weiterhin auf System- und Generalunternehmeraufträgen, die i.d.R. alle Unternehmensbereiche der Dürr Systems Gruppe (Lackiertechnik Anlagen und Applikation, Automation + Fördertechnik, Umwelttechnik) integrieren. Häufig umfassen diese Aufträge neben schlüsselfertigen Lackierereien auch die Gebäude und Infrastrukturmaßnahmen. Großaufträge von Audi und Daimer-Benz festigten die Marktposition in Deutschland.
Mit der Akquisition der Inlac Gruppe konnte das Programm insbesondere im Bereich moderner Lack- und Dickstoffsysteme erweitert werden. Mit der 51%igen Beteiligung am langjährigen Vertriebspartner in Frankreich, der Hayes S.A., erhielt Dürr einen guten Zugang zum französischen Markt. Gleichzeitig hat Hayes den Produktbereich Fördertechnik eines führenden französischen Herstellers von Anlagen für den Karossentransport erworben.
Zur besseren vor-Ort-Betreuung der Kunden in Asien wurden in Shanghai (China) und Chennai (Indien) eigenständige Gesellschaften gegründet.
Dürr Ecoclean setzt Erfolge des Vorjahrs fort Die 1996 verselbständigte Dürr Ecoclean GmbH, in die die Aktivitäten der industriellen Teilereinigung ausgegliedert wurden, verzeichnete im vergangenen Jahr ein dynamisches Wachstum: der Gruppenumsatz stieg um 46,6 % auf 255 Mio. DM und trägt mit 13,6 % zum Dürr Konzernumsatz bei. Die Integration der spanischen Agullo Gruppe brachte positive Impulse. Dank der starken Stellung und des hervorragenden Rufes des Unternehmens bei US-Automobilherstellern konnten die Globalisierungsbestrebungen konsequent vorangetrieben werden.
Mehr Investitionen
Die Investitionen erhöhten sich auf 70,1 Mio. DM. Den größten Teil der Investitionen betreffen mit 35,6 Mio. DM die erworbenen Firmenwerte der Inlac und Hayes/Sietam Gruppe und mit 32,8 Mio. DM die Sachanlagen. Bei den Sachanlagen wurden 13,0 Mio. DM in Betriebs- und Geschäftsausstattung und 10,7 Mio. DM in Grundstücke und Bauten investiert.
Mitarbeiter
Durch die Integration neuer Tochtergesellschaften im In- und Ausland sowie durch das wachsende Geschäftsvolumen ist die Mitarbeiterzahl im Konzern zum Jahresende um10,5 % auf 3.642 (VJ: 3.295) gestiegen. Insbesondere an den Standorten in Deutschland konnten rund 100 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.
Technologie
Einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren für Dürr ist die Technologieführerschaft. Diese wird durch umfangreiche Forschungs- und Entwicklungsmaßnahmen erhalten. Außerdem profitiert Dürr in zunehmendem Maße von seinem Systemhauskonzept, der Integration der vier Technologiebereiche. So kann das Unternehmen Aufgaben ganzheitlich betrachten und erreicht kontinuierliche Verbesserungen hinsichtlich Qualität, Preis und Funktion.
Partnerschaftliche Zusammenarbeit mit dem Kunden ist ein weiterer Schlüsselfaktor der Dürr Entwicklung. Die - wie bereits im vergangenen Jahr berichtet - gemeinsam mit Kunden und der Lackindustrie entwickelten modernen Konzepte zur Applikation von Pulverlack und Pulver-Slurry wurden in der Serienfertigung eingeführt. Vom BDI erhielt Dürr gemeinsam mit Daimler-Benz und BASF Coatings vor wenigen Tagen den Umweltschutzpreis für das zukunftsweisende Lackierverfahren im Daimler-Benz-Werk Rastatt.
Strategie
Das Unternehmen hat im vergangenen Jahr seine strategischen Pläne zusammengefaßt und eine langfristige Strategie formuliert. Dabei wurde dem aktuellen Trend Rechnung getragen, daß Kunden in allen Bereichen nicht nur die Realisierung einer kompletten Anlage, sondern jeweils auch ein ebenso komplettes Angebot im Dienstleistungsbereich fordern. Deshalb will Dürr aus der Verbindung bereits vorhandener eigener Aktivitäten und durch Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen noch in diesem Jahr ein neues Dienstleistungsprodukt auf den Markt bringen.
Weiterhin ist geplant, als Folge des dynamischen Wachstums - wie zuvor schon mit dem Unternehmensbereich Industrielle Reinigungstechnik erfolgt - in einer nächsten Phase dem Unternehmensbereich Umwelttechnik eine eigenständige unternehmerische Verantwortung zu geben.
Dürr erwartet auf dieser Grundlage weiterhin ein dynamisches Wachstum, das im Zeitraum der nächsten fünf Jahre zu einer nochmaligen Verdopplung des Konzernumsatzes führen soll, und will dies unter den Rahmenbedingungen eines finanz- und betriebswirtschaftlichen Zielsystems entwickeln.
Ausblick
Für das laufende Geschäftsjahr geht der Vorstand von einer Fortsetzung der Aufwärtsentwicklung aus. Der Konzern realisierte von Januar bis April einen Konzernumsatz von 410 Mio. DM, das sind 46,4 % mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Beim Auftragseingang erzielte Dürr 795 Mio. DM und damit 21 % mehr als per April 1997. Auch der Auftragsbestand erhöhte sich um 28,6 % auf 2.380 Mio. DM, und das Ergebnis vor Steuern stieg auf 9,8 Mio. DM, 50,8 % mehr als im Vorjahr. Wegen der Einflüsse einzelner Großaufträge lassen sich diese Zahlen nicht für das Gesamtjahr hochrechnen.Für 1998 geht Dürr von einer weiter positiven Entwicklung weltweit in allen Geschäftsfeldern aus. Aufgrund der guten Projektlage und des hohen Auftragsbestands erwartet der Vorstand weitere Steigerungen bei Umsatz und Ergebnis.
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