„Campus Energy 21“: Leuchtturmprojekt in eigener Sache
11.09.2008

„Campus Energy 21“ steht für eine Ressourcen
schonende Energieversorgung. Das Konzept
kombiniert sieben Bausteine. (Zum Vergößern
bitte anklicken)
Steigende Öl- und Gaspreise haben den Begriff „Energieeffizienz“ zum Zauberwort gemacht. Auch bei Dürr steht der sparsame Umgang mit Ressourcen im Blickpunkt – in der Produktentwicklung, aber auch bei der Gestaltung des neuen Hauptquartiers, dem Dürr-Campus in Bietigheim-Bissingen.
Dort senkt das Konzept „Campus Energy 21“ den Energieverbrauch um 50%, während die CO2-Emissionen im Vergleich zu einer herkömmlichen Energieversorgung um 60% sinken. Kein Wunder, dass die baden-württembergische Umweltministerin Tanja Gönner „Campus Energy 21“ als „Leuchtturmprojekt“ würdigte. Innovativ ist an „Campus Energy 21“ vor allem die breite Mischung unterschiedlicher regenerativer Energiequellen und Verfahren. Dieser einmalige Mix besteht aus sieben Bausteinen:
Geothermie: Zur Gebäudetemperierung verwendet Dürr Erdwärme und Erdkühle. 30 Erdsonden in knapp 100 Metern Tiefe nehmen im Winter Wärme auf und geben im Sommer Wärme an das Erdreich ab. Außerdem nutzt Dürr Grundwasser, um die Räume auf dem Campus zu heizen und zu kühlen. Die durch Geothermie gewonnene Wärme- und Kühlleistung ist komplett CO2-frei und entspricht nahezu der eines Blockheizkraftwerks.
Erdwärmetauscher: Unter dem Campus werden Erdkanäle mit einer Gesamtlänge von 240 Metern verlegt. Durch sie strömt Außenluft, die im Sommer im Erdreich gekühlt und im Winter erwärmt wird. Die temperierte Luft wird zur Belüftung der Büros verwendet. Die ohne Nutzung fossiler Brennstoffe gewonnene Leistung entspricht im Heizfall 5% und im Kühlfall 12% der benötigten Energie.
Prozesswärme-Rückgewinnung: Bei Lackierversuchen im Dürr-Technikum wird Luft erwärmt, zum Beispiel in Trocknern und Spritzkabinen. Die warme Prozessabluft wird Wärmetauschern zugeführt, um Luft und Wasser für den Dürr-Campus ohne zusätzliche CO2-Erzeugung zu erwärmen.
Blockheizkraftwerke: Zwei Kraftwerke, die mit Erdgas betrieben werden, erzeugen auf dem Dürr-Campus Strom. Das reduziert den CO2-Ausstoß um 2.100 Tonnen pro Jahr. Die bei der Verbrennung entstehende Wärme dient zur Gebäudebeheizung, im Sommer wird sie mit Hilfe einer Absorptionsanlage in Kälte umgewandelt.
Fotovoltaik: Auf einer Fläche von 2.700 m2 wird Dürr Fotovoltaik-Module installieren, die Sonnenlicht in elektrische Energie umwandeln. So können pro Jahr über 330.000 kWh sauberer Strom in das öffentliche Energienetz eingespeist werden.
Energiesparende Bauweise / Optimierung elektrischer Verbraucher: Neben der Ressourcen schonenden Energieversorgung setzt Dürr auf dem Campus auf eine energiesparende Bauweise. So werden Wand- und Dachflächen der Bürogebäude überdurchschnittlich gut gedämmt. Hinzu kommen eine tageslichtgesteuerte Beleuchtung, eine Betonkernaktivierung zur Raumtemperierung sowie ein LeanOffice-Konzept mit energieeffizienter Bürotechnik.
