Vorteil Pulverlackiertechnik – Weniger Instandhaltungsaufwand, mehr Spielraum für Stückzahlerhöhungen
Der Lkw-Hersteller Scania hat in seinem Werk im schwedischen Oskarshamn Dürr-Hochrotationszerstäuber vom Typ EcoBell2 Powder eingeführt. Die Ergebnisse überzeugen und neue Umbauschritte stehen bevor.
Im Werk Oskarshamn fertigt Scania Fahrerhauskabinen mit hohem Korrosionsschutz aus verzinktem Stahlblech. Auf die bei herkömmlichen Stahlblechen übliche kathodische Tauchlackierung kann daher verzichtet werden. Als erste Lackschicht wird nach einer Vorbehandlung ein speziell entwickelter Pulverfüller mit effektivem Steinschlagschutz aufgebracht. Die bisher eingesetzten Bauteile zur Pulverversorgung und Applikation führten wegen ihrer Störanfälligkeit zu hohem Instandhaltungsaufwand und beeinflussten die Produktivität nachteilig.
Daher entschied sich Scania Ende 2004 Beschichtungsversuche mit der neusten Generation von Hochrotationszerstäubern und Pulverversorgungen im Dürr-Testcenter in Bietigheim-Bissingen durchzuführen. Ziel war es, zuverlässige Bauteile zu ermitteln und diese schrittweise für Pulverversorgung und Applikation in der bestehenden Anlage einzuführen. Die Versuche verliefen erfolgreich und 2005 erfolgte der Austausch der vorhandenen sechs Zerstäuber an einer Dachmaschine gegen Dürr-Hochrotationszerstäuber vom Typ EcoBell2 Powder. Hauptnadelventile sorgen für das verlustfreie Ein- und Ausschalten des Pulverstroms, z. B. zu Beginn der Applikation, im Fensterbereich oder bei einer Umorientierung der Dachmaschine. Der Recyclingkreislauf wird so entlastet. Für die Applikation und die Farbversorgung kamen DDF-Pumpen vom Typ EcoPump Powder 0.3 und 3.0 zum Einbau.
Nach zwei Jahren Betriebszeit gilt der Umbau als voller Erfolg: Heute benötigen die Applikationspumpen trotz der Verarbeitung eines stark abrasiven Pulverlacks nur alle fünf Monate eine vorbeugende Instandhaltung. Vor dem Umbau waren diese Arbeiten wöchentlich erforderlich. Die Pumpen werden gegenwärtig bei ca. 65% ihrer maximalen Leistung betrieben, sodass genügend Spielraum für eine Erhöhung der Fördermenge besteht. Dem Erfolg folgen in Kürze nächste Umbauschritte: Geplant ist, die Pistolen auf drei Robotern durch Hochrotationszerstäuber und die Pulverversorgung zu ersetzen. Diese Roboter lackieren Teile des Innenraums und des Unterbodens, der Türeinstiege und der Rückwand. Versuche für diese Lackierumfänge ergaben, dass im Vergleich zur gegenwärtigen Produktion 40-50% Material-Einsparpotenzial vorhanden ist.
Ihr Ansprechpartner:
Hans Georg Fritz - hans-georg.fritz(at)durr.com


