Fahrzeug-Endmontage auf Wanderschaft
05.07.2007
Stuttgart, 05. Juli 2007 – Im Frühjahr 2004 wurden sie zum ersten Mal aufgebaut – in einer Testhalle in der Nähe des Daimler-Werkes in Sindelfingen. Die Rede ist von den Modulen des Endmontagesystems FAStplant® von Dürr Factory Assembly Systems (FAS). Aktuell steht die modulare Anlage, die sich in wenigen Tagen auf- und abbauen lässt, bereits vor dem zweiten Wechsel ihres Standorts – undenkbar für eine Endmontage von herkömmlichem Zuschnitt.
DaimlerChrysler war der erste Kunde, der sich für die Idee der modularen Endmontage begeistern konnte, und das zahlt sich nun aus. Die vormontierten und vor-getesteten Module von FAStplant® ermöglichen eine schnelle Inbetriebnahme, sind gebäudeunabhängig und jedes Modul ist in sich abgeschlossen. Die Module be-stehen aus dem Stahlbau als Tragkonstruktion sowie der Dürr-Hängefördertechnik TTS (Twin Trolley System®) mit Mechanik und Elektronik. Komplett in jedes Modul integriert sind auch Vorrichtungen für die Zuführung von Druckluft und Energie sowie die Beleuchtung. Bei der Energie- und Datenübertragung kommt hier das berührungslose System FASmotion von Dürr zum Einsatz.
Die FAStplant®–Einheiten mit diesem modularen Design orderte DaimlerChrysler als Pilotlinie für seine Testhalle in der Nähe des Werkes Sindelfingen. Innerhalb von drei Wochen im März 2004 wurde der Aufbau dieser Linie abgewickelt. Neben dem optimierten Aufbau der vormontierten Module trug auch der vereinfachte Planungsprozess zu einem signifikanten Zeitvorteil bei.
DaimlerChrysler nutzte die Pilotlinie zur Standardisierung seiner Montageschritte und zur Definition von reibungslosen und effizienten Prozessen. Im Dezember 2005 war das Projekt „Standardmontage“ abgeschlossen und die Testhalle musste für andere Zwecke geräumt werden. Kein Problem mit FAStplant®! Die Linie wurde innerhalb von drei Wochen in den Bereich der C-Klassen-Montage in den Bau 30 im Werk Sindelfingen verlagert. Bei diesem Umzug kamen nun weitere Vorzüge von FAStplant® zum Tragen. Die Planer und Betreiber der Anlage profitierten neben der einheitlichen und durchgängigen Fördertechnik, die auf Schnittstellen zum Gebäudestahlbau ebenso wie auf Gruben und Förderübergänge verzichtet, auch von der optimierten Flexibilität in der Anwendung. Erforderliche Anpassungen, bedingt durch Änderungen der Eintaktungen oder die Integration von Modellvarianten, sind für diese modulare Endmontage kein Problem.
Dank der hohen Flexibilität von FAStplant® hat sich DaimlerChrysler nun entschlossen, mit der Linie ein zweites Mal umzuziehen. Und diesmal erfolgt der Umzug sogar mit Zwischenstopp, was bei der modularen Bauweise kein Problem darstellt. Anfang Juli dieses Jahres wird die Anlage demontiert, um zunächst bis Februar 2008 im Bau 42 eingelagert zu werden. Im März 2008 werden die FAStplant®-Module dann zum dritten Mal installiert. Auch das dürfte nach den bisherigen Erfahrungen wieder reibungslos über die Bühne gehen, denn selbst Veränderungen im Grad der Automatisierung oder die Modifizierung von Produktionskapazitäten durch Hinzufügen oder Entfernen von Modulen wäre jederzeit kosteneffizient und zeitnah möglich.
FAStplant® erfüllt die steigenden Anforderungen nach einer flexiblen und schnell anpassbaren Endmontage nachhaltig. Neben DaimlerChrysler produzieren inzwischen bereits sechs weitere Fahrzeughersteller mit diesem innovativen System. Dazu gehören Toyota in seinem nordfranzösischen Werk in Valenciennes ebenso wie BMW im indischen Chennai oder SeverStal Auto im russischen Elabuga. Seit Oktober 2006 fertigt auch Audi seinen neuen Premium-Sportwagen R8 im Werk Neckarsulm mit FAStplant®. Und auch in die Volumenfabrik hat FAStplant® bereits Einzug gehalten: Derzeit realisiert Dürr eine Linie für 30 Jobs in der Stunde mit der Option, diese auf 60 Jobs pro Stunde erweitern zu können.
Der Dürr-Konzern ist ein weltweit führender Anbieter von Produkten, Systemen und Dienstleistungen für die Automobilfertigung. Das Angebot umfasst wesentliche Fertigungsstufen eines Fahrzeugs: Als Systemanbieter plant und baut Dürr Lackierereien und Endmontagewerke. Darüber hinaus liefert Dürr Reinigungs- und Filtrationsanlagen für die Produktion von Motoren- und Getriebekomponenten sowie Diagnose- und Auswuchtsysteme für Fahrzeugkomponenten. Rund 90% des Konzernumsatzes entfallen auf das Geschäft mit Automobilherstellern und -zulieferern. Weitere wichtige Kundengruppen von Dürr sind der Maschinenbau sowie die Chemie-, Pharma-, Beschichtungs- und Luftfahrtindustrie.
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Dürr Systems GmbH
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