Bis zu 30% weniger Energieverbrauch im Lackierprozess durch EcoDryScrubber von Dürr

Dürr präsentiert Weltneuheit

15.10.2008

  • Erstes System für regenerative Trockenabscheidung von Lack-Overspray im Automobilbau
  • Energieeinsparung durch weniger Luftaufbereitung
  • Erhebliche Stückkostensenkung und Umweltentlastung

 

Stuttgart, 15. Oktober 2008 – Mit einer neuen Technologie ermöglicht Dürr Energieeinsparungen von bis zu 30% in der Automobillackierung – dem mit Abstand energieintensivsten Fertigungsprozess im Fahrzeugbau. Diese Zahl bezieht sich auf die gesamte Lackiererei. Betrachtet man nur den Kabinenbereich, beläuft sich die Enegiesparquote gar auf 60%. Das am 15. Oktober präsentierte System EcoDryScrubber setzt auf die Umluftführung der Kabinenluft und die Trockenabscheidung überschüssiger Lackpartikel während des Farbauftrags. Durch die Umluftführung sinkt der Energiebedarf für die Luftaufbereitung im Vergleich zu herkömmlichen Lackierkabinen signifikant. Außerdem führt der Verzicht auf die herkömmliche Nassabscheidung dazu, dass kein Frischwasser mehr für die Lackabscheidung benötigt wird. Die Folge sind erhebliche Verbesserungen bei Energieverbrauch, CO2-Ausstoß und Farbpartikelemissionen.

Mehr als 150 interessierte Teilnehmer von allen bedeutenden Automobilherstellern nutzten die Chance, diese Innovation – im neuen Technikum des zukünftigen Zentralstandortes von Dürr in Bietigheim – genau unter die Lupe zu nehmen. Neben Gästen aus Deutschland und dem europäischen Ausland konnte Dürr sogar Interessenten aus Süd- und Nordamerika sowie aus Asien begrüßen.

Ralf Dieter, Vorsitzender des Vorstands der Dürr AG: „Dürr als Technologieführer hat das Thema Energie- und CO2-Optimierung schon frühzeitig aufgegriffen. Daher sind wir heute in der Lage, unseren Kunden Anlagen und Systeme anzubieten, mit denen sich die Energie- und Stückkosten signifikant senken lassen. Unser System zur Trockenabscheidung unterstreicht deutlich die Ergebnisse unserer Entwicklungsanstrengungen.“

Beim Auftrag von Nasslacken erreichen – je nach Automatisierungsgrad – zwischen 20% (Handlackierung) und 85% (Außenlackierung automatisiert) des Materials die Karosserie. Im herkömmlichen Verfahren wird der als „Overspray“ bezeichnete Restlack mithilfe der abwärts strömenden Prozessluft in den Unterbau der Lackierkabine gelenkt, wo er mit speziellen Venturi-Düsen in Wasser gebunden wird. Die Prozessluft wird ausgeleitet, da sie durch den Wasserkontakt zu viel Feuchtigkeit aufnimmt, um weiter genutzt zu werden, und zudem noch restliche Lackpartikel enthält. Daher muss mit hohem Energieaufwand wieder frische Luft aufbereitet und in die Kabine geleitet werden.

Dagegen benötigen Lackierkabinen mit EcoDryScrubber deutlich weniger Frischluft. Der Grund: Die Prozessluft nimmt keine zusätzliche Feuchtigkeit auf, wird im Trockenfiltersystem unter der Kabine vollständig von Lackpartikeln gereinigt und lässt sich daher wiederverwenden. Durch diese Kreislaufführung der Prozessluft sinken die Energiekosten für die Luftaufbereitung in der Lackierkabine um rund 60%. Außerdem verringert sich der Wasserbedarf für die Befeuchtung der Luft um circa 80%, da weniger Luft konditioniert werden muss. Weitere Einsparungen von rund 5% ergeben sich bei den Instandhaltungskosten; dafür sorgt neben der Vollautomatisierung des Systems vor allem die lange Filterlebensdauer von über 15.000 Betriebsstunden. Schließlich verringert die kompakte Bauweise den Gebäudequerschnitt um circa 35%. Dazu trägt eine weitere Innovation von Dürr entscheidend bei, nämlich der Einsatz der Platz sparenden EcoRP-Lackierroboter, die sich auf Verfahrschienen an den Kabinenwänden bewegen.

Stückkostensenkungen und geringerer CO2-Ausstoß

Die Konditionierung der Kabinen ist der energieintensivste Prozess bei der Fahrzeuglackierung. Daher wirken sich die energetischen Optimierungen durch EcoDryScrubber stark auf den Gesamtenergieverbrauch einer Lackieranlage aus. In einer Lackiererei, deren Jahreskapazität 158.000 Karosserien beträgt, sinkt der jährliche Energiebedarf durch den Einsatz von EcoDryScrubber um 16 Millionen kWh. Das entspricht einer Reduktion des CO2-Ausstoßes um 5.200 Tonnen. Über den gesamten Produktlebenszyklus eines Automodells von sieben Jahren lassen sich mit der innovativen Dürr-Lösung rund 8 Mio. € einsparen. Die CO2-Emissionen gehen im selben Zeitraum um 36.400 Tonnen zurück.

Dürr ist ein Maschinen- und Anlagenbaukonzern, der in seinen Tätigkeitsfeldern führende Positionen im Weltmarkt einnimmt. Rund 85% des Umsatzes werden im Geschäft mit der Automobilindustrie erzielt. Darüber hinaus beliefert Dürr die Flugzeugindustrie, den Maschinenbau sowie die Chemie- und Pharmaindustrie mit innovativer Produktions- und Umwelttechnik. Die Dürr-Gruppe agiert mit zwei Unternehmensbereichen am Markt: Paint and Assembly Systems bietet Produktions- und Lackiertechnik, vor allem für Automobilkarosserien. Maschinen und Systeme von Measuring and Process Systems kommen unter anderem im Motoren- und Getriebebau und in der Fahrzeugendmontage zum Einsatz. Im Geschäftsjahr 2007 erzielte Dürr mit rund 6.000 Mitarbeitern einen Umsatz von knapp 1,5 Mrd. €. Weltweit verfügt Dürr über 47 Standorte in 21 Ländern.


 

Dürr Systems GmbH
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