Stückkosten im Fokus: Dürr präsentiert Lack sparende Innovationen
6. Open House im Lackier-Technologiezentrum Bietigheim-Bissingen
21.09.2007
Stuttgart, 21. September 2007 – „Mehr Wirtschaftlichkeit, Qualität und Umweltverträglichkeit im Lackierprozess“, so das Motto der diesjährigen Open House der Dürr Systems GmbH in Bietigheim-Bissingen. Der Weltmarktführer in der Automobillackiertechnik hielt Wort und präsentierte seinen Gästen gleich mehrere Innovationen zur Stückkostensenkung: von den Lack sparenden Zerstäubermodellen „HD“ und „ICC“ aus der EcoBell2-Serie über das Kolbendosiersystem EcoCharge D bis hin zum Lackierroboter EcoRP L. Ein weiteres Highlight waren neue Applikationslösungen für das Dämmmatten-Spritzen und die Abdichtung von Bördelnähten. Damit will Dürr das Wachstum im Fokus-Geschäftsfeld „Sealing“ weiter forcieren. Unter dem Titel „Digitale Fabrik“ präsentierte Dürr die Integration von Prozess- und Materialflusssimulationen in die 3D-Visualisierung von Lackierereien.
In der Robotertechnik hat Dürr seine neue EcoRP-Produktfamilie mit dem Modell EcoRP L für die Innenlackierung sowie den dazugehörigen Handling-Robotern zur Tür- und Haubenöffnung abgerundet. Der EcoRP L hat bis zu sieben Bewegungsachsen, ist modular aufgebaut und verfügt über eine äußerst kompakte Bauweise. Sämtliche Komponenten, zum Beispiel Farbleitungen und Hochspannungserzeuger, sind im Roboterarm integriert. Alle neuen EcoRP-Lackierroboter lassen sich problemlos mit zwei Dosierpumpen in Zerstäubernähe ausrüsten. Dies reduziert den Verbrauch von Lack und Reinigungsmittel. Je nach Anforderung sind die Roboter ortsfest oder verfahrbar auf Schienen in der Kabine angeordnet. Das Konzept mit zwei Verfahrschienen, die übereinander angebracht werden, spart Platz, da es kürzere und schmalere Kabinen ermöglicht. Das macht die EcoRP-Serie auch für die Nachrüstung in bestehenden Linien attraktiv. Hinzu kommen die gute Erreichbarkeit aller Oberflächen und die hohe Flexibilität.
Zerstäubertechnik: deutlich höhere Auftragswirkungsgrade
In der Zerstäubertechnik hat Dürr sein Erfolgsmodell EcoBell 2 - den weltweit meistverkauften Rotationszerstäuber für die Automobillackierung – mit zusätzlichen Features zur Minimierung der Materialverluste bei Farbwechseln ausgerüstet.
Die neue Version „ICC“ (=Integrated Colour Changer) verfügt über einen direkt im Zerstäuber platzierten Farbwechsler für bis zu sechs Farben. Damit werden sämtliche Farbleitungen unmittelbar mit dem Zerstäuber verbunden. Hinzu kommt, dass jede Farbe eine separate Dosierpumpe hat, die folglich nicht gespült werden muss. Beides führt zu überzeugenden Einsparungen: Durch die ICC-Technik sinkt der Lackverlust bei Highrunner-Farben auf 2 bis 4 ml je Zerstäuber und Farbwechsel und damit auf maximal ein Zehntel der heutigen Werte. Außerdem verkürzt die ICC-Technik den Farbwechselvorgang auf rund 6 Sekunden. Dies ermöglicht bei 30 Einheiten pro Stunde eine Erhöhung der Kapazität um 5%.
Bei der Innenlackierung erlaubt die neue EcoBell2 HD-Technik eine Wirkungsgrad-Verbesserung durch deutlich weniger Overspray: Bei Klarlack wurden 21% Einsparung gemessen, beim Decklack über 25%. Maßgeblich dafür ist ein neu entwickeltes Glockenteller-Lenkluftring-System, das einen wesentlich exakter fokussierbaren Sprühstrahl generiert. Durch die einfache Einstellung der Sprühstrahlbreite von 50 bis 250 mm eignet sich die HD-Technik auch ideal für die Detaillackierung von Anbauteilen wie zum Beispiel Stoßfänger. Bei der Innenlackierung wird der verbesserte Wirkungsgrad auch ohne Aufladung des Lacks mit Hochspannung erreicht.
Einfache Direktaufladung mit Kolbendosiersystem EcoCharge D
Für die Direktaufladung von Wasserlack stellte Dürr das neue Kolbendosiersystem EcoCharge D vor. Die auf dem Roboterarm installierte EcoCharge D Technik überzeugt gegenüber herkömmlichen Techniken für die Direktaufladung durch ihre einfache Funktionsweise mit einem elektrisch angetriebenen Dosierzylinder, der den Lack mit einem ausfahrbaren Kolben in den Zerstäuber drückt. Dabei erfolgt die Potenzialtrennung über Abstreifer in einer kurzen Isolierstrecke. EcoCharge D ermöglicht geringe Farbverluste und schnellere Farbwechsel bei wirkungsvoller Isolation. Zugleich verkürzt sich die Inbetriebnahme, und auch Bedienung, Wartung und Instandhaltung sind einfacher.
Sealing-Offensive mit neuen Applikationsprodukten
Im fragmentierten Markt für Sealing-Anwendungen im Automobilbau baut Dürr seine Position stark aus. Mittelfristig soll der Marktanteil beträchtlich steigen. Dafür hat Dürr in Bietigheim-Bissingen schon vor zwei Jahren ein großes Testcenter eingerichtet und mit der Entwicklung einer umfassenden Produktfamilie begonnen.
Neue Produkte haben die Applikationsexperten zum Beispiel für die Ausstattung von Karosserien mit Dämmmaterialien entwickelt. Während beim herkömmlichen Prozess die Dämmmatten fertig angeliefert und manuell eingelegt werden, bietet Dürr jetzt eine Lösung im Roboterverfahren. Dabei wird spritzbarer Dämmstoff mit einem neu entwickelten Applikator aufgebracht. Die Automatisierung gewährleistet nicht nur mehr Präzision, höhere Qualität und absolute Reproduzierbarkeit, sondern spart auch Produktionsfläche und Lagerkosten.
Auch mit seinem zweiten neuen Sealing-Verfahren substituiert Dürr einen manuellen Prozess durch Vollautomatisierung. Die Rede ist von der Versiegelung so genannter Bördelnähte, die unter anderen bei der Herstellung von Autotüren im Rohbau entstehen. Bei diesem Vorgang dürfen möglichst keine Wülste entstehen, da die versiegelte Naht für den Endkunden sichtbar bleibt. Diesen Qualitätsanspruch erfüllt das neue Roboterverfahren von Dürr durch ein präzises Dosiersystem und einen Applikator, der – unterstützt durch ein Vision-System – auch dann millimetergenau arbeitet, wenn bei geschlossenen Türen versiegelt werden muss.
Erstmals Prozess- und Materialflusssimulation in 3D-Visualisierung integriert
Zum Dürr-Standard bei Großprojekten in der Lackiertechnik gehört die virtuelle Planung, Konstruktion und Simulation des Gesamtsystems. Erstmals hat Dürr nun in die 3D-Visualisierung auch die Simulation des Materialflusses sowie wesentlicher Einzelprozesse integriert. So können Kunden schon weit vor dem ersten Spatenstrich Parameter wie den Karossendurchsatz oder die Puffergrößen überprüfen. Durch die Integration von Daten aus der Prozesssimulation können die Abläufe und Verhältnisse an einzelnen Stationen analysiert werden. Zum Beispiel lassen sich unterschiedlich starke Flüssigkeitsströmungen in Tauchbecken darstellen, ebenso können Luftströme, die Temperaturverhältnisse in Trocknern oder Bewegungsabläufe der Lackierroboter gezeigt werden. Zur Visualisierung für den Kunden setzt Dürr eine großflächige Powerwall ein. Sie ermöglicht virtuelle Fabrikrundgänge, bei denen die Verantwortlichen von Kundenseite und Dürr während eines Projekts technische Klärungen vornehmen können. Außerdem lassen sich anhand der Eins-zu-eins-Visualisierung frühzeitig eventuelle Schnittstellenprobleme bei der Prozessverkettung erkennen und beseitigen. Auch die Anlagenzugänglichkeit kann überprüft und optimiert werden – ein wichtiger Beitrag, um Wartungszeiten zu reduzieren.
Sechstägige Innovationsschau mit anschließendem Familientag
Auf der diesjährigen Open House präsentierte sich Dürr an insgesamt sechs Tagen dem Fachpublikum. Den Auftakt machte ein Vortragssymposium für Werks-, Planungs- und Lackierereileiter am 21. September. Vom 24. bis 28. September standen für die Besucher dann eintägige Besichtigungen mit Vorträgen und Produktvorführungen auf dem Programm. Zum Abschluss veranstaltete Dürr am 29. September einen Tag der offenen Tür für Mitarbeiter und ihre Familien.
Über Dürr
Der Dürr-Konzern ist ein weltweit führender Anbieter von Produkten,
Systemen und Dienstleistungen für die Automobilfertigung. Das Angebot umfasst wesentliche Fertigungsstufen eines Fahrzeugs: Als Systemanbieter plant und baut Dürr Lackierereien und Endmontagewerke. Darüber hinaus liefert Dürr Reinigungs- und Filtrationsanlagen für die Produktion von Motoren- und Getriebekomponenten sowie Diagnose- und Auswuchtsysteme für Fahrzeugkomponenten. Rund 90% des Konzernumsatzes entfallen auf das Geschäft mit Automobilherstellern und -zulieferern. Weitere wichtige Kundengruppen von Dürr sind der Maschinenbau sowie die Chemie-, Pharma-, Beschichtungs- und Luftfahrtindustrie.
Das Lackiertechnikgeschäft, das in den Geschäftsbereichen Paint Systems und Application Technology betrieben wird, ist die größte Einzelaktivität von Dürr und trägt rund 60% zum Konzernumsatz von knapp 1,4 Mrd. € bei.
Fotos
Digitale Produktfotos können bei den genannten Ansprechpartnern angefordert werden.
Kontakt:
Dürr Systems GmbH
Stefanie Gierke
Marketing
Tel +49 (0)711 136-1333
Fax +49 (0)711 136-1230
E-Mail stefanie.gierke(at)durr.com
Dürr Systems GmbH
Harald Voigtländer
Marketing
Tel +49 (0)711 136-2248
Fax +49 (0)711 136-2107
E-Mail harald.voigtlaender(at)durr.com
Dürr AG
Günter Dielmann
Corporate Communications & Investor Relations
Tel +49 (0)711 136-1785
Fax +49 (0)711 136-1716
E-Mail corpcom(at)durr.com
