Weltweit hat Dürr seit 1998 nahezu 20.000 Lackierroboter der Ecopaint Robot Familie ausgeliefert. Das jüngste Familienmitglied, der EcoRP4, wurde als Nachfolger des sechsachsigen Roboters EcoRP E/L x33iC entwickelt und ist insbesondere für Lackierlinien mit hohen Stückzahlen und standardisierten Applikationen ausgelegt. Unterschiedliche Ausführungen ermöglichen die flexible Integration in die Lackiereranlage: von der Bodenmontage über die Tower-Installation bis zum Einsatz auf sogenannten linearen Verfahrschienen.
„Mit der vierten Generation haben wir den Roboter konsequent auf Wirtschaftlichkeit ausgelegt. Weniger Bauteile, eine vereinfachte Mechanik und ein wartungsfreundliches Design senken die Lebenszykluskosten gegenüber der Vorgängergeneration bei unveränderter Prozesstechnik“, sagt Andreas Bokermann, Produktmanager bei Dürr.
Asymmetrie rückt Applikator näher an den Innenraum
Ein zentrales Konstruktionsmerkmal des EcoRP4 ist die asymmetrische Architektur des Roboterarms. Der Tool Center Point (TCP), also der Mittelpunkt des Applikators, ist seitlich um mehr als 200 Millimeter gegenüber der Hauptachse versetzt. Dadurch vergrößert sich der Abstand zwischen der Störkontur des Roboterarms und der Karosserie. Der Applikator erreicht so auch schwer zugängliche Bereiche wie Türfalze, Scharniere und Übergangszonen deutlich einfacher. Für den Einsatz auf beiden Karosserieseiten bietet Dürr den neuen Roboter in gespiegelten Varianten an.
Schlanke Bauform, hohe Effizienz
Ergänzend zur asymmetrischen Armgeometrie ist der Arm 1 des EcoRP4 kompakter ausgeführt. Die reduzierte Bauform verringert den Platzbedarf im Arbeitsbereich und schafft mehr Bewegungsraum nahe der Karosserie. Arm 2 trägt weiterhin Applikator, Farbwechsler und Dosierpumpen in unmittelbarer Nähe zur Lackaustrittsstelle. Entsprechend kurz bleiben die Schlauchwege. Dies ermöglicht schnelle Ventilschaltzeiten und minimiert bei Farbwechseln die Farb- und Spülmittelverluste.
Leichterer Zugang zur Prozesstechnik
Wie bei den Vorgängergenerationen ist der Großteil der Prozesssteuerung des EcoRP4 im Arm 1 integriert – ein charakteristisches Merkmal der Lackierroboter von Dürr. Im Zuge der Neukonstruktion wurde das Gehäusekonzept überarbeitet. Dadurch lassen sich nun alle für den Prozess benötigten Komponenten in Arm 1 integrieren – mit minimalem Abstand zum Zerstäuber, um eine maximale Effizienz zu erreichen. Arm 1 verfügt zudem über eine durchgehende, seitlich zugängliche Abdeckung. „Bei der Neukonstruktion haben wir großen Wert auf einen einfacheren Zugang zur Prozesstechnik gelegt. Jetzt erleichtern weniger Abdeckungen und eine seitlich zugängliche Bauweise die Wartung und verkürzen die Servicezeiten deutlich“, erklärt Bokermann.
Vereinfachte Antriebstechnik reduziert Wartungsaufwand
Des Weiteren wurden die Antriebseinheiten von Achse 2 und Achse 3 konstruktiv vereinfacht. Statt eines Winkelgetriebes mit Vorgelege sitzt das Antriebszahnrad des jeweiligen Motors nun direkt auf der Motorwelle. Durch den Wegfall zusätzlicher Getriebestufen reduzieren sich sowohl die Anzahl der Bauteile als auch der Verschleiß und der Wartungsaufwand – ein weiterer Beitrag zur gesteigerten Wirtschaftlichkeit der neuen Generation.
Der EcoRP4 unterstützt ebenfalls den HTE Prozess und kann mit der aktuellen Applikationstechnik von Dürr in unterschiedlichsten Kombinationen ausgestattet werden. Die Markteinführung ist für das Jahr 2027 vorgesehen.



