Dürr rüstet sein Trocknerportfolio vollständig mit zentraler Beheizungstechnik aus und konzentriert sich künftig auf zwei energieflexible Systeme: den EcoInCure und den EcoSmartCure mit Qflex-Technologie. Ob Erdgas, elektrische Energie oder zukünftig mit Wasserstoff – der variabel arbeitende Heizkreislauf der Trockner lässt sich mit allen relevanten Wärmequellen betreiben. Durch diese Energieflexibilität ist der Anlagenbetreiber nicht mehr an eine spezifische Energieart gebunden, die sich durch die Wahl des Trocknertyps ergibt.
„Niemand kann heute vorhersehen, welche Energieform morgen uneingeschränkt und kostengünstig zur Verfügung steht“, erklärt Dr. Heiko Dieter, Produktmanager bei Dürr, die Vorteile des neuen Konzepts. „Fällt etwa Gas kurzfristig weg, drohen hohe Kosten oder gar Produktionsunterbrechungen. Energieflexible Trockner gewährleisten dann eine alternative Versorgung: Ist eine Energiequelle nicht wirtschaftlich, können Betreiber mit geringem Aufwand auf eine andere umstellen – ohne Eingriff in die bauliche Substanz des Trockners. Die Wahl eines hybriden Systems ermöglicht es zudem, je nach Tageszeit automatisch auf die jeweils günstigste Energiequelle umzuschalten.“
Qflex-Technologie als technologische Grundlage
Kern des Konzepts ist ein zentrales Beheizungsmodul, das die Wärme für die Karosserietrocknung erzeugt und mittels einem Heizkreislauf bedarfsgerecht in die einzelnen Zonen einspeist. Das separate Beheizungsmodul kann mit Gas oder elektrisch betrieben werden. Möchte ein Betreiber die Energieform zu einem späteren Zeitpunkt wechseln – etwa, weil er eine eigene Solaranlage errichtet – bleibt der Trockner bei der Umstellung unverändert; angepasst wird ausschließlich das Beheizungsmodul. Auch innovative Zukunftstechnologien wie elektrische Hochtemperaturspeicher zur zeitlichen Entkopplung von erneuerbarer Energieerzeugung und -nutzung können mit der Qflex-Technologie einfach integriert werden.
Zwei Trockner für zwei Anwendungsprofile
Der weltweit in mehr als 30 Lackieranlagen bewährte Quertrockner EcoInCure erfüllt höchste Anforderungen an Aufheizdynamik, Prozesssicherheit und Lackqualität. Der EcoSmartCure ist eine Neuentwicklung in klassischer Längsfahrweise. Das Innovative: Er kombiniert das zentrale Heizungskonzept mit dem Stop-and-Go-Prinzip, bei dem die Karosserie definierte Stillstandsphasen durchläuft. Im Vergleich zu konventionellen Trocknern ermöglicht diese Fahrweise eine deutlich präzisere Temperaturführung: Die Karosserie wird gezielt dort erwärmt, wo es erforderlich ist, statt sie großflächig mit Luft zu beaufschlagen. Das reduziert thermische Spannungen, insbesondere bei massiven Bauteilen wie zum Beispiel Schwellern von Elektrofahrzeugen, und verbessert die Lackqualität.
Kompakte Bauweise für Neubau und Bestandsmodernisierung
Beide Trockner sind kompakte Ein-Ebenen-Systeme, die keine zusätzliche Aggregatebene benötigen. Durch ihren geringen Platzbedarf können sie gut in bestehende Gebäude integriert werden. Auch für Modernisierungen im Brownfield sind EcoInCure und EcoSmartCure damit eine wirtschaftlich vorteilhafte Lösung – sowohl im CAPEX als auch im OPEX.
Der EcoSmartCure wird derzeit für den industriellen Einsatz erprobt. „Das hohe Kundeninteresse und zwei bereits laufende Projekte bestätigen uns, dass wir mit dieser Neuentwicklung einen Nerv getroffen haben“, stellt Dieter fest. „Energieflexibilität ist keine Zukunftsmusik mehr. Die Qflex-Technologie in unseren Trocknern bietet heute eine Lösung, um auf volatile Energiemärkte und veränderte Rahmenbedingungen in der Automobilproduktion flexibel zu reagieren.“



