Der Trend, Fahrzeuge individuell zu gestalten, ist ungebrochen. Bisher werden aufwändige Muster oder Schriftzüge manuell aufgeklebt – oft als mehrlagige, schwer zu recycelnde Folien, deren Kanten spürbar sind und deren Haltbarkeit begrenzt ist. EcoNextJet automatisiert diesen arbeitsintensiven Schritt und überführt kreatives Design in den Serienprozess. „Die Linien, die EcoNextJet druckt, sind so fein wie ein menschliches Haar. Unabhängig von der Geometrie oder Ausrichtung der Karosserie gelingen an nahezu jeder Stelle detailgenaue Dekore in hoher Oberflächenqualität. Nach dem Überzug mit Klarlack ist die Grafik nicht mehr fühlbar“, sagt Timo Beyl, Manager New Technologies bei Dürr.
Drop-on-Demand: Lackieren in feinster Auflösung
Die Basis von EcoNextJet ist die sogenannte Drop-on-Demand-Technologie. Dazu wird an einem Lackierroboter ein Druckkopf angebracht, der 2.000 einzeln ansteuerbare Düsen besitzt. Jede Düse gibt nur dann Lack ab, wenn sie benötigt wird. Pro Bildpunkt können bis zu sechs Tropfen entstehen. Sie verbinden sich bereits während des Fluges zu einem größeren Tropfen, bevor sie die Oberfläche erreichen. Größe und Geschwindigkeit lassen sich so sehr genau steuern. Punkt für Punkt entsteht ein Bild mit einer Auflösung von bis zu 720 dpi, das mit rund fünf Mikrometer Lackschichtdicke hauchdünn ist. Der zweikanalige Druckkopf kann zwei Farben gleichzeitig verarbeiten. Eine speziell von Dürr entwickelte Software steuert den Roboterpfad und berechnet den Auftreffpunkt jedes Tropfens auch auf gewölbten oder senkrechten Flächen. Dabei ist der Lack für alle Flächen derselbe.
Zusammenarbeit als Schlüssel zur Innovation
EcoNextJet wurde in enger Zusammenarbeit entwickelt: Dürr übernahm Prozessintegration, Robotik und Software für den Lackierprozess. Der Lackhersteller Axalta entwickelte die passenden Lacke und der Druckkopfhersteller XAAR steuerte den Druckkopf bei. „Unsere Kunden wollen, dass ihre Designer mehr Freiheiten bekommen – vor allem bei hochauflösenden Grafiken. Die Partnerschaft mit Axalta und XAAR hat die Entwicklungszeit deutlich verkürzt und es erst ermöglicht, ein Komplettsystem anzubieten, das den Anforderungen der Automobilindustrie entspricht“, sagt Frank Herre, Director Automotive (Paint Shop) bei Dürr.
Bereit für die Praxis
Im Testcenter von Dürr in Bietigheim steht EcoNextJet für erste Tests zur Verfügung. Dort können Hersteller prüfen, wie Grafiken und Muster in einem automatisierten Lackierprozess entstehen, bei dem Folien entfallen, Abfall reduziert und Arbeitszeit gespart wird. Gleichzeitig eröffnet die hohe Auflösung neue Freiräume für die Gestaltung. Damit ist EcoNextJet nicht nur eine technologische Innovation, sondern auch ein Weg zu effizienteren und nachhaltigeren Prozessen in der Fahrzeugproduktion.





